Medienexperten: Kirchliche Presse unverzichtbar

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Roland Rosenstock
Göttingen/Hannover. Evangelische Kirchenzeitungen seien nur zukunftsfähig, wenn die kirchlichen Presseverbände als Herausgeber stärker zusammenarbeiteten, um sich die Kosten und das Risiko zu teilen, sagte der Geschäftsführer des hannoverschen Lutherischen Verlagshauses, Christof Vetter. Auch der Medienforscher Professor Roland Rosenstock ist der Ansicht, die Möglichkeiten von Kooperationen seien noch längst nicht ausgeschöpft.

Die Kirchengebietspresse werde für die innerkirchliche Demokratie gebraucht, sagte Rosenstock bei einer Podiumsdiskussion zum Thema «Kirchliche Presse zwischen kritischem Journalismus und Eigenwerbung». Die Menschen identifizierten sich mit der Region, in der sie lebte. «Die Kirchenzeitungen kümmern sich auch um den Kirchturm vor Ort», sagte Rosenstock. Die Kirchenpresse müsse ihre Chance nutzen und sich auf ihre Zielgruppe einstellen, der älteren Leser ab 55 Jahre. «Wir werden kein kirchliches Medium erfinden können, das alle Menschen zwischen sechs und 90 Jahren erreicht», ergänzte Vetter.

Die Kirchenpresse brauche auch die Unterstützung der Pfarrerschaft, sagte Vetter, der selbst Pastor und Journalist ist: «Pastorinnen und Pastoren, die auf die Kirchengebietspresse schimpfen, haben nicht begriffen, was ihnen damit wegbricht.» Zum Beispiel sei der kirchliche Buchmarkt durch das gemeinsame Marketing eng mit den Kirchenzeitungen verknüpft. Auch wenn sich mancher Theologe durch die Inhalte der Kirchenpresse nicht selbst angesprochen fühle, gebe es Gemeindemitglieder, die dies anders empfänden, sagte Vetter.

Datum: 28.03.2009
Quelle: Livenet / epd

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