Pioniere der Hilfsbereitschaft
Stiftung sbe feiert 25-jähriges Bestehen
Die drei Buchstaben sbe stehen für „soziale und berufliche Eingliederung“. An der Feier zum 25-Jahr-Jubiläum der Stiftung sbe am 16. August, ging es auch um die 5. IV-Gesetzesrevision. Ihr Prinzip „Eingliederung vor Rente“ sei ein grosser Schritt in die richtige Richtung, sagte Gründer und Geschäftsführer Paul Mori. Das Umdenken habe bewirkt, dass Betroffene nicht mehr jahrelang warten müssten, bis sie wirksame Hilfe erhielten. „Für uns hat sich die gute Zusammenarbeit mit der IV bewährt, und gemeinsam haben wir überzeugende Fakten geschaffen“, sagte Mori.
Hoher Aufwand – und Erfolgserlebnisse
Weil aber die Hürden für die Integration in die Arbeitswelt für viele Betroffene unendlich hoch scheinen, sind nach Mori auch hohe Personalressourcen erforderlich, „um ihnen aus dieser Sackgasse heraus zu helfen“. Dabei gebe es Stolpersteine wie Motivationsverlust und Resignation. Andererseits erlebe man sehr ermutigend, wie die vorhandenen Ressourcen der jungen Leute aktiviert und die angestrebten Ziele erreicht werden könnten.
Die Stiftung sbe bietet für 44 Klientinnen und Klienten drei Zentren mit unterschiedlichen Konzepten an, die spezifisch auf die Defizite und den Stand der Rehabilitation eingehen. Sie befinden sich in Wattenwil bei Thun, im Emmentaler Ort Trubschachen und in den Freibergen. Mut
IV-Chef: Richtige Zielgruppe
An der Jubiläumsfeier würdigte Markus Gamper, Chef der IV-Stelle Bern, den Pioniergeist der Stiftung sbe. Bei der 5. IV-Revision liege der Hauptfokus genau auf dieser Zielgruppe. Gamper wies dabei auf Forschungsergenbisse hin, nach denen die Chancen für die Eingliederung am grössten sind, wenn die Eingliederungsmassnahmen möglichst wirtschaftsnah erfolgen.
Die SBE-Stiftung solle sich daher in den nächsten Jahren noch stärker um wirtschaftsnahe Massnahmen bemühen, empfahl Gamper. So könnten die Wohnheime kleiner werden und stattdessen mehr Leute in der freien Wirtschaft eingegliedert und begleitet werden. Patric Bhend, Thuner Stadtrat und SP-Grossrat, betonte, dass solche Massnahmen möglichst vor dem 30. Altersjahr erfolgen müssten, wenn sie erfolgversprechend sein sollen.
Paul Mori will sich weiterhin für das Prinzip „Eingliederung vor ‚Gnadenbrot des Staates’ (Rente)“ einsetzen. Ziel der Stiftung sei, möglichst viele junge Leute „mit psychischen und sozialen Einschränkungen“ in eine Lehre oder Anlehre zu führen.
Bearbeitung Livenet
Quelle: ideaSpektrum Schweiz
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