Wo bleibt die Toleranz?

«In God we trust» soll von US-Noten verschwinden

Im US-Bundesstaat Ohio ging eine sonderbare Klage bei einem Bezirksgericht ein. Gefordert wird, dass der Leitsatz «In God we trust» («In Gott vertrauen wir») von den US-Banknoten verschwinden soll. Atheisten und Humanisten sehen sich durch diese Glaubensaussage in ihrer Gleichstellung verletzt.

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Dollar mit Aufschrit «In God we trust»
Hinter der Klage stehen Atheisten, Humanisten, aber auch religiöse Personen, die finden, dass das Wort «Gott» auf einer Banknote sündhaft sei. Dieses Nationalmotto auf der Währung verletze die Rechte der freien Meinungsäusserung, der freien Religionsausübung und der Gleichheit.

Nicht zum ersten Mal wird der Schriftzug gerichtlich belangt; die bisherigen Versuche schlugen jedoch fehl. Erstaunlicherweise wird mitunter von Kreisen, die gerne nach Toleranz rufen, kleinbürgerlich auf diese zwölf Buchstaben reagiert, die schon auf den Geldstücken gestanden haben, als die Kläger noch nicht auf dieser Erde waren.

«Teil der Geschichte»

«First Liberty», eine Organisation die sich für Religionsfreiheit einsetzt, stellt sich nach Eingang der jüngsten Klage hinter den Leitsatz «In God we trust». Dies mit dem Hinweis darauf, dass dieses Motto zurückgeht auf ein Gedicht von Francis Scott Key. Dieses Gedicht bildete auch die Basis für die Nationalhymne der Vereinigten Staaten von Amerika. Geehrt werden darin die Helden, die im Krieg anno 1812 Fort McHenry verteidigten, heisst es in der Begründung. «Es ist ein passendes und feierliches Motto für unser Land.» Es gehe um Geschichte und Erbe.

Schon verschiedentlich hätten Gerichte in gleicher Weise entschieden. Der Leitsatz «In God we trust» sei eingebettet in die Geschichte der Nation.

Kein Geld brauchen oder zu sündigen

Die Kläger fordern zudem, dass das Wort Gott auf keinen säkularen Dokumenten mehr vorkommen soll. Religiöse wiederum argumentieren (ebenfalls etwas extrem), dass das Vernichten eines Papiers, auf dem Gottes Name steht, sündig sei.

Laut dieser Darstellung würden einem nur zwei Möglichkeiten bleiben: Entweder kein Geld verwenden – oder es einsetzen und dadurch sündigen. Hier wiederum wird das Gegenargument geltend gemacht, dass man längst auch bargeldlos mit Kreditkarten bezahlen kann.

Übrigens: Auch in der Schweiz kommt Gott auf einem Zahlungsmittel vor. Welches es ist, erfahren Sie in diesem Livenet-Artikel.

Zum Thema:
«Moses ihrer Zeit»: Christliche Sklavenbefreierin ist erste schwarze Frau auf US-Note
Silbermünzen statt Sparhefte: Vorsorgen wie Josef in Ägypten
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Finanzen: Umgang mit Geld und Besitz in der Bibel

Datum: 13.12.2016
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Gospel Herald

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