Für Flüchtlinge engagiert

«Schweizer und Migranten sollen sich auf Augenhöhe begegnen»

Christen sind willig, Flüchtlingen beizustehen. Dies beobachtet Kathrin Anliker von der Beratungsstelle für Integrations- und Religionsfragen (BIR). Diese der Schweizerischen Evangelischen Allianz angegliederten Organisation steht mit ihrem Experten-Netzwerk jenen bei, die helfen wollen, begonnen bei Deutschkursen bis hin zu Wohnraum. Livenet unterhielt sich mit BIR-Leiterin Kathrin Anliker.

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Kathrin Anliker
Livenet: Was genau tut die BIR?
Kathrin Anliker: Die BIR steht Christen und Kirchgemeinden zur Verfügung in Fragen, die in der Begegnung mit Flüchtlingen entstehen. Dies können ganz praktische Fragen zum Asylverfahren oder Integrationsprozess sein, insbesondere jedoch im Zusammenhang mit verfolgten und bedrängten Christen. Die BIR verfügt über ein Netzwerk von sprach- und kulturkompetenten Experten auf nationaler und internationaler Ebene. Die BIR, welche via Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit AGR der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA angehört, will die lokalen Gemeinden in der Integrationsarbeit unterstützen – bei Fragen werden wir gerne kontaktiert.

Wie engagieren sich Christen heute für Flüchtlinge, nachdem die grosse Welle vor mittlerweile mehr als einem Jahr anrollte?
Uns sind zahlreiche Projekte bekannt, welche bereits vor der Welle entstanden sind und bis heute anhalten: Deutschkurse, Begegnungstreffs, Privatunterbringungen von Flüchtlingen, Kulturschulen und so weiter. Die Flüchtlingswelle hat uns alle jedoch thematisch sensibilisiert und somit hat das Engagement von Ehrenamtlichen zugenommen, auch unter Christen. Wir wünschen uns, dass die Kirchen längerfristig engagiert bleiben.

Sie laden unter anderem dazu ein, Flüchtlinge aufzunehmen – ist die Bereitschaft dazu gross?
Ja, die SEA ruft auf ihrer Webplattform flüchtlingen-helfen.ch dazu auf und wir als BIR unterstützen diese Idee. Es melden sich wöchentlich Personen mit verfügbarem Wohnraum, aber noch immer werden Gastfamilien gesucht, diese können sich gerne bei der SEA melden (flüchtlingen-helfen.ch/wohnraum).

Was raten Sie Menschen, die sich engagieren wollen?
Vernetzen Sie sich mit anderen Engagierten, tauschen Sie sich aus und nutzen Sie Synergien. Holen Sie sich Hilfe und geben Sie Ihr Know-How weiter. Werden Sie enttäuscht, geben Sie nicht auf – gehen Sie weiter, in der Vergebung und Liebe. 

Was ist Ihr Herzensanliegen?
Wir möchten sehen, dass die Kirche der Not noch vermehrt begegnet und echte Freundschaften zwischen Schweizern und Migranten entstehen – auf Augenhöhe! Insbesondere Glaubensgeschwister, die in die Schweiz geflohen sind, sollen Anschluss an die Gemeinden finden. Melden Sie uns Fälle von bedrängten Christen, zum Beispiel Konvertiten, in der Schweiz, wir wollen gemeinsam für ihr Recht auf Religionsfreiheit einstehen!  

Zum Thema:
Flüchtlingen koordiniert helfen: SEA-Taskforce für Flüchtlingshilfe wird aktiv
Flüchtlinge werden Christen: Ein Phänomen – auch in der Schweiz
Brot, Bett oder Hilfe: «All in one»-App für Hilfesuchende ist gestartet
Patenschaften für Immigranten: «Ihr Alltag ist anfänglich oft sehr herausfordernd und überfordernd»

Datum: 22.01.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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