Nationalratswahlen 2011

Urs von Bidder (BL)

Am 23. Oktober 2011 werden National- und Ständerat neu gewählt. In einer Livenet-Umfrage gehen Kandidatinnen und Kandidaten auf acht Fragen ein und sagen, was sie motiviert und was sie – sollten sie gewählt werden – in Bern verändern möchten.

Zoom
Urs von Bidder
Zur Person

Name, Vorname: von Bidder, Urs
Partei, Kanton: EVP Basellandschaft
Alter: 63
Zivilstand, Kinder: verheiratet, zwei
Wohnort: 4102 Binningen
Beruf, heutige Funktion: Primarlehrer, pensioniert
bisherige Ämter: Einwohnerrat, Landrat bis 6/2011, dort Präsident der Justiz- und Sicherheitskommission
Kirchenzugehörigkeit: reformierte Landeskirche
Hobbys: Politik, Musik, Basler Fasnacht
Homepage: keine

Meinungen und Positionen

In welchem Sinn motiviert Sie der Glaube an Jesus Christus zum politischen Handeln?


Jesus hat als Vertreter einer Minderheit seine Überzeugungen öffentlich vertreten. Er stellte sich gegen den Mainstream und gegen die damalige politische Mehrheit. Sein Glaube gab ihm Kraft und Hoffnung, die er auch seinen Mitmenschen schenkte.

Welche Eigenschaften unseres Gemeinwesens, der Eidgenossenschaft, möchten Sie als Politiker aus christlicher Überzeugung stärken?


A) Die direkte Demokratie ist zwar manchmal mühsam aber doch die wertvollste Errungenschaft unseres Staatswesens. Sie darf durch Machtansprüche einzelner Parteien nicht gefährdet werden.Die geforderte Volkswahl des Bundesrates ist eine solche Gefährdung.

B) Wenn sich auch das Familienbild in den letzten Jahren sehr verändert hat, ist die Familie trotzdem der Kern unserer Gesellschaft. Es gilt, sie zu stärken. Die Ungerechtigkeit, dass Verheiratete mehr Steuern zahlen und weniger AHV als Unverheiratete erhalten, muss endlich behoben werden.

Was ist zu tun, damit die Sozialwerke saniert werden können?

Unsere Erbschaftssteuerinitiative ist ein kleiner Baustein dazu. Im Bereich des Gesundheitswesens fordern wir eine öffentliche Krankenkasse, damit die Verwaltungskosten gesenkt werden können und damit die ungesunde und Kosten treibende Konkurrenz wegfällt.

Was muss getan werden, damit die Schweiz einen sauberen Finanzplatz hat?

Ich bin schwer enttäuscht, dass die Privatwirtschaft die Verantwortung für das Gemeinwohl offensichtlich nicht übernimmt und nur an sich und den kurzfristigen Profit denkt. Deshalb ist es unumgänglich, dass der Staat regulierend eingreift und zum Beispiel strengere Eigenkapitalvorschriften erlässt.

Andererseits muss auch der Staat, die Politik Verantwortung übernehmen und die Schulden generell abbauen. Schuldenabbau kommt vor Steuersenkungen!

Was muss getan werden, um die Jugend vor Süchten aller Art zu schützen (von der Inernetsucht bis zum Rauschtrinken)?

Die Suchtproblematik betrifft nicht nur «die Jugend»! Vor allem sollten die Erwachsenen durch ihr Vorbild den Weg zu einem suchtfreien Leben zeigen. Ein gefestigtes, gesundes Beziehungsnetz in Familie, Schule, Beruf und Freizeit hilft, Suchtverhalten zu vermeiden.

Deshalb dürfen in diesen Bereichen die Anstrengungen, auch die politischen, nicht nachlassen. Auch die Kirchen können viel dazu beitragen. Verbote nützen wenig! Kriminelle Anbieter oder Dealer müssen verfolgt und hart bestraft werden.

Was muss getan werden, damit die Stromversorgung der Schweiz sicher bleibt?

Seit Jahren stehe ich für den Ausstieg aus der Atomenergie ein. Das bedeutet aber, dass wir ernsthaft Energie sparen müssen. (Im Kantonsparlament habe ich eine entsprechende Motion eingereicht, welche auch überwiesen wurde.)

Erneuerbare Energiequellen sind zu fördern. Soweit es unsere Landschaft zulässt, muss die Wasserkraft genutzt werden.

Was möchten Sie als Parlamentsmitglied in Bern verändern?


Als Vertreter der Mitte sehe ich unsere Aufgabe darin, Brücken zwischen den Blöcken zu schlagen und kompromissfähige Lösungen zu suchen. EVP Präsident Heiner Studer sagte: Wir sind das Salz in der Politik.

Wie würde Jesus, wenn er als Wanderprediger heute ins Bundeshaus käme, auftreten – und was ansprechen? 


Er würde aufdecken, dass ein Teil unserer Volksvertreter nicht das Volk vertreten, sondern handfeste wirtschaftliche Interessen. So müssten zum Beispiel die Besitzer der Benzin saufenden Offroader, die überhaupt nicht auf unsere Strassen passen, schon längst dem Verbrauch entsprechende Steuern zahlen.

Weitere Wahlportraits

Webseite:
EVP

Datum: 06.10.2011
Quelle: Livenet.ch

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