Nationalratswahlen: Reto F. Denoth

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Reto F. Denoth
Name, Vorname: Denoth Reto F.
Partei, Kanton: EVP, St.Gallen
Alter: 52
Zivilstand, Kinder: verheiratet, 2 Söhne (20, 19)
Wohnort: St.Gallen-Bruggen

Beruf, heutige Funktion: dipl. Ing. HTL/STV, stellvertr. Sektionsleiter,
bisherige Ämter: Kantonsrat seit 1999, Mitglied des Zentralvorstands der EVP Schweiz, Gemeinderat Stadt St.Gallen bis 1990 bis1999
Kirchenzugehörigkeit: Freie evangelische Gemeinde (verschiedene Aufgaben), reformierte Landeskirche
Hobbies: Lesen, Musik, Wandern, Fotografieren, Garten, Hydrogeologie,

In welchem Sinn motiviert Sie der Glaube an Jesus Christus zu politischer Tätigkeit?
Ist mein Fundament, aus dem ich Kraft schöpfe, für den Dienst am Menschen, für den Schutz des Lebens und der Familie sowie der Umwelt.

Welche Eigenschaften unseres Gemeinwesens, der Eidgenossenschaft, möchten Sie als Politiker aus christlicher Überzeugung stärken?
Glaubwürdig- und Vertrauenswürdigkeit, Ehrlichkeit, Gemeinwohl vor Eigennutz, Berechenbarkeit und Nachvollziehbarkeit politischer Beschlüsse.

Wie beten Sie für die Schweiz und ihre Behörden?
Es ist ein biblischer Auftrag, für die Obrigkeit zu beten. Fürbitte ist unentbehrlich.

An welchen Punkten, auf welchen Ebenen muss eine Gesundung des Gesundheitswesens realistisch angegangen werden?
Verstärkung der Gesundheitsprävention auf allen Ebenen und in allen Bereichen mit dem Ziel, dieVerantwortung für eine gesundheitsfördende Lebensweise zu stärken. Dies wird langfristig das Gesundheitswesen entlasten. 2. Ineffiziente Strukturen bei den Privatversicherern verbessern. 3. Vor allem die Kostensteigerung im ambulanten Bereich ist durch geeignete Massnahmen zu bremsen, soweit sie nicht Folge der Alterstruktur der Bevölkerung sind. 4. Spitzenmedizin nur in wenigen Zentren.

Wenn der Bund sparen muss, wo soll er Schwerpunkte setzen?
Das sparsame Haushalten muss in allen Bereichen durch verantwortungsvolle Kommissionsarbeit von Politikern, die wirtschaftlich von Einzelinteressen unabhängig sind, Einzug halten, besonders im Projekt- und Subventionsbereich sowie beim Strassenbau.

Welche Ziele soll die Drogenpolitik verfolgen? Was soll der Staat bezüglich Cannabis-Konsum tun?
Ich setze mich für den Schutz der Menschen ein und lehne deshalb die Cannabis-Legalisierung wegen der verheerenden Signalwirkung auf Jugendliche ab. Befürworte Hilfestellung zum Ausstieg.

Wie soll sich die Schweiz in Europa positionieren - was kann sie einbringen?
Die Schweiz ist keine Insel inmitten von Europa. Einbringen kann sie die gute Seite eines gelebten, solidarischen aber nicht konservativen Föderalismus. Partnerschaft und bilaterale Abkommen sind nach dem Volks-Nein die gangbaren Wege.

Was möchten Sie während Ihrer Amtszeit in Bern verändern?
Themenschwerpunkte: Dienst am und für Menschen, Schutz des Lebens, Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien und für die Umwelt. "Politik misst sich an Werten und langfristigen Zielen, die mit Sachkenntnis und Ausdauer zu Gunsten von Menschen und Umwelt umgesetzt werden müssen. Die Schweiz ist weder ein Selbstbedienungsladen noch eine Dividenden abwerfende Aktiengesellschaft. Sie soll auch nicht eine Ego-Genossenschaft sein."

Wie würde Jesus, wenn er als Wanderprediger heute ins Bundeshaus käme, auftreten - und was ansprechen?
Er wäre zunächst traurig, feststellen zu müssen, dass wenig nach ihm gefragt wird. Vermutlich würde er wie damals bei den Pharisäern den herzlosen Umgang mit Menschen einerseits, andrerseits wie beim Schalksknecht das schlechte Haushalten mit den anvertrauten "Pfunden" anprangern. Einigen Parteistrategen würde er die Aufwiegelung des Volkes vorwerfen und die Hetze gegen staatliche Einrichtungen und insbesondere gegen den Bundesrat vorhalten und sie fragen: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein! Auf ihre Heuchelei würde er etliche Politiker und Politikerinnen ansprechen: weshalb sie Wasser predigen und selbst Wein trinken.

Am 19. Oktober werden National- und Ständerat neu gewählt. In einer Livenet-Umfrage gehen Kandidatinnen und Kandidaten auf neun Fragen ein und sagen, was sie motiviert und was sie - sollten sie gewählt werden - in Bern verändern möchten.

Datum: 02.10.2003
Quelle: Livenet.ch

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