Was wäre wenn...

Religion – die Wurzel allen Übels?

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Denkmal des grossen jüdischen Gelehrten Maimonides in Cordoba. Er floh nach 1150 aus dem maurischen Andalusien, weil Juden verfolgt wurden.
„Wenn es keine Religion gäbe, hätten wir keine Kriege mehr. Jeder könnte tun und lassen was er möchte und alle würden in Frieden miteinander leben." So die Meinung vieler. Aber ist Religion tatsächlich die Wurzel allen Übels?

Mord, Totschlag und Gewalt im Namen Gottes - auf dieser Welt ganz normal. Wäre alles anders, wenn es keine Religiösen gäbe? Hat nicht auch die Kirche durch Kreuzzüge gewütet? Steht nicht im Koran, man soll Andersgläubige töten? Und hat nicht auch Jesus einen „Missionsbefehl" gegeben?

Religion als Machtwerkzeug

Wenn man sich die Geschichte verschiedener Religionen ansieht, wird man bis heute immer wieder auf Menschen und Gruppen stossen, die den Glauben anderer benutzen, um sich selbst Macht zu verschaffen. Religion wurde und wird als Druckmittel gebraucht. Angst, Unterdrückung und Zwänge gehören bis heute zu manchen Glaubensgemeinschaften. Aber ist tatsächlich Gott das Übel? Oder sind es die Menschen, die nach Macht, Reichtum und Ruhm streben, und keine Skrupel haben, über Leichen zu gehen?

Ist Gott manipulativ?

„Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen." So lautet das dritte der Zehn Gebote. Warum gehört das zu den Lebensregeln, die den christlichen Glauben und die westlichen Grundwerte prägen? Wahrscheinlich weil es so einfach ist, Religion zu seinem eigenen Nutzen einzusetzen. In Gottes Namen kann man ganz wunderbar andere manipulieren, ohne selbst schlecht dazustehen. Angst ist ein Schlüssel zur Macht.

Aber die Bibel sagt sehr deutlich: „Gott hat uns seinen Heiligen Geist gegeben und das ist kein Geist der Angst, sondern ein Geist, der uns mit Kraft, Liebe und Selbstüberwindung erfüllt" (2. Timotheus, Kapitel 1, Vers 7). An anderer Stelle heisst es, dass Gott die Liebe ist. Und: „Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, die Liebe vertreibt sogar alle Furcht" (2. Johannes, Kapitel 4, Vers 18). Angst, Druck und Manipulation sind das Gegenteil des göttlichen Wesens.

Ist Gott kriegslüstern?

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Szene aus dem Jesus-Film: Jesus und seine Anhänger.
„Du sollst nicht töten" ist das sechste Gebot. Und als Jesus die berühmte Bergpredigt hält, sagt er: „Liebt eure Feinde und tut Gutes, denen die euch hassen. Segnet die Menschen, die euch Böses wünschen, und betet für alle, die euch beleidigen. Schlägt dir jemand ins Gesicht, dann wehr dich nicht. Wenn dir jemand deinen Mantel wegnimmt, dann gib ihm noch das Hemd dazu..." (Lukas, Kapitel 6, Verse 27-29). Das klingt nicht wie eine Aufforderung nach Streit und Krieg.

Sehr klar steht es in Jeremia, Kapitel 7, Verse 5-7: „Ändert euer Leben von Grund auf. Geht gerecht und gut miteinander um, übt keine Gewalt gegen Fremdlinge und hört auf, unschuldiges Blut zu vergiessen." Jesus sagt von sich „Ich bin das Leben". Krieg, Gewalt und Totschlag haben nichts mit dem göttlichen Wesen gemeinsam.

Was soll der Missionsauftrag?

So lange jeder behauptet, das alleinig Richtige zu glauben, und auch noch versucht, das dem anderen aufzudrängen, wird es zwangsläufig immer Streit geben. Auch Jesus hat einen „Missionsbefehl" gegeben: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Nachfolgern. Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch gesagt habe" (Matthäus, Kapitel 28, Verse 16-20). War Jesus also gegen andere Religionen?

Wer die Bibel genau studiert, wird erkennen, dass Jesus weder gekommen ist, um eine Religion oder Kirche zu gründen, noch um andere Religionen schlecht zu machen. Jesus hatte eine einfache Botschaft für alle Menschen aller Religionen: Hört auf böse zu sein, kehrt um von eurem schlechten Tun und wendet euch hin zu Gott, dem Vater, der euch liebt. Das Zeichen dieser Umkehr war die Taufe.

Als Jesus seinen Missionsauftrag erteilt, gibt er nicht den Auftrag Menschen anderer Religionen zu verfolgen, sondern den Auftrag, seine Mission der Liebe weiter zu führen. Wenn man es so betrachtet, wäre der Glaube eigentlich das Ende allen Übels.

 


Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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