Strom-Zukunft

Sparappell gegen Energiehunger

Im Gefolge der Nuklearkatastrophe in Japan hofft der Verein «Oeku Kirche und Umwelt», dass in der Schweiz erneuerbare Energien künftig breit gefördert werden.

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In Zukunft muss der Energieverbrauch zurückgehen.
Kurt Zaugg-Ott von der Oeku-Arbeitsstelle spricht von einem Patt in der Energiepolitik: «Die alten Atomkraftwerke laufen, die Gegner schaffen es nicht, den Ausstieg durchzusetzen, und die Befürworter schaffen es nicht, neue Werke durchzusetzen.» Wenn neue Werke keine Mehrheit mehr fänden, werde dies die Energiepolitik in eine andere Richtung lenken. Zaugg-Ott hofft auf eine Wende: dass namentlich die Sonnenenergie gefördert – und «nicht einfach auf Gaskraftwerke ausgewichen wird».

Im Interview mit der Nachrichtenagentur Kipa warnt der evangelische Ethiker vor der Illusion, «dass wir das gesamte Potential der Atomkraftwerke mit anderen Energien ersetzen können». Der Verbrauch müsse sinken, durch weniger Verschwendung und höhere Effizienz. «Man geht in der Schweiz von einem allgemeinen Effizienzpotential von 30 Prozent aus. Der Atomstromanteil liegt derzeit bei 40 %. Wenn dann noch 10 % erneuerbare Energien zugebaut werden, müsste in einigen Jahren der Ausstieg möglich sein. Letztlich ist alles eine Frage des politischen Willens und der Energiepreise. Es fehlt bei uns in der Schweiz eine klare Entscheidung. Und ich hoffe, dass diese nun möglich wird.»

Energieverbrauch halbieren

Dem global wachsenden Energiehunger setzt Zaugg-Ott die Vision der 2.000-Watt-Gesellschaft entgegen. «2.000 Watt ist die Menge, die der Mensch im weltweiten Durchschnitt konstant braucht.» Dieser Wert sei derzeit im globalen Durchschnitt vertretbar. «Und wenn wir nicht wollen, dass das Klima aus dem Ruder läuft, dürfen wir davon höchstens noch 500 Watt fossil erzeugen. Im Moment brauchen wir in den Industrieländern jährlich 6.000 Watt pro Kopf, 4.000 Watt davon sind fossil.»

Der kirchliche Verein Oeku hat sich laut Zaugg-Ott «seit 1986 immer klimapolitisch geäussert und ist gegen Atomkraftwerke eingetreten». Man wolle «darauf aufmerksam machen, dass die Bewahrung der Schöpfung eine der kirchlichen Kernaufgaben ist». Dem Verein gehören rund 200 Kirchgemeinden beziehungsweise kirchliche Organisationen und 400 Einzelpersonen an. Oeku ist von der Schweizer Bischofskonferenz und dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund als Beratungsorgan für ökologische Fragen anerkannt.

Mehr zum Thema:
Kernkraft und Öl: «Beide Wege führen in dieIrre» 

Website:
Verein «oeku Kirche und Umwelt»

Datum: 03.04.2011
Quelle: Livenet / Kipa

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