Erweckung in Chinas Kirchen

«Jeden Sonntag werden hier 500 Menschen getauft»

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Nachdem die offiziell registrierten Kirchen Chinas jahrzehntelang kein Wachstum verzeichneten und überwiegend von Senioren besucht wurden, berichten Pastoren heute von einer unerwarteten Erweckung.

In China existieren grob gesagt zwei Arten von Gemeinden: die offiziell registrierten und staatlich anerkannten Kirchen sowie die Hauskirchen, die sich im Untergrund treffen und vielfach unter starker Verfolgung leiden. Während letztere immer von grossem Wachstum berichteten, waren die staatlich anerkannten Gemeinden bisher eher konservativ zurückhaltend, um ihren Status als anerkannte Kirche nicht zu verlieren.

Veränderung in Three-Self-Gemeinden    

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Pastor Huilai
Bisher. Denn das scheint sich jetzt zu ändern. Wie CBN News informiert, berichten Pastoren vor Ort von einer grossen Erweckung in den staatlich anerkannten Gemeinden, auch «Drei-Selbst-Kirchen» genannt. «Die Dinge verändern sich derzeit dramatisch», sagt Duan Huilai, Evangelist in der Provinz Fujian im Südosten des Landes. «Gott wirkt auf unglaubliche Weise in diesen Drei-Selbst-Kirchen.» Gemeinsam mit seiner Frau reist Duan seit Jahren durch ganz China und hat diese Erweckung in den Gemeinden hautnah miterleben dürfen. «Das wunderbare ist, dass der Herr Menschen innerhalb dieser Gemeinden ruft, die ihn von ganzem Herzen lieben – es gibt so viele Brüder und Schwestern, die Gott lieben und ihm dienen wollen!»

Viele der Gemeinden haben sich komplett verändert: Heute tanzen die Christen beim Lobpreis mit Fahnen in der Hand und feiern ausgelassen Gottesdienst. Dies wäre noch vor wenigen Jahren unmöglich gewesen. «Jede Predigt des Pastors musste im Vorhinein von den Behörden geprüft und akzeptiert werden», erinnert sich Duan Huilai. «Junge Menschen durften nicht in diese Gemeinden gehen, so dass man nur alte Leute, vor allem Frauen, sah. Über den Heiligen Geist zu predigen, war verboten. Auch über die Endzeit oder Reue durfte nicht gesprochen werden.» Von Themen wie Heilung, Wunder und Zeichen ganz abgesehen.

500 Taufen pro Sonntag

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Offizielle Drei-Selbst-Kirche in China
Doch heute hat sich vieles verändert. Auch, weil die Regierung einige Gesetze gelockert hat, beispielsweise das Verbot für Minderjährige, einen Gottesdienst zu besuchen. Dies bestätigt auch Dr. Zhao Xiao, ein Experte des chinesischen Christentums. Das frühere Mitglied der kommunistischen Partei und überzeugter Atheist war vor Jahren zum christlichen Glauben gekommen, nachdem er die Bibel gelesen hatte. «Wenn man die Haidian-Kirche besucht, muss man sich davor in eine eine über 100-Meter-lange Schlange stellen, um überhaupt reinkommen und anbeten zu können», berichtet Xiao. «In Shenzhen werden durchschnittlich jeden Sonntag 500 Menschen getauft!» Und durch die Veränderungen kommen heute laut Zhao insbesondere in den grösseren Städten auch immer mehr junge Menschen in die Gemeinden, mehr junge Männer, Berufstätige, sogar berühmte Leute.

«Das war total neu für uns»

Doch nicht nur gelockerte Gesetze haben die Veränderungen bewirkt, Gott selbst hat eingegriffen. Sun Rengui, Pastor einer Drei-Selbst-Kirche, erinnert sich an einen Gottesdienst vor 12 Jahren: «Wir waren mitten im Gottesdienst. Plötzlich spürte jeder in der Gemeinde, wie der Heilige Geist auf uns alle kam. Einige konnten nicht mehr gerade stehen, andere fielen hin. Manchen wurde schwindelig oder schlecht. Als der Lobpreis begann, fingen die Leute an zu weinen. Nach dem Gottesdienst wurden einige Personen geheilt…» Noch nie zuvor habe seine Gemeinde so etwas erlebt. «Wir erlebten etwas total Unvorhersehbares. Wir hatten gar keine theologische Schulung im Wirken des Heiligen Geistes erhalten. Das war total neu für uns…»

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Gemeindemitglieder tanzen zusammen
Natürlich behielten die Mitglieder der Gemeinde diese Nachrichten nicht für sich. «Wir waren die erste Gemeinde in der Gegend, die so etwas erlebte. Bald kamen die Gemeindeleiter anderer Kirchen und wollten den Heiligen Geist empfangen. Und bald begann der Heilige Geist auch in ihren Gemeinden zu wirken», berichtet Pastor Sun. Doch es tauchten auch Probleme auf. Menschen hatten Zweifel, ob dieses Geschehen echt war. Konflikte unter den Mitarbeitern entstanden. Aber nach und nach akzeptierten die Menschen das Wirken des Heiligen Geistes.

Mehr Gemeindebesucher und mehr Evangelisten

Heute, 12 Jahre später, sieht man, wie sich das Leben der Gemeindeglieder verändert hat. «Unsere Hauskreise wachsen, mehr und mehr Menschen besuchen die Kirche und mehr Menschen gehen raus, um in der Gesellschaft das Evangelium weiterzugeben», freut sich Pastor Sun. Zur Gemeinde gehören mittlerweile zwei Waisenhäuser und zwei Altersheime.

Bei evangelistischen Events, an denen Pastor Duan sprach, kamen erst im Dezember 12'000 Menschen zusammen. Dies freut auch Dr. Zhao: «Die Zahl der Christen in China wächst extrem schnell. Das bedeutet, dass Christus eine immer aktivere Rolle in der Gesellschaft Chinas spielt und das ist wirklich gut!»

Zum Thema:
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Datum: 04.03.2016
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / CBN

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