Atheist über Religionen

Dawkins: «Christentum könnte unser bester Schutz sein»

«Alle Religionen sind schlecht, aber nicht alle sind gleich schlecht» – der populäre Atheist Richard Dawkins (76) nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er über Religionen redet. Und er macht erstaunliche Aussagen über das Christentum.

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Richard Dawkins
«Es reizt einen, zu sagen, alle Religionen sind schlecht, und ich sage, dass alle Religionen schlecht sind. Aber es die Versuchung ist schlimmer, zu sagen, dass alle gleich schlecht sind – denn das stimmt nicht», sagte der bekannte Autor («Der Gotteswahn», «Die Schöpfungslüge») jetzt in einer Rede am Cheltenham Science Festival. «Wenn man die Wirkungen anschaut, die verschiedene Religionen im Moment in der Welt haben, ist es offensichtlich, dass im Augenblick die böseste Religion der Islam sein muss.» Gleichzeitig sei es «furchtbar wichtig, hier zu differenzieren», denn nicht alle Muslime seien böse und viele litten mehr unter dem Islam als alle anderen.

«Sie leiden unter der Homophobie, dem Frauenhass und der Freudlosigkeit, den der extreme Islam, ISIS und das iranische Regime predigen», erklärte Dawkins. «Es ist ein Hauptübel in der Welt, das wir bekämpfen müssen; aber wir machen es nicht wie Trump und schliessen alle Muslime aus dem Land aus. Das ist drakonisch, unliberal und böse. Ich bin nicht zuletzt gegen den Islam, weil er auf Muslime so unangenehme Auswirkungen hat.»

Religiöse Erziehung ist wichtig

Der Evolutionsbiologe glaubt nicht, dass der Religionsunterricht abgeschafft werden solle: «Es ist ein wichtiger Teil unserer Kultur, die Bibel zu kennen… Schliesslich hat unsere englische Literatur so viel Anspielungen auf die Bibel – im Oxford English Dictionary finden sich so viele Zitate aus der Bibel wie von Shakespeare.» Stattdessen trat Dawkins für vergleichenden Religionsunterricht, für biblische und Religionsgeschichte ein, um «zum kritischen Denken zu erziehen».

Nicht das erste Mal

Dawkins hat sich in den letzten Jahren wiederholt über den Islam und das Christentum geäussert. Im Jahr 2015 griff er scharf «linke Apologeten des extremen Islam» an: «Zurückgebliebene Linke verschliessen verräterisch die Augen vor dem Frauenhass, den Menschenrechtsverletzungen und der Homophobie, weil sie fälschlicherweise denken, der Islam müsse als eine 'Rasse' respektiert werden.» Ein Jahr später kritisierte er die Medien scharf, die meinten, dass die Angriffe islamistischer Extremisten «nichts mit Religion zu tun» hätten. Er zitierte die Angreifer, die an Ostern 72 Christen in Pakistan umbrachten: «Wir haben diesen Angriff gegen Christen geführt, die Ostern feierten.» «Ah, hat also nichts zu tun mit Religion», kommentierte Dawkins ironisch per Twitter.

Christentum, der beste Schutz

Gleichzeitig gab Dawkins zu, «das Christentum könnte tatsächlich unser bester Schutz gegen abartige Formen der Religion sein, die die Welt bedrohen.» Sein Argument: «So weit ich weiss, jagen keine Christen Gebäude in die Luft. Ich kenne keine christlichen Selbstmordbomber. Und ich kenne auch keine grössere christliche Denomination, die glaubt, dass auf Abfall die Todesstrafe stehen soll.»

Zum Thema:
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Datum: 15.06.2017
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Gospel Herald

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