Glaube an Christus befreit

Botschaft der Freikirchen in Deutschland zu «500 Jahre Reformation»

In ihrer am 20. Oktober veröffentlichten Botschaft zum Reformationsjubiläum beleuchtet die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland den Einfluss, den die Reformation bis heute «auf Christen weltweit und auf ganze Gesellschaften hat.»

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Ansgar Hörsting, Präses des Bundes FEG in Deutschland.
Den Freikirchen sei es ein Anliegen, sich im Jahr des Jubiläums auf ihre Wurzeln in der Reformation zu besinnen, so VEF-Präsident Ansgar Hörsting: «In reformatorischer Tradition stehen wir für einen christlichen Glauben, der Menschen freimacht. Und wir sind Teil einer historischen Bewegung, aus der wichtige Errungenschaften der modernen, freiheitlichen Gesellschaften erwachsen sind. Diese Werte vertreten wir aus unserem Glauben heraus.»

Grundsätze reformatorischer Theologie

Die VEF hebt in ihrer Botschaft wichtige Grundsätze reformatorischer Theologie hervor, wonach das «freimachende Gnadenangebot des Glaubens allen gilt», wie es in dem Papier heisst. «Die persönliche Entscheidung für den Glauben verändert Menschen.» Glaube befreie Menschen von zerstörenden Mächten. Einige Grundsätze und Ausdrucksformen reformatorischer Theologie seien von den heutigen Freikirchen in besonderer Weise weiterentwickelt und mit Leben gefüllt worden, etwa das «Priestertum aller Gläubigen». So stehe in den Freikirchen die Mitwirkung in Aufgaben und Diensten in der Ortsgemeinde «grundsätzlich allen offen, die sich für den Glauben entschieden haben.»

Errungenschaften der modernen Gesellschaft

Manche Errungenschaften der modernen Gesellschaft seien auf die Reformation zurückzuführen, «und die Freikirchen hatten entscheidenden Anteil daran», wofür das VEF-Dokument einige Beispiele nennt. So sei eine der Wurzeln des modernen Freiheitsverständnisses – vor allem in Nordamerika – von baptistischen Theologen wie Roger Williams ausgegangen. Diese hätten dazu beigetragen, «dass Religions- und Gewissensfreiheit als Grundrecht für alle deklariert wurde.» Die Heilsarmee habe sich bereits im 19. Jahrhundert für eine gesellschaftliche Gleichstellung der Frauen engagiert, und der Einsatz für Menschenrechte habe in den Freikirchen eine lange Tradition, wie das Wirken Martin Luther Kings oder der Einsatz der Mennoniten für Frieden beispielhaft zeigten.

Freikirchen Teil einer Erneuerungsbewegung

So seien die Freikirchen Teil einer «historischen Erneuerungsbewegung». Das Jubiläum 2017 sei für sie Anlass, sich auf ihre «Wurzeln in der Reformation» und die damit einhergehenden Inhalte zu besinnen: «Wir beten, dass Gott bei allen, die sich mit der Reformation beschäftigen, Glauben weckt und stärkt. Wir wollen so leben und verkündigen, dass Glaube geweckt und gestärkt wird. Der Glaube ist es, der Menschen verändern kann. Gott macht Menschen frei, für ihn haben wir einen unermesslich hohen Wert. Als Ausdruck unseres Glaubens engagieren wir uns für Menschenrechte, für Religions- und Gewissensfreiheit, für Frieden, Respekt und Chancengleichheit.» Die VEF-Botschaft schliesst mit den Worten: «Christus befreit. Das glauben und bezeugen wir.»

Vereinigung Evangelischer Freikirchen

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen und die Botschaft der VEF zu «500 Jahre Reformation» unter: www.vef.de

Zum Thema:
Zur Reformation Einheit suchen: Landeskirchen suchen verstärkte Zusammenarbeit mit Freikirchen
Bilanz und Kongress: Freie evangelische Gemeinden: In die Weite und in die Tiefe wachsen
Leitartikel «Die Zeit»: Reformationsjubiläum als Gelegenheit, den Papst einzuladen?

Datum: 24.10.2016
Quelle: APD

Kommentare

Ja, es geht um den persönlichen Gauben an Gott, wenn wir ans Reformationsjubiläum denken. Aber entscheidend dabei ist, dass wir neu Gottes Wort, die Bibel, ernst nehmen von A bis Z, im Sinne von "sola scriptura". Wie wichtig ist uns dieses Buch noch, auch in den freien christlichen Gemeinden? Wie verbindlich und ernst nehmen wir deren Inhalte als von Gott geführt und bewahrt und fügen nichts dazu, lassen aber auch nichts weg? Wie oft - als geistliche Nahrung - lesen wir darin und tauschen uns darüber aus, verglichen mit anderem Zeitvertreib? Es braucht vielleicht eine neue Reformation, sprich Rückbesinnung auf Gottes Wort und der Erkenntnis, dass wir nicht Gott und der Welt dienen können.

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