Partnerschafts-Killer

Bevor der Stress euch scheidet...

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Er führt nach streng wissenschaftlichen Kriterien Studien auf universitärem Level durch. Und er kreiert Kurse und schreibt Bücher, die ganz konkret Ehe und Familie fördern. Guy Bodenmann, Psychologieprofessor an der Uni Zürich, schafft diesen Spagat.

Soeben hat er an der Uni Zürich eine Tagung über «Die Bedeutung der Geschlechterunterschiede für Beratung und Therapie» durchgeführt und dort die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema vorgestellt. Am gleichen Anlass wurde auch sein neues Buch «Bevor der Stress uns scheidet – Resilienz in der Partnerschaft» angeboten. Er zeigt darin, wie Stress in mannigfacher Form – die Ursache können Kinder, schwierige Mitmenschen aber besonders auch die heutige Arbeitswelt sein – die Liebe abkühlen und das Miteinander immer schwieriger machen kann. Er bleibt aber nicht bei der Analyse und entsprechenden Fallbeispielen stehen, sondern zeigt Lösungswege und Therapiemöglichkeiten auf, wenn schon zu vieles zerbrochen ist.

Oasen für die schönen Seiten des Lebens

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Guy Bodenmann
Und er schlägt vieles vor, was zum Thema Prävention zählt: Unnötigen Stress vermeiden, achtsam sein mit sich selbst, gesund leben und sich ausgeglichen ernähren, soziale Kontakte gestalten, Monotonie im Beziehungsleben vermeiden. Ein Kernsatz als Beispiel: «Entwickeln Sie sich und Ihre Partnerschaft weiter. Bleiben Sie eine spannende Person, die es immer wieder zu entdecken gilt.» Oder sein Rat für schwierige und stressige Zeiten: «Bauen Sie in Ihren Alltag stressfreie Inseln, Oasen der Ruhe, des Sichverwöhnens und des Ausspannens ein. Geniessen Sie auch in Stressphasen die schönen Seiten des Lebens ...». Praktische Beispiele zeigen, wie das gehen kann.

Stressbewältigungsstrategien

Klar, es gibt auch Stresssituationen, die sich trotz aller Prävention und bester Vorbereitung nicht vermeiden lassen. Wenn zum Beispiel die Unterlagen für das wichtige Referat im Zug liegen geblieben sind. Was tun? Bodenmann beschreibt dazu eine Reihe von Stressbewältigungsstrategien. Dabei beachtet er, dass oft sowohl das eigentliche Problem und das Feuerwerk an negativen Emotionen bewältigt werden müssen.

Und wenn beide gestresst sind?

Ganz besonderes Gewicht legt er auf seine Ausführungen, wie Paare mit Stress umgehen können, besonders wenn beide gestresst sind. Denn wer selbst gestresst ist, tut sich schwer, mit der nötigen Einfühlsamkeit und emotionalen Nähe auf seinen Partner einzugehen. Da kann es zum Beispiel schon helfen, wenn man sich gegenseitig etwas Zeit lässt, um selbst emotional herunterzufahren, bevor man das Gespräch und das Verständnis des andern sucht. Alsdann wird es wichtig sein, lösungsorientiert miteinander zu sprechen. Und dabei Gerechtigkeit und Fairness in der Partnerschaft hoch zu halten.

Wie gut ist die Alltagskommunikation?

Bodenmann empfiehlt zudem, als Basis für die Problemkommunikation gut auf die Alltagskommunikation zu achten. Wie laufen zum Beispiel Abschieds- und Begrüssungsrituale ab? Sind diese von gegenseitiger Zuneigung und Achtung geprägt, oder sind sie im Laufe der Zeit etwas flach geworden? Die «Strategien für eine positive Kommunikationskultur» vermitteln sodann ganz praktische Impulse. Zum Schluss jedoch weist der Autor noch auf Beratungsmöglichkeiten und Kurse hin, wenn Fragen offen bleiben, die man jetzt gemeinsam lösen will wie zum Beispiel den Kurs von paarlife.ch. Eine Reihe von Arbeitsblättern und Literaturhinweise runden das Buch ab.
 
Zum Buch:
«Bevor der Stress uns scheidet»

Zur Webseite:
PaarLife – Was Paare stark macht

Zum Thema:
Ehe und Beziehung: Fair streiten lernen
Marriage-Week: Chronischer Alltagsstress zerstört die Liebe
Saddleback-Pastor Tom Holladay: Vier Entscheidungen für eine lebenslange Ehe
Konstruktive Kommunikation; Miteinander reden – gerade, wenn es nicht leicht ist

Datum: 02.09.2015
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet

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