Templeton-Preis für Christ

Er zeigte, dass der Glaube Probleme der Philosophie lösen kann

Der Christ und Philosoph Alvin Plantinga (84) erhielt gerade den renommierten Templeton-Preis. Mit ihm werden Verdienste an der Schnittstelle zwischen Religion und Wissenschaft ausgezeichnet. Plantinga engagierte sich stark dafür, Glauben als eine mögliche Grundlage für wissenschaftliche Philosophie zu sehen.

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Alvin Plantinga
Als Preisträger 2017 steht Alvin Plantinga in einer Reihe mit geistlichen Grössen wie Billy Graham, Chuck Colson, Bill Bright und Mutter Teresa. Heather Templeton Dill, die Vorsitzende der Templeton-Stiftung, erklärte bei der Preisverleihung des mit 1,1 Millionen Pfund dotierten Preises: «Plantinga erkannte, dass religiöser Glaube nicht nur konfliktfrei neben ernsthafter philosophischer Arbeit stehen kann, sondern dass er sogar entscheidend zur Bewältigung schwerwiegender Probleme in der Philosophie beiträgt.»

Der Glaube in der Philosophie

Seit über einem halben Jahrhundert lehrt und veröffentlicht Plantinga darüber, dass Theismus – also der Glaube an eine göttliche Wirklichkeit oder Gott – eine echte Option innerhalb der universitären Philosophie ist. In den 1950er-Jahren wurden solche religiös geprägten Denkansätze innerhalb der Philosophie völlig abgelehnt. Doch mit Beharrlichkeit und vielen Argumenten für die Existenz Gottes brachte Plantinga Gott wieder zurück in die philosophischen Gespräche. 1984 forderte der US-Professor in «Ratschläge an christliche Philosophen» diese auf, klar Stellung zu beziehen und ihre akademische Arbeit auf Basis ihrer spezifisch christlichen philosophischen Vision zu gründen. Religiöse Überzeugungen waren für ihn schon immer legitime Ausgangspunkte für jegliches menschliche Denken – und kein Grund, sich dafür zu entschuldigen. Für diese Haltung und ihren Einfluss aufs heutige Denken an den Universitäten wurde Alvin Plantinga am 25. März geehrt.

Ein Preis für Religiosität

Der Templeton-Preis gehört zu den höchst dotierten Auszeichnungen weltweit. Sein Stifter, der Finanzinvestor Sir John Templeton, orientierte sich in der Höhe am Nobelpreis und wollte damit ein Zeichen für den Stellenwert der Spiritualität setzen, die seiner Meinung nach beim Nobelpreis nicht genug gewürdigt wird. So werden seit 1972 Menschen für ihre Verdienste an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Religion ausgezeichnet. Der Preis ist dabei nicht unumstritten. Der atheistische Biologe Richard Dawkins kritisierte ihn, weil dabei «ein sehr grosser Geldbetrag in der Regel einem Naturwissenschaftler übergeben [werde], der bereit ist, etwas Nettes über Religion zu sagen».

Von christlicher Seite wird oft hinterfragt, dass Religiosität im Allgemeinen im Fokus steht, und nicht der christliche Glaube. So wurden neben zahlreichen Christen auch der Dalai Lama, Juden, Muslime und andere religiöse Menschen mit dem Templeton-Preis ausgezeichnet. Andere, wie der atheistische Philosoph Michael Ruse, halten den Preis für einen sehr sinnvollen Beitrag, um die aktuellen Spannungen zwischen Glaube und Naturwissenschaft zu verringern.

Zum Thema:
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Datum: 26.04.2017
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet

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