Gebetskongress in Wien

Jugendliche begegnen Gott

„face2face“ – von Angesicht zu Angesicht – war das Thema des vierten „Austrian Prayer Congress“ (apc), der vom 6. Bis 8. Dezember in Wien stattfand. Aus ganz Österreich machten sich an die 800 Jugendliche auf, um ein Wochenende lang zu beten und ganz bewusst in Gottes Gegenwart zu kommen.

Brian Heasley, der auf Ibiza unter Suchtkranken arbeitet und zu den Leitern der Gebetsbewegung 24/7* gehört, ermutigte die jungen Menschen, Gott wirklich von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Diese Begegnung im Gebet sei für einen Christen so wichtig wie das Atmen und besitze die Kraft, ihn und sein Umfeld zu verändern. So wie Mose mit Gott im Zelt der Begegnung wie mit einem Freund redete, wünscht sich Gott eine Generation, die ihn von Angesicht zu Angesicht sucht, sagte Heasley.

* Weltweite Gebetsbewegung

Mit einem Flaggenlauf waren die Teilnehmer aus den österreichischen Bundesländern begrüsst worden. Am Beispiel von Jakob, der eine Nacht lang mit Gottes Engel rang, zeigte Brian Heasley, was eine Begegnung mit Gott ausmacht: Unabhängig vom Segen, den seine Vorfahren bekommen hatten, musste Jakob Gott alleine finden und zu einen persönlichen Glauben gelangen. Die Begegnung mit Gott veränderte Jakobs Gang und stellte seine Identität wieder her.

Gebet – wie Atmen

Der Sonntag begann mit einem Aufruf zur Versöhnung. Schuld sollte bereinigt werden, Seelsorge wurde angeboten und das versöhnende Gebet praktiziert. Gott, so Healey, ist auf der Suche nach einer Generation, die in der Welt als Licht strahlt; und er sucht Menschen, die ausdauernd im Gebet sind.

Die Teilnehmer konnten die Impulse, die sie in den Vorträgen erhielten, auch gleich umsetzen und für sich selber anwenden. Die Lobpreiszeiten gaben Raum, um ganz persönlich mit Gott in Kontakt zu treten. Mehrere Teams standen rund um die Uhr für Seelsorge bereit. In Gesprächsgruppen wurde das Gehörte vertieft und offene Fragen konnten diskutiert werden.

Im Herzen Wiens beten…

Den Höhepunkt des apc, der auf dem Schulschiff Bertha von Suttner auf der Wiener Donauinsel stattfand, bildeten die Gebetseinsätze in der Innenstadt. Für viele eine Herausforderung, wurden die Einsätze für die Meisten zu einer echten Bereicherung, schenkten wieder neue Begeisterung und ermutigten für die Rückkehr in den Alltag. Teilnehmende verteilten sich an kulturell wichtigen Plätzen der Stadt (Universität, Bildungsministerium, Kulturzentren, Parlament....), um für die jeweiligen Bereiche zu beten. Andere spazierten zu historischen Gedenkstätten und gedachten der Judenverfolgung.

…im Gedenken an die Judenverfolgung

Zur Vorbereitung auf die Aktionen in der Stadt, bei denen auch dem Jahr 1938 gedacht wurde, war der 82jährige Paul Back zu Wort gekommen. Der Jude hatte die Zeit des Nationalsozialismus in Wien erlebt. Es ist kaum zu glauben, wie still es in der Halle voller energiegeladener junger Menschen wurde. Der Respekt und die Anerkennung für den Mann, der so viel erleiden musste, war im Saal deutlich spürbar.

Lobpreis in der Strassenbahn

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit zwischen verschiedenen Aktivitäten zu wählen. Jeder sollte sich entsprechend seinen Gaben und Interessen einem Team anschliessen. Eine speziell für die Aktion gemietete Strassenbahn fuhr rund um den Ring, gefüllt mit singenden und betenden Teilnehmern. Elena berichtete begeistert: „Voll genial, die Lobpreiszeit in der Strassenbahn! Wir sind einmal um den gesamten Ring gefahren bis zur Uni. So viele Menschen auf einem Fleck und alle haben laut Anbetungslieder für Gott gesungen - wirklich ein tolles Erlebnis. Man hat die Begeisterung für Gott spüren können.“

Passanten beschenkt

Andere kleinere Gruppen boten den Passanten an mit ihnen zu beten, oder ein Anliegen auf eine Karte zu schreiben und diese „Briefe an Gott“ in einen dafür vorgesehenen Briefkasten zu werfen. Die Briefe wurden dann am Abend unter den Teilnehmern verteilt, die für die Personen und ihre Situation beteten. Ausserdem wurden zuvor verpackte Bibeln als Geschenke verteilt.

Hoffnung für Menschen am Rand

Ein Team machte sich zum Karlsplatz auf, einem Ort, der in Wien als der Sammelplatz für Drogenabhängige und Obdachlose bekannt ist. Die jungen Christen gingen auf diese am Rand der Gesellschaft stehenden Menschen zu, zeigten ihnen durch ihr Verhalten Gottes Liebe, beteten mit ihnen und schenkten ihnen, wenn erwünscht, eine Bibel. Sandra berichtete davon, wie sie eine betrunkene Frau nach Hause begleiten und ihr, die von sich sagte, keine Hoffnung zu haben, von ihrer Hoffnung in Jesus Christus erzählen konnte. Christine freute sich, mit jemandem auf der Strasse zu beten, der sein Leben Jesus übergeben wollte. Andere berichteten von beschenkten Obdachlosen, leuchtenden Augen und Tränen.

Doch nicht allen ging es bei ihrem Einsatz so gut. Einige Jugendliche erzählten auch von Ablehnung, harten Worten und Vorurteilen; von Leuten, die keine Geschenke annehmen wollten und denen der Gedanke zu beten absurd vorkam. Brian Heasley ging darauf ein: Genau das mache uns als Körper Christi aus: „Man geht gemeinsam durch gute und schwere Erlebnisse. Wenn sich einer freut, freuen sich alle und genauso leidet man auch gemeinsam.“

Miteinander traurig – und getröstet

Verbunden in Trauer war man auch mit Melanie Schmidt, der jungen Witwe von Richard, einem der initiativen Leiter der vorangegangenen Gebetskongresse. Richard war das Thema „face to face – echt sein vor Gott“ so wichtig. Trotz dieser schwierigen Zeit erklärte Melanie: „Ich war mir noch nie so sicher, dass ich einen guten Gott habe“ und betonte: „Diese Stadt und dieses Land brauchen unser Gebet.“

Damit schloss sie sich Heasley an, der immer wieder betonte: „Es beginnt auf den Knien in Gottes Gegenwart.“ Und endet mit den Füssen, die hinaus gehen, um Gottes Liebe zu den Ungeliebten zu bringen und Hoffnung zu den Hoffnungslosen.

Links zum Thema:
Die fünf apc-Predigten von Brian Heasley downloaden und hören
apc-Webseite

Autorin: Susanna Hippel
Quelle: Livenet / ÖEA

Datum: 16.12.2008

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