Sich selbst bestrafen?

Fasten macht glücklich

Morgen ist Aschermittwoch – «Der Spass ist vorbei, jetzt ist Fasten angesagt», titelte ein Nachrichtenmagazin. Vielleicht haben Sie auch über die Stränge geschlagen und möchten sich jetzt an die Kandarre nehmen. Macht Fasten da eigentlich Sinn?

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Nein, man schlägt nicht nur in der Karnevalszeit über die Stränge. Aber früher war das eine Zeit, wo man einmal im Jahr das Fleisch hochleben liess (carne vale!), was man dann ab dem Aschermittwoch mit Fasten bereute und wieder gut zu machen versuchte. Aber auch wenn man keine Bussübung veranstaltet – Fasten ist «in» und kann eine ganz positive Erfahrung werden.

Fasten kann viel bedeuten

Die einen verzichten auf Alkohol, auf Zigarren oder Schokolade. Die anderen nehmen sich bewusst mehr Zeit der Stille und versuchen, unnötige Aktivitäten zu beschränken. Wieder andere setzen durch Verzicht Geld frei und spenden das für Hungernde. Einige Freunde von mir machen ein Facebook-Fasten und reduzieren so ihren sozialen Stress.

Was Fasten kann

Wenn man fastet, hat das eine ganze Menge positiver Konsequenzen – Gewinn durch Verzicht! Hier nur einige von vielen Vorteilen:

  • Fasten durchbricht Automatismus

Wir alle sind Gefangene von Gewohnheiten. Was harmlos anfing, verselbständigt sich nach kurzer Zeit - sei es der Griff zur Flasche, das Stück Kuchen am Nachmittag oder der Blick auf die Porno-Seiten in der Nacht. Wenn Sie beschliessen, an solch einem Punkt zu fasten, durchbrechen Sie bewusst Ihre automatischen Reaktionen. Nein Sagen ist ein Akt der Freiheit!

  • Fasten entschlackt das Leben

Unser Leben ist voll – und oft voller Müll. Wir konsumieren hemmungslos und füllen unseren Körper und unsere Seelen mit viel Unnötigem, ja Schädlichem. Wer fastet, entschlackt sich. Das gilt für den Körper und auch die Seele. Fasten ist der Rückzug vom täglichen Überfluss, und Sie werden merken: Weniger ist schlussendlich mehr.

  • Fasten macht spirituell offen

Jeder, der schon ein Fasten von Nahrungsmitteln erlebt hat, kann bestätigen: Man wird wacher. Das Denken wird freier, der Himmel wird offener, unser Geist lebendiger. Fasten ist ein wunderbarer Weg, aus dem dumpfen Einerlei der Alltagsroutine aufzubrechen, vielleicht wieder beten zu lernen und für die tieferen - und höheren - Dinge des Lebens wach zu werden. Christen wussten schon immer, dass Fasten das Gebet vertieft und stärkt.

Was Fasten NICHT kann

So verständlich es ist, dass man durch Fasten etwas wieder gut machen will, wo man über die Stränge geschlagen hat: Fasten eignet sich nicht als Buss-Übung. Wenn wir etwas falsch gemacht haben, hat es keinen Sinn, uns mit Fasten dafür zu bestrafen. Verzicht macht keine Fehler gut, und Fasten kann keine Sünden vergeben. Wenn Sie Unrecht getan oder ein schlechtes Gewissen haben: Gehen Sie den direkten Weg, der im Herzen der Guten Nachricht des Evangeliums steht. Gott hat unsere Schuld auf Jesus gelegt – bestrafen Sie sich nicht selbst. Sie können Unrecht oder Schuld nicht selbst wieder gut machen. Für beides hat Jesus nicht nur gefastet, sondern sein Leben gegeben und bezahlt. Billiger ging es nicht. Wer Jesus darum bittet, dem sagt er heute wie vor 2000 Jahren: «Mensch, deine Sünden sind dir vergeben!» Dafür liess er sich «aufs Kreuz legen».

Fasten vergibt also keine Schuld, aber es kann befreiend wirken und für das wirklich Wichtige im Leben offen machen. Das macht glücklich! Fasten zeigt, dass wir es ernst meinen – und einem solchen Menschen wendet sich Gott zu (Bibel, Matthäus-Evangelium, Kapitel 6 Vers 17-18).

Zum Thema:
Fasten: 40 Tage anders leben
VBG und Wycliffe: Der grosse Bibelmarathon für die Fastenzeit 2015
Fastengebet 2015: «Gott loben…» - aber mir fehlt die Zeit dafür! 

Datum: 17.02.2015
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Jesus.ch

Kommentare

Ich kann das Fasten nur empfehlen. Von Essen fasten habe ich bisher nur gemacht, wenn ich auch frei hatte - da mir sonst die Energie gefehlt hat - aber es geht wohl auch wenn man arbeitet. Letztes Jahr haben wir mal vom TV und von Filmen gefastet - das hat auch sehr gut getan. Wir hatten als Ehepaar viel mehr Zeit für uns, aber auch für gemeinsame Zeiten des Gebets. Kann ich sehr empfehlen, wenn man nicht vom Essen fasten will/kann.

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Wie lassen sich diese drei Begriffe «bibelorientiert – universitär – für Kirche und Gemeinde» vereinen? Am besten, Du kommst vorbei und machst Dir selber ein Bild davon.

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