«Lebenswende»

Ehrung für christliche Drogentherapieeinrichtung

«Lebenswende» ist Name und Programm einer christlichen Drogentherapieeinrichtung in Frankfurt. Zum 70. Geburtstag der Gründerin Hertha-Maria Haselmann besuchte sie der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und ehrte sie für mehr als 40 Jahre fruchtbare Arbeit unter Drogenabhängigen.

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Gründerin der christlichen Drogentherapieeinrichtung Hertha-Maria Haselmann
Lebenswende e.V. betreibt zwei Rehabilitationszentren in Frankfurt am Main und eines in Hamburg. Zusammen bieten sie 30 Therapieplätze für suchtabhängige Frauen und Männer zwischen 18 und 45 Jahren. Bürgermeister Feldmann betont laut Idea: «Sie unterstützen mit grossem Erfolg den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.» Er unterstrich in seiner Ehrung, dass jedes Suchtopfer eines zu viel sei. 2013 gab es in Frankfurt am Main 29 Drogentote, im Jahr zuvor waren es 21. In ganz Deutschland starben im vergangenen Jahr 1'002 Abhängige an den Folgen ihres Drogenkonsums.

Die Erfolgsgeschichte der «Lebenswende»

1978 begann die Arbeit der «Lebenswende» als Drogenhilfe der Deutschen Evangelischen Allianz mit einem betreuten Wohnprojekt. Kaum jemand gab dieser Idee damals eine grosse Überlebenschance. Heute, nach über 30 Jahren, besteht die diakonische Arbeit noch immer. Seit der Gründung wurden über 900 junge Menschen mit Drogen-, Alkohol-, Medikamenten- und Spielsüchten in den Häusern Metanoia, Falkenstein und Dynamis aufgenommen. Die Leiterin, Hertha-Maria Haselmann, freut sich, dass die meisten ihre Therapie abgeschlossen hätten. 90 Prozent hätten Ausbildungs- oder Arbeitsplätze gefunden, 70 Prozent den Ausstieg geschafft.

Im Mittelpunkt: Gott

Die definierten Ziele der «Lebenswende»-Einrichtungen sind:

  • Ohne Drogen leben.
  • Werte neu erlernen.
  • Mensch sein, wie Gott ihn gemeint hat.

Deshalb steht im Mittelpunkt der Therapie das Einüben eines an der Bibel orientierten christlichen Lebensstils. Auch Andachten und Gottesdienstbesuche gehören zum therapeutischen Alltag. Pfarrer Friedrich Meisinger, Vorstand des Lebenswende e.V. betont allerdings: «Wir sind nicht dazu da, Heilige zu produzieren, sondern zu helfen, den Schaden von Menschen zu heilen.»

Es geht nur ganz ohne Drogen

Haselmann freut sich über die Unterstützung des Frankfurter Oberbürgermeisters bei ihrem Anliegen, dass Menschen ein Leben ganz ohne Drogen führen. Die Versuche, Heroinabhängigen zum Beispiel mit Hilfe von Methadon den Ausstieg aus ihrer Sucht zu ermöglichen, sind nach Ansicht der «Lebenswende» gescheitert. Die Leiterin meint: «Unsere Erfahrung ist: Die Substitution führt nicht zum Ausstieg, sondern in die noch stärkere Abhängigkeit. Wir sind davon überzeugt: Ein neues Leben gelingt nur durch den völligen Verzicht auf Drogen.» Der christliche Glaube könne die Kraft dazu vermitteln.

«Ich habe gelernt, Menschen zu lieben»

Hertha-Maria Haselmann, Mitbegründerin und Leiterin der «Lebenswende» feierte am 28. August ihren 70. Geburtstag. Die studierte Betriebswirtin denkt noch lange nicht ans Aufhören. «Ich habe gelernt, Menschen zu lieben und zu achten», sagt sie zu ihrer Motivation. Und dass Gottes Macht grösser sei als ihre Berührungsängste. Haselmann erhielt 2009 für ihren Einsatz das Bundesverdienstkreuz am Bande. Bis 2012 gehörte sie zum Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz. Darüber hinaus war sie als stellvertretende Vorsitzende im Präsidium des Hilfswerks World Vision tätig, dessen Trägerverein sie weiter angehört.

Zur Webseite:
Lebenswender-Drogenhilfe (Deutschland)
Arbeitsgemeinschaft christlicher Lebenshilfen (Schweiz)

Zum Thema:
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Datum: 31.08.2014
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet / idea

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