Göttliche Führung

Wegwort der ökumenischen Bahnhofkirche Zürich HB vom 27.November 2008

Gott führt uns an Orte wo die Seele sich erholen kann. Gott führe uns auf dem rechten Weg, dorthin wo uns nichts mangelt, heisst es dann weiter.

Solange die Tage und Wochen in unserem Sinn verlaufen, haben wir kaum Anlass über göttliche Führung nachzudenken. Solange das Leben gelingt, sind mit Gott einverstanden. Was aber, wenn wir in Konflikte geraten oder wenn Menschen uns zu tragen geben? Dann wird es schwierig auch darin Gottes Führung zu erkennen.

Viel eher machen wir dann Andere für das Missgeschick verantwortlich; wir suchen nach dem Schuldigen für unser Leiden. Bis wir einsehen, dass Gott uns auch mit „negativen“ Ereignissen führen kann, brauchen wir manchmal viel Zeit.

Wir begegnen dieser Form seiner Führung dort, wo wir auf dem Lebensweg nicht voran kommen. Dann hilft es sich der Frage zu stellen: „Worauf will Gott mich aufmerksam machen, wenn ich wiederholt dem Neid begegne oder wenn ich heftig abgelehnt werde?“

Die Frage nach dem, was das eigene Verhalten bei Mitmenschen auslöst, kann da weiterhelfen. Denn auch wenn wir uns als Opfer in der Sachebene verstehen, so können wir auf der Beziehungsebene gleichzeitig Täter sein. Ein Konflikt könnte dann also auch ein Hinweis darauf sein, dass es mit dem eigenen Respekt vor dem Anderssein der Mitmenschen hapert. Denn man kann auch mit hohen Idealen und gut gemeinten Ratschlägen andere bedrängen. Menschen wehren sich dann eben dort, wo sie können.

Gott führt uns auch in Situationen in denen wir Demut und Dankbarkeit üben können. Kürzlich machte mir ein heftiger Virenbefall bewusst, wie rasch die eigenen Pläne durcheinander geraten können. Mein sonst so zuverlässiger Körper streikte plötzlich.

Aber gerade als ich so hilflos war und die Kräfte mich verlassen hatten, durfte ich auch Wunderbares erfahren. Das war die Zuwendung, und die liebevolle Fürsorge der Menschen, die für mich da waren. So wies Gott mich unvermutet auf die Personen hin, die für mich wichtig sind. Mir wurde auch deutlich bewusst, wie viel Kraft und Trost das Mitgefühl anderer in einem solchen Moment bedeuten kann.

Auch mit einem Virus kann Gott uns zu der Aue lenken, wo die Seele sich erneuert.

Datum: 30.11.2008
Autor: Roman Angst
Quelle: Bahnhofkirche Zürich

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