"Und der Herr wandte sich um und sah Petrus an. Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Herrn . . . Und er ging hinaus und weinte bitterlich." Lukas 22,61-62

Die Wiederherstellung des Petrus wurde durch zwei äussere Mittel herbeigeführt. Ich denke gern an die seltsame Verbindung: das Krähen des Hahnes und der Blick des Herrn.



Ich sehe in diesem armen Hahn ein passendes Bild für mich selbst. Mein Predigen ist ein armseliges Krähen; aber ich hoffe, dass sich des Meisters Blick mit meiner schwachen Predigt verbinden wird.



Wenn du ausgehst und versuchst, eine Seele für Christus zu gewinnen, dann sage dir dabei: "Ich selbst bin unfähig, ein hartes, aufrührerisches Herz zu schmelzen; aber der Herr kann meine Worte gebrauchen."



In dem Blick des Herrn erkenne ich zuerst seine sorgende Liebe. Der Herr ist gebunden, er wird angeklagt, man hat ihn ins Gesicht geschlagen, aber seine Gedanken sind bei dem irrenden Petrus.



Gelobt sei sein Name, dass er immer ein Auge für sein Volk hat, ob er nun verachtet oder verherrlicht ist!



Ich betrachte gern seine grenzenlose Herablassung. Hätte unser Herr seinen Blick auf Johannes gerichtet, so würde uns das nicht verwundern. Aber der Herr blickt auf den, von dem wir uns unwillkürlich abgewandt hätten, nachdem er sich so jämmerlich betragen hat. Dass der Herr der Herrlichkeit einen Jünger ansieht, der ihn verleugnet hat, ist grenzenlose Herablassung.



Ich sehe in dem Blick des Herrn auch eine freundliche Weisheit. Er wusste am besten, was Petrus nötig hatte. So sprach er nicht zu ihm, sondern sah ihn an. Er hatte früher zu ihm gesprochen, und diese Stimme hatte ihn zum Menschenfischer gemacht. Jesus hatte Petrus die Hand gereicht, um ihn vor dem Ertrinken zu bewahren. Aber diesmal gibt er ihm weder Stimme noch Hand, sondern das, was Petrus jetzt braucht: Der Herr blickte Petrus an.



Wie weise wählt der Herr stets die Art, in welcher er seine Liebe ausdrückt, um das Beste in uns zu bewirken. Keine Worte hätten ausdrücken können, was in diesem Blick des Erbarmens lag.

Datum: 08.04.2006
Autor: Charles H. Spurgeon
Quelle: Auf dein Wort

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