ANGST VOR DEM VERSAGEN

Von Rick Boxx

Im Jahr 2000 sprach der Fernsehmoderater, Komiker und Unterhaltungskünstler Conan O’Brien vor Absolventen der Eliteuniversität Harvard, die auch seine Alma Mater war. Während viele Abschlussreden das Thema Erfolg abhandeln, konzentrierte er sich auf das Scheitern.

O’Brien sagte den jungen Menschen, die kurz vor dem Eintritt in die Arbeitswelt standen: «Als Harvardabsolventen ist Ihre größte Schwäche, dass Sie erfolgreich sein müssen.» Ein interessanter Gedanke, dass der Wunsch nach Erfolg eher eine Belastung als einen Vorzug darstellt. Dann erklärte er ihn.

«Erfolg ist ähnlich wie ein leuchtend weißes Dinnerjacket», sagte O’Brien. «Man fühlt sich toll, wenn man es bekommt, aber dann hat man furchtbare Angst, dass es schmutzig werden könnte, dass es auf irgendeine Weise ruiniert wird.» Er beendete seine Ansprache damit, dass er die jungen Menschen aufforderte: «Fallen Sie hin, machen Sie Dreck und auch manchmal etwas kaputt. Und denken Sie dran, dass die Geschichte immer weiter geht.»

Scheitern gehört zum Leben, so Conan. Anstatt Angst davor zu haben und es um jeden Preis zu vermeiden suchen, sollten wir daraus lernen, es annehmen und erkennen, dass es ein guter Lehrer sein kann. Wenn Sie Eltern sind, können Sie das gut verstehen. Ein Kind macht zunächst einen sehr unsicheren Schritt, wenn es das Laufen lernt. Dann versucht es noch einen Schritt – und fällt meistens hin. Bevor das Kind die wichtige Fähigkeit Gehen beherrscht, fällt es oft hin. Und selbst als Eltern fallen wir trotz bester Vorsätze manchmal auf die Nase. Aber wir lernen aus unseren Fehlern – Momente des Scheiterns sind wertvoll.

Das gleiche galt auch, als wir lernten, mit dem Fahrrad zu fahren. Bis wir die Balance halten konnten, fielen wir oft aufs Rad. Vielleicht sind wir sogar gestürzt. Aber wir haben es immer wieder versucht, bis wir aufrecht bleiben konnten und ganz plötzlich eine neue, schnellere Fortbewegungsart entdeckten.

Scheitern ist ein exzellenter Lehrer auf jedem Gebiet des Lebens, vom Führerschein über Verkaufspräsentationen bis zur ersten öffentlichen Ansprache. Der Kernpunkt ist, nicht auf das mögliche Scheitern zu fokussieren, sondern einen ersten Versuch starten, und wenn er nicht so gut ausfällt wie erhofft, noch einmal von vorne beginnen.

Wenn sie ehrlich sind, werden alle Führungskräfte und Manager zugeben, dass sie Fehler gemacht haben – auch gescheitert sind – während sie lernten, ihre Aufgabe gut zu machen. Und die weise Führungskraft lässt ihren Mitarbeitern die Freiheit, Fehler zu machen in dem Wissen, dass einige der größten Erfolge der Geschichte durch Scheitern erreicht wurden.

Das Neue Testament der Bibel macht diese Tatsache deutlich: «Und machen wir nicht alle immer wieder Fehler? Wem es freilich gelingt, nie ein verkehrtes Wort zu sagen, den kann man als vollkommen bezeichnen.» (Jakobus 3, 2) Etwas früher steht in diesem Buch folgende erstaunliche Aufforderung: «Meine Brüder und Schwestern, nehmt es als Grund zur Freude, zur reinsten Freude, wenn ihr in vielfältiger Weise auf die Probe gestellt werdet.» (Jakobus 1, 2 Die Gute Nachricht). Mit Freude Proben, Schwierigkeiten und Widrigkeiten begegnen? In den folgenden Versen steht der Grund: «Denn ihr wisst: Wenn euer Glaube erprobt wird, führt euch das zur Standhaftigkeit; die Standhaftigkeit aber soll zum Tun des Rechten und Guten führen, damit ihr in jeder Hinsicht untadelig seid und euch zur Vollkommenheit nichts mehr fehlt.» (Jakobus 1, 3–4 Die Gute Nachricht).

Wenn wir scheitern, müssen wir wieder aufstehen und nicht aufgeben. Das wird den Erfolg, wenn wir ihn erreichen, viel lohnender machen.


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