Nationaler Gebetstag

«Komfortzone verlassen und mutig Schritte aufs Wasser wagen»

Am 1. August lädt Gebet für die Schweiz zum Nationalen Gebetstag in Aarau zum Thema Aufbruch ein – Aufbruch aus dem gewohnten Denken und Handeln. Im Gespräch mit Livenet verriet Annette Walder von Gebet für die Schweiz, was die Besucher dort erwartet und was für sie Aufbruch bedeutet.

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Nationaler Gebetstag
Livenet: Annette Walder, was verbinden Sie persönlich damit, die Komfortzone zu verlassen?
Annette Walder: Für mich heisst das, bereit zu sein, Sicherheiten, bisherige Gewohnheiten oder auch Traditionen loszulassen, aufzugeben, um ganz Neues anzupacken. Ich glaube, dass Gott möchte, dass wir uns neu von ihm zeigen lassen, was er für uns persönlich, aber auch für die Schweiz möchte. Wenn ich aber nicht bereit bin, meine Situation, meine Engagements vor ihm zu überdenken und allenfalls loszulassen, dann ändert sich gar nichts. Aber das ist unbequem. Darf Gott mich aus meinen Aufgaben herausnehmen und an einen völlig anderen Platz stellen, ohne dass ich im Voraus weiss, wie die dadurch entstehende Lücke gefüllt wird und wie genau die neue Aufgabe aussieht? Ich glaube, es lohnt sich, im besten Sinne des Worten radikal zu sein (vom Lat. radix – die Wurzel) und ganz zur Wurzel zu gehen. Das ist zuerst einmal Gottes grenzenlose Liebe für jedes seiner Geschöpfe. Gewiss, es braucht Mut für einen solchen Schritt, und oft haben wir Angst, auf diesem Weg einen Fehler zu machen, aber Gott hat mit unseren Fehlern kein Problem. Vielmehr sind wir es, die nicht das Gesicht verlieren wollen.
Ich glaube auch, dass es Zeit ist, Gemeinde neu zu denken, Gott ganz neu zu fragen, was möchtest du? Wie stellst du dir vor, dass wir als deine Gemeinde leben und dich ehren sollen? Für mich als Mitglied der Reformierten Landeskirche sind solche Gedanken natürlich eine Herausforderung. Aber wir feiern das Reformations-Jubiläum, und die Reformierte Kirche sei immer wieder zu reformieren, statuierte Zwingli schon damals.

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Annette Walder
Im letzten Jahr stand der Nationale Gebetstag vor allem im Zeichen der Busse (Livenet berichtete). Was denken Sie, wo Gott die Christen in der Schweiz 2017 hinleiten will?
Gott sehnt sich danach, dass wir uns als Einzelne und auch als Land wieder ganz ihm zuwenden, nach seinen Wegen und seinen Plänen für uns fragen. Er will in allem ganz konkret unser Versorger sein. Aber solange wir uns – bildlich gesprochen – nicht aufs Wasser begeben wollen, kann er sich uns höchstens sehr limitiert offenbaren. Er ist wie ein Gentleman. Er drängt sich uns nicht auf. In dem Masse, wie wir für sein Wirken offen sind, wird er sich als der treue, liebevolle und zugleich souveräne und heilige Gott erweisen. Ich glaube, der erste Ort, wo Gott die Christen hinleiten will, ist an sein Herz. Jesus Christus hat es uns vorgelebt: Früh am Morgen stand er auf, um mit Gott allein Zeit zu verbringen. Aus der innigen Gemeinschaft mit ihm konnte er dann tagsüber segensreich wirken und Gott verherrlichen. «Der Sohn kann nur tun, was er den Vater tun sieht.» (Johannes 5, 19) Wenn Jesus diese Zeit brauchte – wieviel mehr dann wir?

Wie viele Christen erwarten Sie am Nationalfeiertag in Aarau?
Das ist schwierig zu sagen. Es werden wohl so um 5'000 Teilnehmer sein. Wir hoffen sehr, dieses Jahr auch vermehrt Familien mit Kindern anzusprechen. Ausserdem ist es uns sehr wichtig, auch Christen aus Migrantengemeinden einzuladen. Sie gehören unbedingt zu uns und die Verbindung zu ihnen ist uns sehr kostbar.

Wie sieht das Rahmenprogramm am Nationalen Gebetstag aus?
Konkret steht das Programm heute noch nicht. Grundsätzlich ist vorgesehen, dass wir dem Gebet (Anbetung, Busse und Fürbitte für alle Gesellschaftsbereiche) sehr viel Zeit widmen – mehr als in den letzten Jahren. Somit wird es nur einen kurzen geistlichen Input geben, und sonst einfach sehr viel Zeit fürs Gebet. Hier werden die verschiedenen Gesellschaftsbereiche im Fokus stehen.
Für die Jugend wird Sport und Spiel angeboten. Das Gelände des Aarauer Schachens ist dafür bestens geeignet.

Zum Thema:
Nationaler Gebetstag 2016: «Jeder Erweckung gehen Busse und Heiligung voraus»
2. Nationale Bergkonferenz: Segnend auf den Bergen unterwegs
Sheila Walsh: «Christen haben die Kraft, die Welt durch ihre Gebete zu verändern»

Datum: 27.06.2017
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet

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