Säkularer Anti-Christianismus

Schweizer Medien fördern Vorurteile gegen Christentum

Am 44. Dialog des Forums für offene Katholizität (FOK), der am 30. Januar im Romero-Haus in Luzern durchgeführt wurde, lautete eine These: Anti-Christianismus ist in den Schweizer Medien verbreitet, wird aber nicht als Problem wahrgenommen.

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Die Medien fördern laut FOK-Dialog den Anti-Christianismus.
Der Dialog stand unter dem Titel «Säkularer Anti-Christianismus» und war der dritte der Reihe des Bildungsjahres 2016/2017, die dem Thema «Säkularimus als Herausforderung» gewidmet ist.

Unwissenheit und Vorurteile bei Medienschaffenden

Halbwissen und Vorurteile zum Christentum führen laut Thomas Staubli, der an der Universität Freiburg lehrt, zu falscher Berichterstattung. Laut seinen provokanten Thesen wird das Christentum in seinem Selbstverständnis und Engagement in den Schweizer Medien häufig nicht sachgerecht dargestellt, heisst es in einer Medienmitteilung des Forums. Unwissenheit und Vorurteile führten zu unpräziser und falscher Berichterstattung. Dem Christentum würden Eigenschaften angehängt, die gerade nicht christlich, sondern typisch für die konservativ bürgerliche Gesellschaft sind. Auf diese Weise werde subtil Anti-Christianismus verbreitet.

Natürlicher Ausfluss der Säkularisierung?

Dieser Vorgang gehe weitgehend unbemerkt und auch unkommentiert vor sich und werde darum nicht als Problem erkannt, sondern als Teil einer quasi «natürlichen» Säkularisierung hingenommen. Progressiv christliches Gedankengut und Engagement werde kaum wahrgenommen und es fehle an einer angemessenen Empathie mit dem Christentum als weltweit verfolgter Religion.

Antichristliche Stereotypen

Thomas Staubli belegte diese Beobachtungen mit einem Beispiel aus einem renommierten Forschungsmagazin, das eine verzerrte Form des Christentums als Negativfolie zur pointierten Darstellung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen verwendet hat. Und mit einem Beispiel aus einer Boulevardzeitung: Mit dem Foto einer Kirche und der Überschrift «Pädophiler (90) betastet Mädchen in der Kirche», wird suggeriert, dass sich «schon wieder» ein Kirchenmann eines sexuellen Übergriffs schuldig gemacht habe. Solche Beispiele gebe es viele. Staubli fügte an: «Dies ist nur die Spitze des Eisbergs!»

Subtiler Anti-Christianismus in den Medien

Josef Estermann, zuständig für Grundlagen und Forschung bei Commundo im RomeroHaus, leitete anschliessend das Podiumsgespräch mit Thomas Staubli und dem ehemaligen Fernsehjournalisten Erwin Koller sowie mit rund 40 Teilnehmenden.

Die Feststellung, dass weltweit Christen verfolgt werden, weil sie Christen sind, habe die Anwesenden beeindruckt, heisst es in der Medienmitteilung. Diese Tatsache sei noch kaum ins Bewusstsein eingeflossen, da die mediale Information darüber hierzulande nur dürftig sei.

Religiöse Unwissenheit und Anti-Christianismus fördern einander

Im Podiumsgespräch sei auch erwähnt worden, dass ein subtiler Anti-Christianismus in den Medien verbreitet sei, der aber tendenziell nicht als Problem wahrgenommen werde, was das religiöse Nicht-, Halb- und Falschwissen fördere. Dies führe zu einem Malaise in der christlichen Bevölkerung und schlimmstenfalls zu einer gefährlichen Verbindung von christlicher Abendlandromantik und populistisch-rassistischer Politik.

Apell an die Medienschaffenden

Nicht nur in den USA, sondern auch in Polen, Frankreich – und in der Schweiz – drohe diese beängstigende Entwicklung. Medienschaffende würden Verantwortung tragen, sich gegen die Marginalisierung der christlichen Botschaft zu wehren und aufzuzeigen, dass das Grossartige des Glaubens wert sei, verteidigt zu werden. Es sei höchste Zeit, die vitalen und bis heute revolutionären Traditionen des Christentums hervorzuheben!

Zum Thema:
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Datum: 06.02.2017
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet / APD

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