Jesus und Buddha

Ein Vergleich, der mein Leben veränderte

Die Frage nach dem Sinn im Leben lässt ihn nicht los. Als er anfängt, sich mit Religionen auseinanderzusetzen, findet  er eine Antwort, die ihn tief bewegt.

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Simon Petrus Tjahjadi
Ich bin in Indonesien als Buddhist geboren, in einer muslimischen Umgebung aufgewachsen und war auf einer evangelischen Schule. Vielleicht fing ich deshalb schon früh an, mich für Religion zu interessieren.

Die Religion meiner Kindheit

Ich beschäftigte mich mit Buddha, unserer religiösen Hauptfigur. Er war ein Prinz, der, wie er selbst schreibt, sehr verwöhnt in seinem Palast aufwuchs. Als er Kontakt mit den Menschen ausserhalb der Palastmauern bekommt und das Elend sieht, ist er zutiefst erschüttert. Daraufhin kehrt er seiner bisherigen, luxuriösen Welt den Rücken. Als Einsamer unter Einsamen versucht er, den Weg zur Erleuchtung zu gelangen. Bis zu seinem Tod erfährt er Ehren, Harmonie und Gelassenheit. Mit 80 Jahren stirbt er, umgeben von seinen Jüngern, an einer Lebensmittelvergiftung. Bis heute wird er oft als ein friedlich lächelnder Mann dargestellt - ein Mann, der das vollkommene Nirvana erreicht hat.

Wie anders erschien mir dieser Jesus, der leidend am Kreuz dargestellt wird. Auch über ihn wollte ich mehr wissen, und so freundete ich mich mit einem Jesuitenpriester aus Österreich an.

Jesus, der Mann am Kreuz

Durch den Priester erfuhr ich, dass Jesus das Kreuz mit den Leiden und Schmerzen nicht gesucht hat. Dass er es aber auf sich nahm, um das Heil Gottes für alle Menschen zu erwirken. Als der Gesandte Gottes trachtete er danach, alle Menschen zu Gott zu bringen und Gottes Liebe erfahrbar zu machen.

Sein ganzes Leben zeigt diese Bestimmung. Um Gottes Liebe vorzuleben, solidarisierte er sich mit allen Armen und Ausgeschlossenen - denen, die damals wenig galten. Er beendet sein Leben grausam am Kreuz. Alleingelassen von seinen Jüngern, aber getragen von Gott, den er Vater nannte. Er wird auferweckt und kehrt zu Gott zurück. Christen glauben, dass er der Sohn Gottes ist, der für Gottes Wirken auf Erden gekämpft hat.

Ein Vergleich

Es berührte mich, wie unterschiedlich Buddha und Jesus sind. Anders als bei Buddha, ist für Jesus die Welt nichts Nichtiges, die es zu durchschauen und aus der es sich zurückzuziehen gilt. Bei Jesus gab es keine Suche nach einer «Privat-Erlösung». Bei ihm gab es keine Abkehr von der Welt, sondern eine Hinwendung zur Welt, für ihre Erlösung.

Jesus war also nicht nur der Sohn Gottes, wie die Bibel schreibt. Er ist der Sohn Gottes für mich. Er vermittelt mir ein Gottesbild mit menschlichem Antlitz und einem Herzen. Tief in mir spürte ich, dass ich zu Jesus gehören will. Mit 16 Jahren liess ich mich taufen und wurde Christ.

Heute bin ich katholischer Priester. Bei allem Respekt  vor Buddha und meiner ehemaligen Religion, bin ich froh und glücklich, dass ich Christ werden konnte. Weil dieser Glaube mich stärkt. Für mich ist Jesus der Massgebende. In seiner Nachfolge vermag ich wahrhaft menschlich zu handeln und auch zu leiden. Nicht nur zu leben, sondern auch zu sterben. Als Christ darf ich das Leben bejahen, in welcher Situation ich auch sein mag.

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Datum: 29.08.2014
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Livenet / © kath.net - Katholische Internetzeitung

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