Knapp die Hälfte der Österreicher glaubt an Gott

47 Prozent der Österreicher glauben an Gott. 48 Prozent halten Wunder für möglich. Etwa ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung ist von der Existenz des Teufels überzeugt.

Ein gutes Drittel der österreichischen Bevölkerung ist der Meinung, dass die Welt durch den Urknall entstanden ist, 16 Prozent denken, dass Gott sie in sechs Tagen erschaffen hat. 40 Prozent der Österreicher glauben an ein Leben nach dem Tod, ein knappes Viertel an die Wiedergeburt, 31 Prozent an die Auferstehung Jesu. 28 Prozent stellen sich einen Himmel vor, etwa ein Fünftel denkt, dass es eine Hölle und einen Teufel gibt.

Frauen gläubiger

Das ergaben Interviews mit 1.037 repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählten Personen durch das Linzer Meinungsforschungsinstitut IMAS. Die am Freitag veröffentlichte Studie wurde auch in Deutschland und Polen durchgeführt. "Überdurchschnittlich gläubig" sind laut IMAS Menschen über 50, Leute mit "einfacher Bildung" und ÖVP-Wähler. Besonders schwach ist die Bindung zum Christentum bei Maturanten und Akademikern, bei der Generation unter 30 und bei den Sympathisanten der Grünen, der FPÖ und des BZÖ. Frauen sind generell gläubiger als Männer.

Urknalltheorie und Bibel

Der Glaube an den Urknall, dem 35 Prozent anhängen, sei "keine Glaubensblockade", so die Meinungsforscher. Die Analyse der Querbeziehungen habe ergeben, sich mit der Akzeptanz dieser Theorie "keine Abkehr von Bibelweisheiten" verbinde. Andererseits habe sich gezeigt, dass Gottesglaube, nicht unbedingt die "Überzeugung von allen Einzelheiten der christlichen Lehre" bedeute. So sind beispielsweise nur 35 Prozent derer, die an Gott glauben, von der Jungfrauengeburt überzeugt. Noch etwas größer als der Glaube an Gott ist der an Wunder. Auch die Akzeptanz von Geistererscheinungen (29 Prozent), UFOs (16 Prozent) und Hexen (14 Prozent) zeigt, dass die Österreicher für Übernatürliches durchaus empfänglich sind. An die die Macht der Sterne glauben 23 Prozent.

Anlass der Umfrage, die von Dezember bis Februar stattfand, war die Evolutionsdebatte im Sommer 2005, berichtet IMAS-Experte Andreas Kirschhofer-Bozenhardt.

Quelle Meinungsforschungsinstitut IMAS

Datum: 23.03.2006

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