Suizidgedanken

Das Sorgentelefon «Dargebotene Hand» berät vermehrt auch online

Zoom
Die Online-Nachfrage wächst, meldet die als «Sorgentelefon» bekannte Organisation «Dargebotene Hand» (5. Februar). Meist meldeten sich auf diesem Weg jüngere Menschen, Suizid sei häufiger ein Thema. Gespräche blieben aber das zentrale Angebot der Telefonnummer 143.

Die «Dargebotene Hand» verzeichnet für das Jahr 2017 eine leichte Zunahme bei den Telefonberatungen. Über 170'000 Telefongespräche verzeichnete die Organisation laut einer Mitteilung vom 5. Februar. Diese haben gegenüber dem Vorjahr um rund 3 Prozent zugenommen.

Nicht alle Chat-Anfragen bewältigen

Zoom
Grafik zur Online-Beratung 2017 der «dargebotenen Hand».
Deutlicher ist die Zunahme jedoch bei den Onlineberatungen. Dort haben die Kontakte um fast 15 Prozent zugenommen. Allerdings ist der Online-Anteil mit 6'158 Kontakten deutlich kleiner als die Anzahl Telefonate. Doch er wächst.

Die Regionalstellen können gemäss Mitteilung längst nicht alle Chat-Anfragen bewältigen. Entsprechend wolle die «Dargebotene Hand» in den kommenden Jahren ihr Online-Angebot stärken, bestätigt Geschäftsführer Franco Baumgartner gegenüber ref.ch.

Tabu-Themen häufiger online

Die Onlineberatung, die aus Mail- und Chatkontakten besteht, werde von deutlich jüngeren Menschen genutzt als das traditionelle Telefonangebot, schreibt die Organisation in ihrer Mitteilung.  Ausserdem würden tabuisierte Themen wie Suizid online eher angesprochen. Das habe durchaus auch mit der Anonymität des Mediums zu tun, sagt Baumgartner.

Laut Medienmitteilungen spielte in den Telefongesprächen Suizid in rund 1,5 Prozent mehr oder weniger eine Rolle. «Am Telefon wird allerdings nicht grundsätzlich seltener über Suizid gesprochen als online», sagt Baumgartner. «Wir sprechen mit den Hilfesuchenden über eine breite Palette an Themen. Bei rund 170›000 Gesprächen fallen dann die Suizidgespräche statistisch weniger ins Gewicht», erklärt Baumgartner.

Mail an Suizidgefährdete

Nach wie vor gibt es auf Facebook die Möglichkeit, an suizidgefährdete Menschen in der Schweiz eine Mail zu schicken, die zum Gespräch mit der «Dargebotenen Hand» einlädt. Facebook führte die Funktion 2012 ein. 2013 hatten jedoch nur 27 User diese Einladung verschickt, wie die Organisation damals meldete. Unterdessen informiere Facebook aber nicht mehr über die Zahlen, sagt Baumgartner.

Zum Thema:
Broschüre der TelefonSeelsorge: «Suizidprävention – Damit das Leben weitergeht»

Leiter des Livenet-Chats: «Besonders Teenager suchen Seelsorge im Chat»
Dargebotene Hand: Die Drähte beim Sorgentelefon liefen 2014 heiss

Datum: 07.02.2018
Quelle: kath.ch

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um diesen Artikel zu kommentieren.
Anmelden
Mit Facebook anmelden

Publireportage

Täglich inspirierend
Auf Livenet.ch können der Mann und die Frau von nebenan ebenso in einer News-Meldung vorkommen wie der Hollywoodstar. Dieser einzigartige Livenet-Mix ist es, der die Macher wie auch die Leser begeistert.

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie interessieren

SRF-Arena zu «Ehe für alle»
Ein lesbisches Glamour-Paar und zwei sympathische schwule Männer standen den christlichen Vertretern in der Politsendung «Arena» des Schweizer...
Global Outreach Day 2018
In gut einer Woche erfolgt der siebte «Global Outreach Day»: Am 26. Mai 2018 ist jeder Christ in besonderer Weise aufgerufen, seine Mitmenschen zu...
Nächstes Jahr in Jerusalem
Der Eurovision Songcontest 2019 geht in Jerusalem über die Bühne: Mit ihrem Sieg in Lissabon holt die Sängerin Netta den weltweit grössten...
Meisterfeier am Pfingstsonntag
König Fussball hat die Stadt Bern fest im Griff. Das Ruhetagsgesetz hat er schon mal ausgehebelt. YB darf seine Meisterfeier am Pfingstsonntag...

Werbung

RATGEBER

Verlorene Zeit? Im Wartezimmer des Glaubens
In einer Zeit, wo Bewegung alles ist, klingt Warten schrecklich unpassend. Trotzdem durchlebt jeder...

Adressen

CGS ECS ICS

Werbung

VERANSTALTUNGEN

Samstag, 2. Juni 2018, ab 10.00 Uhr, Zürich

Livenet Service