Ehrung in Genf

Nigerianische Christin erhält UN-Preis

Die Nigerianerin Rebecca Dali wird in der Schweiz für ihre Arbeit zur Wiedereingliederung von Boko-Haram-Opfern geehrt. Am 21. August erhält sie den «Sérgio-Vieira-de-Mello-Preis» 2017 von der UNO. Dali, deren Sohn Timothy von Boko Haram ermordet wurde, hilft anderen Frauen, die zum Beispiel Witwen geworden sind oder aus der Gefangenschaft zurückkehren.

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Rebecca Dali
Der Christin Dr. Rebecca Dali ist der «Sérgio-Vieira-de-Mello-Preis» 2017 der Vereinten Nationen zugesprochen worden. Dies aufgrund des Aufbaus ihres Werks, das Fürsorge leistet für Frauen, Kinder und Waisen – den gefährdetsten Einwohnern Nordostnigerias, das acht Jahre der Gewalt durchmachen musste.

Ihr Mann präsidierte die EYN-Kirche (EYN steht für «Ekklesiyar Yan'uwa a Nigeria»), der die im April 2014 verschleppten 276 Chiboker Mädchen angehören. Sie war eine der ersten, die deren Eltern nach der Massenentführung besuchten. Doch Rebecca hat die Nöte der Menschen in Nordostnigeria selbst erlebt. Als Boko-Haram-Kämpfer im September 2014 die Stadt Michika in Adamawa einnahmen, wurden Rebecca und ihr Mann, Pastor Samuel Dali, zur Flucht gezwungen.

Einsatz für Rückkehrerinnen

Der «Sérgio-Vieira-de-Mello-Preis» wird alle zwei Jahre verliehen, um die Aufmerksamkeit der Welt auf Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen und ihre unbemerkten Bemühungen zu richten, die «etwas Besonderes und Einzigartiges zu tun, um bei Konflikten Menschen und Parteien zu versöhnen».

Rebecca Dali gründete das «Centre for Caring, Empowerment, and Peace Initiatives» (CCEPI) im Jahr 2009, in dem Jahr, in dem der Boko-Haram-Aufstand im nigerianischen Borno begann, bevor sich dessen Gewalt bis nach Yobe und Adamawa sowie nach Niger, Tschad und Kamerun ausbreitete.

In dem Schreiben, das die Preisverleihung ankündigt, heisst es: «Es handelt sich um die Anerkennung ihrer mutigen Bemühungen und der des CCEPI für Rückkehrerinnen, die von Boko-Haram entführt wurden, und dem Fördern der Wiedereingliederung in ihre örtlichen Gemeinschaften.»

Einsatz für Diskriminierte

Das CCEPI kümmert sich zudem um die Kinder, die von den durch Boko Haram verschleppten Mädchen geboren wurden; sie werden im Süden von Borno als «Kinder mit schlechtem Blut» bezeichnet. Hanson Tamfu vom UNHCR sagte, Frau Dali habe entscheidenden Anteil an der Wiedereingliederung von Frauen geleistet, die bei Boko Haram gelebt hatten, dem Widerstand der entsprechenden Communitys zum Trotz, denn sie setzte sich dafür ein, dass diese Frauen nicht zweifach zu Opfern werden.

Ihr Zentrum habe, anders als andere NGOs, das Risiko auf sich genommen, in Gebiete zu gehen, die auf dem Höhepunkt der Boko-Haram-Aktivitäten als unzugänglich und gefährlich galten.

«Bis wir uns im Himmel wieder sehen»

Die aus dem nigerianischen Staat Borno stammende Rebecca Dali erklärt: «Witwen sind besonders verletzlich in Nordostnigeria, dem am meisten vom Boko-Haram-Aufstand betroffenen Gebiet. Für viele ist der Verlust ihres Mannes der Anfang der Not für sie und ihre Kinder, die dann vielleicht keine Bildung erhalten können.»

«Ich widme diesen Preis meinem Sohn Timothy, der in der Jos-Krise am 21. März 2011 verschwand, den entführten Chiboker Mädchen und vielen, die sich noch in Gefangenschaft befinden. Ich bete für euch alle, dass ihr heimkommt. Oder – wenn ihr im Laufe des Leidens gestorben seid –, treffen wir uns im Himmel wieder, wo es keine Ungerechtigkeit und Bedrohung, sondern ewigen Frieden gibt.»

Die Preisverleihung wird am 21. August in Genf stattfinden – am Welttag der humanitären Hilfe. Sérgio Vieira de Mello, nachdem der Preis benannt ist, war ein brasilianischer Diplomat, der starb, als sein Iraker Büro 2003 in die Luft gesprengt wurde.

Zum Thema:
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Datum: 20.08.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Open Doors

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