Er fordert religiöse Toleranz

König von Bahrain verurteilt Israel-Boykott

Während in Westeuropa und dem Nahen Osten verschiedentlich der Ruf nach einem Israel-Boykott laut wird, sieht dies mittlerweile teilweise im arabischen Raum anders aus. Jüngstes Beispiel ist Bahrains König Hamad al Khalifa, der nicht nur die Anti-Israel-Boykotte verurteilt. Er verfasste auch ein Dokument von historischem Wert, denn dieses ruft zu religiöser Toleranz auf.

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König Hamad bin Isa al Khalifa
Die «Bahrain Deklaration über religiöse Toleranz» wird vom «Simon Wiesenthal Center» als «offene Attacke gegen den Terrorismus» bezeichnet. König Hamad al Khalifa verfasste das Papier und sein Sohn, Prinz Nasser bin Hamad al Khalifa, unterzeichnete das historische Papier auf einer vom «Wiesenthal Center» mitgetragenen Veranstaltung im Beverly Wilshire Hotel in Los Angeles. «Das Dokument ist das erste dieser Art, das von einem Führer eines arabischen Staates unterzeichnet worden ist und das die Menschen aller Glaubensrichtungen dazu aufruft, ihren Respekt für andere zu zeigen. Geschützt werden soll das Recht eines jeden, seine religiöse Zugehörigkeit in Würde und Frieden auszuführen», berichtet das Center.

Kirchenbau erlaubt

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Prinz Nasser von Bahrain und Rabbi Marvin Hier unterzeichnen das Dokument
Neben Prinz Nasser wurde das Dokument von Rabbi Marvin Hier unterzeichnet, der das «Simon Wiesenthal Center» gründete. Begleitet wurde Nasser von einer 40-köpfigen Delegation, welche in Los Angeles auch das pro-israelische «Museum of Tolerance» besuchte. «Bahrain ist ein Land, in dem Christen, Juden, Muslime, Buddhisten und Hindus friedlich zusammenleben», orientierte Pastor Johnnie Moore im Rahmen des Besuches. Das Land auf der arabischen Halbinsel beheimate einen der ältesten Hindu-Tempel. Zudem werde die grösste katholische Kirche in der arabischen Welt gebaut.

Neue Vision für Nahen Osten

Im Februar 2017 hatte Rabbi Hier Bahrain besucht. «Der schönste Moment war, seiner Majestät zuzuhören, welche Vision er für einen neuen Nahen Osten hat. Eine solide Basis der gegenseitigen Annahme und der Menschenwürde, die den Extremismus ablehnt.» Wenn eine Religion im 21. Jahrhundert relevant sein wolle, müsse sie den religiösen Extremismus ablehnen. «Sonst ist sie nicht wirklich eine Religion. Jeder, der nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist, muss gegen Terror aufstehen.»

Bahrain-Orchester spielte Israel-Hymne

Dass ein arabischer Herrscher öffentlich sein solches Papier verfasst und unterzeichnet, ist laut Rabbi Abraham Cooper eine Spielwendung. Die «Jerusalem Post» berichtete, dass die arabischen Offiziellen respektvoll aufstanden, als das «Bahrain National Orchestra» die «Hatikva», Israels Nationalhymne, neben jener der USA und Bahrains spielte. König Hamad verurteilte in diesem Zusammenhang auch den arabischen Boykott Israels und betonte, dass die Einwohner seiner Nation die Freiheit haben, den jüdischen Staat zu besuchen.

«Möge der Tag bald kommen»

Abraham Cooper weiter: «Möge der Tag bald kommen, an dem seine Majestät mit seinem Flieger auf dem Ben-Gurion Flughafen landet.» Noch pflegt Bahrain keine diplomatischen Beziehungen mit Israel.

«Dass der Prinz das 'Museum of Tolerance' – eine unübersehbar pro-israelische Institution – besucht hat, zeigt, wie sich die Lage der Nahost-Politik verändert in eine Ära, in der Feinde zu Kameraden werden können», schrieb die «Los Angeles Times».

Zum Thema:
Nach Ägypten-Besuch: König von Bahrain erlaubt zweiten Kirchenbau
«Was würdet ihr tun?»: Saudische Journalistin stellt nagende Fragen
«Keine Probleme»: Positive Schlagzeile über Christen in Kuwait

Datum: 19.09.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / World Israel News

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