Bethel Church

«Versagen» im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen eingeräumt

Die Bethel Church lässt Prediger Shawn Bolz zurück
Nach massiver Kritik gesteht die Bethel Church Fehler im Umgang mit Vorwürfen gegen den Prediger Shawn Bolz ein. Die Leitung spricht von «Versagen» – und will Betroffene nun aktiv unterstützen.

Wie CBN News berichtet, hat die charismatisch-pfingstlerische Bethel Church im kalifornischen Redding erstmals ausführlich zu Vorwürfen gegen den Prediger Shawn Bolz Stellung genommen. Ein Video (Englisch) hatte erneut Hinweise auf manipulierte prophetische Praktiken und sexuelles Fehlverhalten öffentlich gemacht.

In einer Online-Erklärung gestehen die leitenden Pastoren Bill Johnson, Kris Vallotton, Dann Farrelly und Danny Silk ein, frühere Hinweise nicht ausreichend beachtet zu haben. Man habe «nicht laut genug und nicht früh genug» über interne Bedenken gesprochen. Die Leitung beschreibt ihr Handeln als «Fehler» und «Versagen», das Betroffenen zusätzlichen Schmerz zugefügt habe.

Pastor: «Grosser Fehler»

Besonders Kris Vallotton äusserte Selbstkritik. Zwar hatte er sich bereits 2020 von Bolz distanziert, jedoch ohne öffentliche Klarstellung. Dies sei «ein grosser Fehler» gewesen, schreibt Vallotton. Auch sein erster Kommentar nach Veröffentlichung des Enthüllungsvideos sei unsensibel gewesen. Nun räumt er ein: «Shawns Verhalten ist nicht unsere Schuld – aber unser Umgang damit war es.»

Die Bethel Church betont, Bolz nicht länger zu unterstützen und empfiehlt anderen, ebenso zu handeln. Zudem soll ein neues «Safe Church»-System mehr Transparenz und klare Meldewege ermöglichen. Betroffene, die unter Bolz’ Verhalten oder prophetischen Aussagen gelitten haben, werden ausdrücklich eingeladen, sich zu melden.

Bolz selbst scheint sich aus dem öffentlichen Dienst zurückgezogen zu haben. Laut seiner Homepage befindet er sich «in einer Auszeit». Seine Social-Media-Konten, darunter X und Instagram, wurden deaktiviert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Jesus.de.

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Datum: 03.02.2026
Autor: Daniel Wildraut
Quelle: Jesus.de

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