Abed hilft in Syrien

«Wenn ich allein bin, weine ich wie ein Baby»

Trotz traumatischen Erlebnissen haben sich viele syrische Christen entschieden, im Land zu bleiben, um ihren Nachbarn beizustehen. Die Last ist schwer. «Wenn ich draussen bin, bin ich stark», sagt Abed, einer der Helfer. «Aber wenn ich alleine bin, weine ich wie ein Baby.»

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Viele syrische Christen haben sich entschieden, zu bleiben, um ihren Nachbarn beizustehen.
Viele Christen bleiben, um ihren Nachbarn zu helfen. Sie unterstützen zum Beispiel Hilfswerke wie «Baptist Global Response», das Hilfswerk der Baptisten-Gemeinden, bei der Lebensmittelverteilung. Familien erhalten dadurch Decken und medizinische Versorgung. Und Kinder, die teilweise während mehreren Jahren nicht mehr zur Schule gehen konnten, erhalten wieder Bildung.

Ein Mitarbeiter zitierte vor syrischen Christen den Vers aus 2. Korinther 1,4: «In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so dass wir auch andere trösten können, die wegen ihres Glaubens leiden müssen. Wir trösten sie, wie Gott auch uns getröstet hat.» Er hielt fest: «Wir müssen in diesem Sinne handeln und es nicht Gott überlassen. Der Leib Christi muss sich um den Teil kümmern, der leidet.»

Es wird eng

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Zu den zerstörten Gebäuden gehören auch Bildungstätten.
Täglich sind mehr Syrer von der Gewalt und dem ökonomischen Absturz betroffen. «Kämpfe in ihren Heimatstädten haben viele Menschen dazu gebracht, in andere Gegenden zu ziehen und ihr Häuser und Existenz hinter sich zu lassen.» Viele haben Mühe, ihre Familien zu ernähren. Mangelndes Einkommen und nachlassende Ersparnisse verunmöglichen es manchen, für Essen, Medizin, Wohnung und Elektrizität aufzukommen.

Die syrische Christin Joy (Name geändert) sagt, Gott habe sie gerufen, sich um die Kinder zu kümmern, die sie auf der Strasse sieht. Denn viele Kinder besuchen seit Ausbruch des Krieges im Jahr 2011 keine Schule mehr.

«Wir stehen bei»

Der Schulweg ist gefährlich, und zahlreiche Bildungsstätten sind zerstört worden oder werden als Spitäler für die Milizen verwendet. Manche der Kinder haben mittlerweile grundlegende Kenntnisse wie Lesen und Schreiben verloren.

Joy gibt Kindern Hoffnung. Sie will, dass jede Person erfährt: «Du bist nicht alleine, Gott hat dir ein Leben geben. Und sie sollen sehen, dass wir ihnen beistehen.» Abed (Name geändert) glaubt, dass Gott ihn bestimmt hat, in seiner Heimatstadt zu bleiben und die Liebe Christi jenen näherzubringen, die bedürftig sind. «Die Lage jener, die im eigenen Land vertrieben sind, wird immer schlimmer. Am Anfang tauschten die Menschen, die Geld brauchten, Gold oder andere Wertsachen ein. Heute haben sie keinen Besitz mehr.»

Tränen trotz starkem Herzen

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Kinder gehören zu den Hauptbetroffenen des Krieges.
Abed: «Der Herr hat mir geholfen, dass ich Ressourcen finden konnte, doch das Ganze übersteigt meine Möglichkeiten.» Durch das Baptisten-Werk kann er Vertriebenen helfen, manche finden auch wieder eine kleine Arbeit.

Abed fasst es so zusammen: «Täglich versuche ich, mich zu stählen und als Mann stark zu sein, wenn ich draussen bin und den Menschen helfe. Doch wenn ich allein bin, weine ich wie ein Baby.» Doch sein Herz ist stark: «Der Herr ist gerecht, und ich weiss, dass er einen Weg hat, den wir gehen müssen.»

Das Werk bittet um Gebet für die Christen in Syrien, dass sie ihre Verletzungen überwinden können, und dass Gott ihnen Kraft gibt, ihre Nachbaren zu lieben.

Zum Thema:
Christen im Irak: «Der Westen lässt uns alleine – Gott nicht!»
Aufbruch in Flüchtlingslagern: «Überall werden Zeltkirchen eröffnet»
Gottesdienst für Syrien und Irak: «Ihr Elend schreit zum Himmel – und wir tun es auch»

Datum: 15.10.2014
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet.ch / Baptist News

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