Humanitäre Krise in Ostafrika

Vorwurf: «Leute sind abgelenkt von Trump»

In Ostafrika kämpfen 24 Millionen Menschen im Moment ums nackte Überleben. Jetzt hat Paul Healy, Mitarbeiter eines dort tätigen Hilfswerks, die Medien beschuldigt, so von Donald Trump abgelenkt zu sein, dass kaum über die grösste humanitäre Krise seit 1945 berichtet wird.

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Paul Healy
«Ich habe noch nie eine solche Zerstörung gesehen», erklärte Paul Healy, der seit 20 Jahren mit einer katholischen Hilfsorganisation in Ostafrika arbeitet. «Fast 24 Millionen Menschen sind in den nächsten Monaten vom unmittelbaren Hungertod bedroht.» Die UN hat Teile des Südsudan bereits zum Hungergebiet erklärt und nennt es «die grösste humanitäre Krise seit 1945». Das bedeutet, dass 20 Prozent der Haushalte extrem wenig zu essen haben, 30 Prozent der Menschen akut unterernährt sind und pro 10'000 Menschen zwei Hungertote pro Tag zu beklagen sind, wie die UN erklärt. Ausserdem drohe in Somalia, Kenia und Äthiopien Massensterben wegen Wasser- und Nahrungsmangel, wenn nicht «baldige und nachhaltige humanitäre Hilfe» komme.

«Trump kriegt mehr Medien-Aufmerksamkeit»

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Hungersnot in Ostafrika
Diese Zahlen sind äusserst alarmierend. «Aber die Leute sind von Donald Trump abgelenkt und achten nicht auf die grösste Geschichte in der Welt», kritisiert Healy. «30'000 Menschen stehen unmittelbar vor dem Verhungern, und es kommt in den Medien nicht einmal vor. Trump kriegt mehr Aufmerksamkeit, weil er den Klimawandel total leugnet, wenn hier Leute genau wegen dieses Klimawandels verhungern. Ich verstehe das nicht.»

Nach Angaben der UN ist die drohende Hungerkatastrophe einerseits auf Ernteausfälle wegen Trockenheit zurückzuführen. Aber auch blutige Kriege und Aufstände in allen vier Ländern gehören zu den Ursachen. «Ein Teil dieser Not kommt von dem Konflikt mit Boko Haram, aber auch von den grösseren Einflüssen, den der Klimawandel auf diese Region hat», heisst es im UN-Bericht.

Traumatisiert und verletzt

«Ungeachtet der Öffentlichkeit drohen in Ostafrika Millionen von Menschen zu verhungern», schreibt das Hilfswerk Tearfund.ch in einer Medienmitteilung vom 20. Juli. «Seit Monaten fiel in vielen Regionen kein Regen, die Böden sind völlig ausgetrocknet. Zusätzlich herrscht in weiten Teilen des Südsudans Bürgerkrieg. Wer kann, flieht nach Nord-Uganda und landet in einem der grössten Flüchtlingscamps der Welt.»

«Jeden Tag die Versorgung von beinahe einer Million Flüchtlingen aus dem Südsudan sicherzustellen, ist für die zahlreichen Hilfswerke eine riesige Herausforderung. Die meisten Ankömmlinge sind total traumatisiert», schreibt Jackie A., welche im Camp arbeitet. «Einige haben mitansehen müssen, wie ihre Familien ermordet wurden, andere haben Schusswunden und Folter überlebt.»

«Kugelhagel statt Regen»: Sammelaktion von Tearfund.ch und Hoffnungsnetz

«Die UN musste die Lebensmittelrationen bereits halbieren – dabei werden dieses Jahr noch mehrere hunderttausend Flüchtlinge erwartet», berichtet TearFund weiter. «Der Gesundheitszustand der Flüchtlinge, mehrheitlich Frauen und Kinder, ist dementsprechend schlecht. Zusammen mit dem Mangel an sauberem Wasser steigt das Risiko von Seuchen, was insbesondere für die Kleinkinder eine Bedrohung ist.» 

TearFund hat zusammen mit dem Hoffnungsnetz einen grossen Sammelaufruf lanciert, um dieser immensen Not in Norduganda und anderen Teilen Ostafrikas zu begegnen. Lokale Partnerorganisationen in verschiedenen Regionen Ostafrikas verteilen Lebensmittel oder bohren Brunnen, um den Betroffenen ein Überleben zu ermöglichen. Im Flüchtlingslager in Norduganda werden hunderte Latrinen gebaut, um die hygienischen Zustände zu verbessern.

Zur Webseite:
TearFund
Hoffnungsnetz

Zum Thema:
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Datum: 20.07.2017
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Gospel Herald / TearFund

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