Kirchlicher Fonds

«Klima-Kollekte» für den Klimaschutz

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Die evangelische Kirche und weitere Träger haben einen Fonds gegründet, der den Ausstoss von Treibhausgasen ausgleichen soll. Organisationen und Einzelpersonen können so Projekte zum Klimaschutz unterstützen.

Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern könnten damit CO2-Emissionen kompensieret werden, die etwa durch Reisen entstehen. Die Projekte beispielsweise in Indien, Südafrika und Tansania, aber auch in Osteuropa werden nach strengen Standards ausgewählt und sollen zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort beitragen.

Breit abstützen

Das Angebot richte sich in erster Linie an Kirchenmitglieder und kirchliche Organisationen, daher sei bewusst der Name «Klima-Kollekte» gewählt worden, sagte die Geschäftsführerin des Projekts, Olivia Bee vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) in Bonn. Gemeinden, Kirchenkreise und ganze Gliedkirchen, aber auch Synoden, Kirchentage und andere Veranstaltungen sollen neu für die Kompensation unvermeidlicher Treibhausgas-Emissionen gewonnen werden.

Thema ist im Kommen

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Im Blick sind zudem diakonische Einrichtungen sowie Entwicklungs- und Missionswerke. «Das Thema ist im Kommen», sagt Bee und verweist darauf, dass etwa die EKD-Synode auf diese Weise seit Jahren klimaneutral sei.

Gesellschafter des gemeinnützigen Kompensationsfonds sind neben EKD und EED das evangelische Hilfswerk «Brot für die Welt», die Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) und das Nordelbische Missionszentrum (NMZ). Das katholische Hilfswerk Misereor will dem ökumenisch angelegten Projekt nach Bees Worten beitreten. Alle Partner bringen Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien oder zur Steigerung der Energieeffizienz ein.

Kompensation über das Internet

Wer entstandene Klimagase ausgleichen will kann demnächst auf der Internetseite des Fonds den Emissionsausstoss berechnen und umgehend kompensieren: Gegen Zahlung eines festen Geldbetrages pro Tonne Kohlendioxid werden Verschmutzungszertifikate in gleicher Höhe stillgelegt. Die Projekte, aus denen die Zertifikate stammen, erfüllen den sogenannten Gold Standard. Er schreibt eine nachprüfbare Klimawirksamkeit vor, enthält aber auch soziale Kriterien wie Förderung von Gesundheit und Arbeit.

«Kein Ablasshandel für Klimasünder»

Der Fonds sei aber kein moderner «Ablasshandel» um Klimasündern das schlechte Gewissen zu ersparen, betont Bee: «Kompensation ist kein Ersatz für Massnahmen zur Vermeidung und Reduktion von Emissionen, sondern kann nur eine Ergänzung sein.» Diese Botschaft werde auch die Klima-Kollekte vermitteln, um glaubwürdig zu sein. Es könnten aber nicht alle Aktivitäten eingestellt werden, die mit dem Ausstoss von Treibhausgasen verbunden seien. In solchen Fällen könne der Schaden für das Erdklima durch CO2-Einsparung an anderer Stelle begrenzt werden.

Webseiten:
Klima Kollekte – Kirchlicher Kompensationsfonds
Evangelischer Entwicklungsdienst

Datum: 29.05.2011
Quelle: Epd

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