Ohne Kinder in die Ehe

Studie zeigt: Zukunftsplanung zahlt sich aus

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Paare, die erst nach der Hochzeit die ersten Kinder bekommen, bleiben mit höherer Wahrscheinlichkeit zusammen als Paare, die bereits mit einem oder mehreren Kindern in die Ehe gehen oder gar nicht heiraten. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Marriage Foundation in Grossbritannien.

Die Stiftung nutzte für die Untersuchung die Daten einer Studie der Understanding Society, bei der 40'000 britische Haushalte befragt wurden, und analysierte davon etwa 1'800 Mütter mit mindestens einem Kind im Alter von 14 oder 15 Jahren. Dabei fand sie heraus, dass von den Paaren, die immer noch zusammen sind, wenn ihre Kinder bereits im Teenager-Alter sind, 81 Prozent bereits verheiratet waren, bevor das erste Kind kam. Nur 12 Prozent heirateten nach dem ersten Kind. Auch von den Müttern, die den Vater ihrer Kinder gar nicht heirateten, waren nur noch 31 Prozent mit dem Partner zusammen, als das Kind 14 bzw. 15 Jahre alt war.

«Es scheint kaum wichtig zu sein, ob die Frauen jünger oder älter sind [als der Partner], einen Universitätsabschluss haben, oder nicht. Wenn sie aber ihre Zukunft planen und heiraten, bevor sie eine Familie haben, stehen die Chancen hoch, dass die Beziehung halten wird», erklärt Harry Benson, Forschungsleiter der Marriage Foundation.

Langzeitstudie in Australien mit ähnlichen Ergebnissen

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam bereits eine Langzeitstudie der Australian National University und des australischen Familienministeriums 2009, bei der Wissenschaftler knapp 2'500 Paare über sieben Jahre hinweg immer wieder interviewten. Anschliessend verglichen die Forscher die Lebensumstände von mittlerweile getrennten oder immer noch zusammenlebenden Paaren miteinander und kamen zu dem Ergebnis, dass 20 Prozent aller Paare, die bereits vor der Hochzeit Kinder hatten – egal, ob es gemeinsame Kinder oder aus früheren Beziehungen waren – sich scheiden lassen. Dagegen lag die Trennungswahrscheinlichkeit bei Paaren, die vor der Hochzeit kinderlos waren, bei nur etwa neun Prozent.

Ein System, das funktioniert

Für Harry Benson ist klar: Es gibt ein System, das über Jahre funktioniert hat und das ist seiner Meinung nach das beste System. «Es stimmt zwar, dass es keine Schande mehr ist, uneheliche Kinder zu haben, aber wir sollten uns bewusst sein, wie wichtig die Verbindlichkeit in einer Beziehung ist, bevor man eine Familie gründet.»

Familien stärken zur Steuerentlastung

Die Marriage Foundation wurde 2012 vom ehemaligen Richter des Obersten Gerichtshofes von Grossbritannien, Sir Paul Coleridge, gegründet, um Familien zu stärken. Hintergrund ist allerdings keine moralisch-ethische Motivation, sondern vielmehr die durch Scheidungen verursachten Kosten. Beispielsweise gehe es um Steuervorteile für geschiedene Paare, welche von den restlichen Steuerzahlern gedeckt würden, so Coleridge. Nach seinen Aussagen handelt es sich dabei in Grossbritannien um Kosten in der Höhe von etwa 46 Milliarden Pfund jährlich.

Zur Studie:
Get married before you have children (Englisch)

Zum Thema:
Studie zur Frühförderung: Die intakte Familie fördert Kinder am besten
Marriage Week: Ehe ist mehr als nur «ein Fall für zwei»
MarriageWeek: «Die Ehe hat sich über Jahrhunderte bewährt»

Datum: 13.03.2015
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / ChristianToday.com

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