Tagung

Echte Freunde werden in der Kleingruppe

Das Verlangen nach Wertschätzung und Liebe ist tief in uns. Eine Tagung in Aarau beschäftigte sich mit dem Potenzial christlicher Kleingruppen zu heilsamer Freundschaft. 

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Appell zur Anteilnahme: Larry Crabb in Aarau.
«Wie wenn wir Kleingruppen hätten, die so sicher wären, dass Menschen ihr Herz ausschütten könnten?» fragte der US-Therapeut Dr. Larry Crabb in Aarau. «Gott hat uns geschaffen, damit wir lieben – und wir merken, dass wir das nicht wirklich gut können.» 400 Personen, zumeist Leiterinnen und Leiter von Kleingruppen in Schweizer Gemeinden, nahmen am 1. und 2. April 2011 an der Tagung in Aarau teil, die vom Verein Willow Creek Schweiz durchgeführt wurde. Neben dem weltweit bekannten Buchautor Crabb referierte der Pastor und Gemeindeberater Greg Bowman (Illinois, USA) über die Entfaltung der Persönlichkeit und die Förderung heilender Gemeinschaft.

Nebeneinander oder miteinander?

Crabb verband Erfahrungen, die er höchst anschaulich schilderte, mit Grundwahrheiten des Glaubens. So schilderte er ein Altersheim in Miami, an dem er vorbeispazierte: 60 Liegestühle standen davor, nicht einander zugewandt, sondern zur Strasse ausgerichtet. «Alle Rentner starrten unverwandt auf die Strasse; sie sprachen kaum miteinander.» Laut dem Psychologen haben auch Christen zu wenig Interesse am Nächsten. Er konstatierte einen «unglaublichen Mangel» an gesunder Neugier und Anteilnahme. «Wenn wir Menschen sehen könnten, wie Gott sie sieht, würden wir die Stühle einander zuwenden.»

«Beim Ball die Schönste»

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Das Potenzial der Kleingruppe: Austausch in der Pause.
Larry Crabb, kürzlich zum zweiten Mal an Krebs erkrankt, erzählte von seiner Mutter, die nach sieben Alzheimer-Jahren starb. «Ich stellte mir die Mutter vor, wie sie beim Herrn sein würde.» Als er sie besuchte, schilderte er ihr dies, sprach davon, dass sie beim Ball die Schönste sein werde. Unvermittelt, in einem klaren Moment, fragte sie ihn: «Redest du vom Himmel?» Er habe so mit der dementen Mutter sprechen können, weil er sie als Trägerin des Ebenbilds Gottes gesehen habe, sagte Crabb – «und das tun wir in der Kleingruppe».

Verwandelnde Kraft

Der Therapeut forderte die Teilnehmenden auf, für die Personen in ihrer Kleingruppe eine Vision zu entwerfen für die Entwicklung, die das Ebenbild zum Tragen bringt. «Hast du eine Vision für Menschen in deiner Gruppe – wer sie sein und werden könnten? Was der Heilige Geist an ihnen in den nächsten fünf Jahren tun könnte?» Diese Vision gelte es gerade dann festzuhalten, wenn die Person gar nicht attraktiv oder am Boden sei. Leiter sollten dafür beten, dass Gott sie einsetzt, um dem Nächsten zu helfen, das anvisierte Ziel zu erreichen.

Umkehr auf den schmalen Weg

Der Weg zum Leben ist schmal. Das Wort von Jesus verdeutlichte Crabb mit dem Hinweis, der Pfad beginne mit Zerbrochenheit. Er habe die Scheidung seines Sohns kaum verkraftet – dann aber sich Rechenschaft gegeben über den Groll gegenüber der Schwiegertochter. »Ich habe mich nicht um meinen Schmerz gedreht, sondern meine Sünde angeschaut und bin umgekehrt.» Als er die Ex-Schwiegertochter traf, brachte er ihr eine Rose mit. «Leben ist, Gott zu kennen und ihn zum Ausdruck zu bringen in Beziehungen. Menschen, die bereuen und umkehren, sind beziehungsfähig.»

Mit diesen Hinweisen machte Larry Crabb Mut zur Offenheit in der Kleingruppe: In einer vertrauten, von Annahme geprägten Atmosphäre können Schmerzen und Versagen, Schwächen und Sünden zur Sprache gebracht und Trost zugesprochen werden. Sich selbst schützen zu wollen, bringt Tod, sagte Crabb. »Öffnen wir uns und geben wir uns in die Gemeinschaft hinein, setzt das Leben frei.»

Webseite:
Willow Creek Schweiz

Datum: 06.04.2011
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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