«Good Morning, Church!»

Soll ich meine Feinde erschlagen?

Wie gehst du mit deinen Feinden um?
Das syrische Heer ist in der Hand des Königs von Israel. Dieser fragt den Propheten Elisa, wie er mit den Feinden umgehen soll. Wie gehst du mit deinen Feinden um? Hierzu ein Bibelimpuls von Meike Ditthardt aus dem Buch «Good Morning, Church!»:

«Als der König von Israel seine Feinde sah, fragte er Elisa: ‘Mein Vater, was rätst du mir? Soll ich sie alle umbringen lassen? Soll ich sie erschlagen?’ ’Nein, das sollst du nicht!’, entgegnete der Prophet. ‘Du würdest doch nicht einmal Soldaten erschlagen, die du im Kampf gefangen genommen hast! Gib ihnen zu essen und zu trinken, und dann lass sie zurück zu ihrem Herrn ziehen.’ Da liess der König den Syrern ein herrliches Festmahl auftischen. Nachdem sie gegessen und getrunken hatten, durften sie in ihr Land zurückkehren. Von da an unternahmen die syrischen Truppen keine Raubzüge mehr auf israelitisches Gebiet.» (2. Könige Kapitel 6, Verse 21-23)

Der König fragt: Soll ich meine Feinde erschlagen?

Sollst du deine Feinde erschlagen? Wer kann dich so richtig in Rage bringen? Welcher Name kommt dir gerade in den Sinn? Hast du sie/ihn in Gedanken schon erschlagen? Wie gehst du mit Leuten um, die dir das Leben schwer machen? David floh vor Saul – das ist sicher manchmal eine gute Wahl. Ihnen aus dem Weg gehen.

Elisa sagt: Gib ihnen zu essen und zu trinken!

Stell dir vor, du würdest die Person, die dich drangsaliert, mit Gottes Augen sehen. Mit liebenden Augen. Was für eine Kindheit hat sie gehabt? Wie kommt es, dass sie so boshaft agiert? Was für niedermachende Glaubenssätze haben ihr Leben geprägt? Ich meine damit nicht, dass du zulassen sollst, dass sie all ihre Bitterkeit, all ihren Frust über dir ausgiesst. Aber du darfst dich in die Person einfühlen. Ihr mit Liebe begegnen.

Eine Frau aus der Gemeinde war voller Kritikgeist. Sie hatte an allem etwas auszusetzen. Ich ging ihr eher aus dem Weg. Und ins Gebet. Dann kam ihre Tochter in meinen Konfirmandenunterricht: Sie begann mich zu mögen und kam zum Glauben. Sie veränderte sich zusehends. Ihre Härte wich einer Weichheit, ihr hübsches Lachen kam zum Vorschein. Ihre Mutter war erst gar nicht begeistert, dass ihre Tochter nun immer mehr Zeit in der Kirche verbrachte. Aber dann kam sie auch mal in den Gottesdienst: Sie sah, wie ihre Kinder Spass hatten. Und das war so ein Kairos-Moment: Sie machte ihre Herzenstür einen Moment auf, ich kam mit ihr ins Gespräch, und ich merkte, dass hinter ihrer harten, spöttischen Fassade eine zutiefst unglückliche Frau stand: Sie fühlte sich mit Kind und Kegel, Mutterdasein und Arbeit völlig überfordert; und es kam erschwerend hinzu, dass ihr Mann ihr keine Wertschätzung gab. Ich lud sie und die Familie zum Essen ein, die Mutter taute immer mehr auf. Ein paar Wochen später gestand sie mir, dass sie gerne mit ihrem Mann zu uns in die Paarberatung kommen wolle. Ich ermutigte sie, diesen Wunsch bei ihrem Mann anzusprechen. In der darauffolgenden Woche standen beide vor unserer Haustür.

Next step: Hast du auch solche «Feinde»? Wie kannst du dich in sie einfühlen und ihnen ein «herrliches Festmahl» bereiten?

Zum Buch:
Das Buch «Good Morning, Church» bietet tägliche Bibelimpulse für die Church Family, aber auch für Menschen, die es lieben, den Dingen auf den Grund zu gehen. Der Leser kann 100 Tage lang jeden Tag mit einem Bibelimpuls beginnen und im Abschnitt «Next Steps» einen Schritt weitergehen, um Gott näherzukommen, Jüngerschaft zu leben, Kirche zu träumen und zu leben 

Zum Thema:
Wenn Beziehungen scheitern: Von Spannungen, Konflikten und Trennungen
Spannungsfelder in Gemeinden: Eine (un)gesunde Kritikkultur
«Good Morning, Church!»: Eine Thurgauerin verliert ihren Apfel 

Datum: 08.02.2026
Autor: Meike Ditthardt
Quelle: Good Morning, Church

Werbung
Livenet Service
Werbung