«Vater der Vaterlosen»

Vom Strassenjungen zum Millionär – und zum Waisenvater

Von den Eltern verstossen wuchs Charles Mully auf der Strasse auf. Mit 16 wollte er sich das Leben nehmen. Nachdem er in Jesus Christus seinen Lebenssinn fand, wurde er Self-made Millionär, der in einer der reichsten Gegenden in der kenianischen Hauptstadt Nairobi lebte. Dann spürte er, dass Gott ihn rief, sich um arme Kinder zu kümmern.

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Charles Mully
Charles Mully (68) gab sein schön eingerichtetes Wohlstandsleben auf und gründete die «Mully Children's Family», eine Hilfsorganisation, die sich um mittlerweile rund 15'000 Kinder gekümmert hat. «Ich ging im Glauben und nicht im Sehen voran, alles, was ich besitze, gehört Gott», sagt Mully. Deshalb sei es für ihn nicht schwierig gewesen, alles aufzugeben. «Wenn ich mich ihm ausliefere, lässt er mich nie fallen. Und als Resultat daraus konnten viele Menschen verändert werden.»

«Mully»

Seine Lebensgeschichte erscheint derzeit in den USA im Kino, der Film trägt den Titel «Mully».

Seine Kindheit verlief nicht vielversprechend. Im Alter von sechs Jahren wurde er von seiner Familie verstossen. Er überlebte durch das Betteln auf der Strasse. «Ich wuchs arm auf. Vater war Alkoholiker, er missbrauchte mich und meinen Bruder. Eines Tages erwachte ich und stellte fest, dass meine Familie weg war. Das war sehr schwer für mich.» Nach zehn schwierigen Jahren auf der Strasse – mittlerweile war er Teenager – war Charles nahe dran, sich das Leben zu nehmen. Doch dann lud ihn jemand in eine christliche Gemeinde ein und er hörte zum ersten Mal das Evangelium.

Die Wende

«Als ich das Wort Gottes hörte, veränderte mich das für immer», erinnert er sich. «Es gab mir Sinn und Motivation für das Leben.» Er fand einen Job und eine Frau, Esther Nthenya. Sein beruflicher Erfolg wuchs und er konnte seiner Frau und den – mit der Zeit – acht Kindern einen komfortablen Lebensstil ermöglichen.

Gleichzeitig war er überzeugt, dass Gott für ihn noch mehr auf Lager hat. Er liess sein Geschäft zurück und öffnete zusammen mit seiner Frau das Haus für Waisen. «Die Menschen dachten, ich sei verrückt. Meine Frau und ich erlebten Ablehnung und Spott. Doch Gott liegt nie falsch. Er ist ein Gott der Liebe, des Friedens, der Freiheit und des Gehorsams.»

Er will andere inspireren

Seit 1989 veränderte Kenias «Vater der Vaterlosen» mehr als 15'000 Kinder durch ein ganzheitliches Programm, mittlerweile ist das Werk das grösste dieser Art in Afrika. Viele «seiner» Kinder seien mittlerweile erfolgreiche Berufsleute, Ärzte und Anwälte. Die Bibel sagt, «ich kann alles durch Christus, der mir die Kraft dazu gibt», zitiert Mully. «Die Organisation ist ein Erfolg, aber nicht wegen mir, sondern durch den Herrn. Durch Gott ist alles möglich, zum Wohle der Menschheit.»

Mit seiner Lebensgeschichte will er andere Christen motivieren, sich um Wittwen und Waisen zu kümmern, wie dies in der Bibel beschrieben wird. «Im Westen arbeiten viele, um Wohlstand und Geld, Geld, Geld zu verdienen. Wenn Gott uns ruft, müssen wir hinhören. Es gibt so viele arme Brüder und Schwestern auf der Welt und wir sind aufgerufen, mit ihnen das wenige, das wir haben, zu teilen.»

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Datum: 05.10.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Gospel Herald

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