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Abhängig von Spenden, aber nicht käuflich

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Mit dem Hinweis «Danke – aber nein, danke» überwies die Heilsarmee Deutschland einem Spender seinen überwiesenen Betrag zurück. Jürgen B. hatte als Verwendungszweck angegeben: «Spende für Deutsche, Spende nicht für musl. Imigranten oder Neger». Die klare Haltung der Heilsarmee gegen Rassismus erntet in Medien und sozialen Netzwerken mehrheitlich Zustimmung.

«Wir können wirklich jede Unterstützung unserer Arbeit dringend gebrauchen. In diesem Fall haben wir die Spende aber lieber dankend zurücküberwiesen.» Dies stellte Andreas W. Quiring, Pressesprecher der Heilsarmee in Deutschland, klar.

Geld regiert eben nicht die Welt

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Andreas W. Quiring
Quiring unterstrich gegenüber Spiegel Online: «So etwas ist noch nie passiert. Wir haben auch noch nie so einen krassen Verwendungszweck bekommen.» Doch die erste Reaktion der Verantwortlichen bei der Heilsarmee war völlig klar: Dieses Geld können wir nicht annehmen. So schrieb der Pressesprecher Herrn B. einen Brief und erklärte ihm darin, dass die Heilsarmee seinen Verwendungszweck weder erfüllen könne, noch erfüllen wolle: «Unser Auftrag besteht darin, 'menschlicher Not ohne Ansehen der Person zu begegnen'. Aus zutiefst christlicher Überzeugung machen wir daher bei unserer Hilfe keinen Unterschied im Hinblick auf Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Geschlecht.» Ergänzend hielt er fest: «Daher werden wir keine Spenden entgegennehmen, deren Zweck hilfsbedürftige Menschen aufgrund ihrer Ethnie, Religion oder ihres Geschlechts ausgrenzt.» Auf Rückfragen, wie hoch denn die Spende gewesen sei, stellte Quiring klar, dass das unerheblich sei, es gehe um das Prinzip.

Die Öffentlichkeit gesucht

Eine weitere Frage war nicht so einfach zu beantworten: Wie sollte die Heilsarmee mit dem Vorfall umgehen? Schliesslich entschieden sich die Verantwortlichen, den Vorgang zu veröffentlichen – unter vollem Schutz für Jürgen B. So stellte die Heilsarmee den Verwendungszweck der Spende und ihren Antwortbrief ins Internet. Neben vereinzelter Kritik, dass diese Information nicht in die Öffentlichkeit gehöre, man den Spender blossstelle oder das Geld doch gut gebraucht werden könnte, erntete die Organisation mehrheitlich grosse Zustimmung für die klare Haltung. Viele Leser bekundeten ausserdem ihre Bereitschaft, etwas zu spenden. Andreas W. Quiring war es wichtig, dass dieser Schritt in die Öffentlichkeit keine «Kommunikationsstrategie» war: «Wir haben uns dafür entschieden, weil es die Möglichkeit war, einen Standpunkt zu setzen, deutlich zu machen, wo wir als Heilsarmee stehen.»

Die meisten Spender sind anders

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Der Antwortbrief der Heilsarmee auf die Spende
Um diesen Einzelfall abzurunden, fehlt noch eine wichtige Ergänzung: Die meisten Spender verhalten sich nicht wie Jürgen B. Viele wollen mit ihrem Geld etwas gestalten, deswegen spenden sie ja! Aber ein Gängeln mit rassistischem Unterton kommt praktisch nicht vor. Eher ein partnerschaftliches und konstruktives Mittragen. Auf diese Weise engagieren sich viele Christen für Projekte, die ihnen wichtig sind, unterstützen den Bau von Gottes Reich oder ermöglichen humanitäre Hilfe. Und zwar ohne manipulative Hintergedanken.

Zur Webseite:
Heilsarmee Deutschland

Zum Thema:
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Datum: 06.06.2016
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet / Heilsarmee

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