Überholte Vorstellungen

Hat die Wissenschaft Gott begraben?

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Hat die Wissenschaft Gott begraben? Glauben Christen an einen Lückenbüsser-Gott? Ein prominenter Wissenschaftler äussert sich.

Hat die Wissenschaft Gott begraben? Unter dieser Fragestellung hielt der englische Mathematiker Prof. John Lennox (Oxford) am 21. Februar einen Vortrag im Forum Wiedenest. Die Zusammenkunft steht unter dem Thema «Gott im Fadenkreuz – Der neue Atheismus als Chance, profiliert den Glauben zu befolgen». Wie der evangelikale Wissenschaftler vor den knapp 400 Zuhörern sagte, definieren Christen und Atheisten den Begriff Gott unterschiedlich. So meinten Atheisten wie der englische Physiker Stephen Hawking, dass Christen an einen «Lückenbüsser-Gott» glauben: Er würde immer dann herangezogen, wenn sich ein Phänomen nicht naturwissenschaftlich erklären lasse. Dies sei eine falsche Herangehensweise. Lennox: «Wenn man Gott als Lückenbüsser definiert, dann muss man zwischen Gott und Naturwissenschaft wählen, weil man Gott so definiert hat. Aber diese Definition hat nichts mit dem Gott der Bibel zu tun.»

«Der Atheismus ist ein Märchen für die, die sich vor dem Licht fürchten»

Der Gott der Bibel erkläre nicht nur das, was Menschen noch nicht verstünden. Vielmehr sei er Schöpfer von allem – von dem, was Menschen nachvollziehen und dem, was sie noch nicht nachvollziehen könnten: «Zwischen Gott als Schöpfer und Erhalter des Universums und der Naturwissenschaft muss man nicht wählen.» Beides seien keine Gegensätze. Er verdeutlichte dies am Beispiel eines Autos: Je besser man verstehe, wie der Motor funktioniert, umso mehr bewundere man die Ingenieure, die ihn erfunden haben und nicht umso weniger: «Das wäre doch verrückt!» Das lasse sich auch auf Gott und die Naturwissenschaft übertragen: Je mehr man von Gottes Schöpfung verstehe, umso mehr erkenne man den Schöpfer. Lennox bekannte, sich nicht dafür zu schämen, gleichzeitig Naturwissenschaftler und Christ zu sein. Die Bibel sei zwar kein naturwissenschaftliches Lehrbuch. Aber sie mache Aussagen über dieselbe Welt, die auch die Naturwissenschaft studiere. Er forderte die Zuhörer auf, kritisch mit Aussagen von Naturwissenschaftlern umzugehen. Dass sie weltbekannt seien, bedeute nicht automatisch, dass sie auch Recht hätten. So habe er auf die Aussage von Stephen Hawking «Die Religion ist ein Märchen für diejenigen, die sich vor der Dunkelheit fürchten» geantwortet: «Der Atheismus ist ein Märchen für diejenigen, die sich vor dem Licht fürchten.»

«Die Frage nach der Existenz Gottes nimmt zu»

Gleichzeitig erklärte Lennox: «Die Frage nach der Existenz Gottes nimmt zu und immer mehr Menschen haben ein grosses Interesse an ehrlichen Gesprächen über den Glauben.» Für Christen sei das eine Chance. Sie sollten offen sein und auch das Gespräch mit Atheisten oder Agnostikern suchen. Oft wollten diese wissen, warum Gott Leid und Schmerz zulasse, was der Sinn des Lebens oder wie wissenschaftlich die Bibel sei. Es sei wichtig, diese Fragen zuzulassen, sich Diskussionen zu stellen und vor allem ehrlich zu reagieren: «Wir müssen nicht auf jede Frage eine Antwort haben.» Lennox kritisierte, dass viele Christen sich aus Angst vor der eigenen Unwissenheit solchen Fragen nicht mehr stellen würden.

Zum Thema:
Glücksforschung: Was Bibel und Wissenschaft verbindet
Beweise und Glauben: Wissenschaft und Religion im Einklang?

Datum: 26.02.2014
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / idea

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