Wer die Wahl hat…

Entscheidungshilfen zur deutschen Bundestagswahl

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Am 24. September findet in Deutschland die Bundestagswahl statt. Für all diejenigen, die nicht die Partei wählen, die sie sowieso immer wählen, gibt es im Internet interessante Möglichkeiten, die eigene Meinung zu bilden.

Einen knappen Monat vor der deutschen Bundestagswahl sind laut Merkur.de so viele Wahlberechtigte unentschieden wie schon lange nicht mehr. 46 Prozent wissen demnach noch nicht, wo sie am 24. September ihr Kreuz machen sollen. Gleichzeitig halten 45 Prozent die Wahl eigentlich schon für entschieden. Gerade deswegen laden Politik und Kirchen dazu ein, sich eine Meinung zu bilden, soweit das noch nicht geschehen ist, und die Demokratie in Deutschland mitzugestalten.

Der Wahl-O-Mat

Ein inzwischen schon klassisches Angebot dazu ist der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier kann man sich durch 38 Thesen hindurchklicken und jeweils Zustimmung, Ablehnung oder Neutralität signalisieren. Die Themenfelder sind der aktuellen politischen Diskussion entnommen. So geht es um bedingungsloses Grundeinkommen, die Frage nach einer Obergrenze für die Aufnahme von Geflüchteten, ein Verbot von Waffenexporten oder auch den Gottesbezug im Grundgesetz. Nach dem Ausfüllen kann man vergleichen, mit welchen Parteien die eigenen Positionen am besten übereinstimmen, wobei direkt der einschränkende Hinweis kommt: «Hohe Übereinstimmungen Ihrer Antworten mit mehreren Parteien bedeuten nicht zwangsläufig eine inhaltliche Nähe dieser Parteien zueinander». Der Wahl-O-Mat versteht sich nicht in erster Linie als Entscheidungsfinder. Das millionenfach durchgespielte Online-Angebot ist so etwas wie ein «demokratischer Volkssport» und soll insbesondere bei jungen Wahlberechtigten das Interesse an politischer Auseinandersetzung wecken und zur Teilnahme an der Wahl animieren.

Die Wahlprüfsteine der Freikirchen

Seit einigen Jahren ergänzen die Freikirchen das politische Angebot durch ihre «Wahlprüfsteine». Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) will damit keine konkrete Wahlempfehlung geben. «Es gehört zu den freikirchlichen Grundsätzen, dass jeder und jede Einzelne in Verantwortung vor Gott und den Menschen mündige Entscheidungen trifft», erklärte ihr Präsident Christoph Stiba vielmehr. Dies geschieht durch einen Katalog von 35 Fragen rund um werteorientierte Themen, die vielen Christen besonders am Herzen liegen: Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, Ehe und Familie, Migration sowie Kirche und Staat. Die Wahlprüfsteine enthalten die unkommentierten Antworten der befragten Parteien. CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke beantworteten die Fragen der VEF. Die AfD reagierte nicht darauf. Beim Lesen des 52-seitigen Dokuments können sich interessierte Wahlberechtigte einen guten Überblick über die verschiedenen Positionen der grossen Parteien verschaffen und sich gerade als Christen kompetent informieren.

Zum Thema:
Christliche Politik: Fünf Missverständnisse
Bundesminister rät Christen: «Profil zeigen weckt Interesse»
Keine Angst vor Islamisierung: Merkel: «Haben wir den Mut, zu sagen, dass wir Christen sind»

Datum: 02.09.2017
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet

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