Freikirchen und die Flüchtlinge

Den persönlichen Bezug zu den Migranten herstellen

Die Flüchtlingsdramen rütteln auf. Auch Freikirchen lassen sich zum Handeln bewegen, wie die folgenden drei Beispiele zeigen.

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Deutschkurs für Migranten (Symbolbild)
Eine spontane Livenet-Umfrage fördert eine grosse Vielfalt von Aktivitäten und Initiativen zutage. Daraus drei Beispiele.

Mennoniten: von Tavannes bis Syrien

Für die Mennoniten gehört der Einsatz für Benachteiligte und Notleidende zum Kernauftrag. Und dazu gehören gerade die Flüchtlinge. Für Flüchtlinge vor Ort setzt sich zum Beispiel die  französischsprachige Mennonitengemeinde in Tavannes ein. Sie übersetzt ihre Gottesdienste auf Arabisch und stellt ihre Räumlichkeiten für viele Aktivitäten von Flüchtlingen (Sprachkurse, auch Arabischkurse für Schweizer) aus dem arabischen Raum zur Verfügung. Die Gemeinde pflegt intensiven Kontakt zu Ekramy Awed, der die Evangelische Arabische Gemeinde der Schweiz leitet.

Die Mennoniten-Gemeinde Schänzli in Muttenz entwickelt ein Projekt mit dem Ziel, der politischen Gemeinde ein Begleitungsangebot für Flüchtlinge in den ersten Monaten anzubieten. Schon jetzt hat die Gemeinde zahlreiche Kontakte zu asylsuchenden Familien, auch zu solchen, die nach Jahren in der Schweiz abgeschoben werden.

In der Flüchtlingshilfe arbeiten die Mennoniten-Gemeinden vor allem mit dem Mennonite Central Comittee MCC zusammen, wie Jürg Bräker, Generalsekretär der Konferenz der Mennoniten in der Schweiz, gegenüber Livenet erklärt. Das MCC unterhält eine umfassende Flüchtlingsarbeit in Syrien und den umliegenden Ländern. In der Schweiz organisiert eine Nothilfegruppe die Nothilfe in vielen Formen, z.B. mit dem Nähen von Quilts, die an Flüchtlinge in Syrien verteilt werden. Sie organisiert «Kesselaktionen», das heisst, Eimer, die mit Hygieneartikeln gefüllt und vom MCC in Flüchtlingscamps verteilt werden. Es werden auch gestrickte Socken gesammelt und über dieselben Kanäle verteilt. All diesen Projekten ist gemeinsam, dass sie nicht nur nötigste Überlebenshilfe bieten, sondern durch den persönlichen Bezug der Spender mit den Bedürftigen herstellen. «Quilts bringen neben Wärme auch Schönheit und etwas von einem Heim zurück und drücken etwas von der Zeit und der Liebe aus, die die Spender investiert haben», erklärt Jürg Bräker dazu.

Kirche im Prisma: Sprachkurse und Begegnung

Auch die Kirche im Prisma in Rapperswil, die zum Bund FEG gehört, ist seit mehreren Jahren mit Flüchtlingen unterwegs. Die Verantwortliche für diesen Arbeitszweig, Eva Brunner, erklärte gegenüber Radio Life Channel, der Schwerpunkt liege dabei auf Sprachkursen, die Asylsuchenden mit dem Status N angeboten werden. Denn diese erhielten oft keine Kurse von staatlichen Stellen angeboten. Die Kurse werden von freiwilligen Helfern der Gemeinde angeboten und gestaltet. Laut Brunner wird das Angebot intensiv genutzt. So habe man vor kurzem zwei neue Klassen angeboten, die sich 1-2 Mal pro Woche treffen. Zur Zeit nehmen rund 50 Personen pro Woche an den Sprachkursen teil. «Es braucht dazu ein Herz für Menschen aus fremden Kulturen und viel Verständnis auch für Leute mit psychischen Problemen», erklärt Eva Brunner. Zusätzlich zu den Kursen bietet die Gemeinde Meeting Points, gemeinsame Essen, Schreibhilfe und praktische Hilfe an.

Verein Mosaik: Treffpunkt für Menschen am Rande

Der Verein Mosaik Konolfingen wurde von Christen gegründet, und seine Tätigkeit wird von Christine Bläuer, die zur Gemeinde Bewegung Plus gehört, koordiniert. Er läuft aber nicht unter kirchlicher Flagge und ist auch offen für Mitarbeitende und Mitträger ausserhalb der Kirchen. Er bietet einen wöchentlichen Treff für Menschen am Rand der Gesellschaft an. Zu ihnen gehören die Asylsuchenden, die im nahen Durchgangszentrum wohnen. Nebst Begegnungsmöglichkeiten erfahren die Besucher im Treff auch Antworten auf ihre Fragen, Hilfe bei Behördenkontakten oder bei schriftlichen Aufgaben wie dem Ausfüllen von Formularen, wie Mitinitiant Lukas Zimmermann gegenüber Livenet erklärt.

Zum Beitrag auf Lifechannel: hier

Zur Webseite:
Mennonite Central Comittee
Verein Mosaik
Kirche im Prisma

Zum Thema:
Asylanten: «Ich will sie einfach willkommen heissen»
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Aufruf der SEA: Das Schicksal der Bootsflüchtlinge drängt zum Handeln
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Datum: 29.04.2015
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet

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