SSF-Umfrage

Scheidungsprävention schon beim Zivilstandsamt?

Zivilstandsbeamtinnen und -beamte geben den Paaren bei der Ziviltrauung meistens einige schöne Worte und Anregungen für ein gutes Zusammenleben mit. Doch wie nachhaltig sind solche Worte? Wären die Ämter auch bereit, Paaren eine nützliche Handreichung mit auf den Weg zu geben?

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Die Schweizerische Stiftung für die Familie SSF regte mit einer Umfrage bei 120 stichprobenartig ausgewählten Zivilstandsämtern an, über die Abgabe einer Handreichung nachzudenken. Diese könnte Paaren nebst guten Worten zum Beispiel Tipps von kompetenten Paarberatern sowie eine Liste von Beratungsstellen mitgeben, an die man sich bei Bedarf wenden kann.

Die Umfrage umfasste Ämter mit jährlichen Trauungen von 130 bis 4‘270. 15 Ämter (12.5%), die gemeinsam immerhin 10’000 Paare pro Jahr trauen, nahmen sich die Mühe, die Fragen der SSF zu beantworten.

Zivilstandsämter eher skeptisch

Die Frage, ob sie eine solche Handreichung für nützlich halten, beantworteten 17% der Ämter grundsätzlich positiv. 58% sind neutral bis skeptisch, 25% sehen darin keinen Nutzen. Die SSF wollte auch wissen, ob sich die Amtsleiterinnen und -leiter allenfalls schon Gedanken darüber gemacht haben, wie eine Handreichung aussehen müsste, die Paaren in Krisenzeiten helfen könnte, ihre Beziehung zu retten. Denn die Standesämter nehmen eine Schlüsselrolle ein. Die künftigen Ehepaare machen hier eine wichtige Entscheidung fest und wären in der Regel wohl auch offen für konkrete Hinweise zur Pflege ihrer künftigen Beziehung.

Kleinere Ämter offener

Doch die Standesämter nehmen das selbst kaum wahr. Die Auswertung zeigt durchgehend, dass den Leitenden solche Überlegungen bislang fremd sind. Man kann daraus schliessen, dass sie Scheidungsprävention nicht als Teil ihrer Aufgabe sehen.

Die Antworten zeigten, dass kleinere Ämter wesentlich eher bereit wären, eine Broschüre oder ein Verzeichnis abzugeben als die grossen. Vielleicht weil die Atmosphäre in kleineren Ämtern persönlicher ist? Oder weil der Beamte das Paar oft sogar persönlich kennt? Dann ist das Bedürfnis, dem jungen Paar etwas für die Beziehungspflege oder Krisenintervention abzugeben, naturgemäss grösser.

Neuer Trend

Neueste Scheidungszahlen zeigen übrigens, dass die Ehen in den ersten 10 Jahren wieder stabiler geworden sind, während sich vermehrt Paare nach der Familienphase mit eigenen Kindern trennen. Die jungen Paare entscheiden sich bewusster für die Heirat als vor einer Generation, und sie sind eher bestrebt, ihre Ehe auch langfristig zu führen und zu gestalten. Sofern auch die Zivilstandsämter dafür sensibilisiert werden, könnte die Bereitschaft steigen, den Paaren eine nützliche Handreichung mit auf den Weg zu geben, die dann bei ersten Krisensymptomen auf fruchtbaren Boden fallen könnte.

Zum Thema:
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Datum: 10.09.2014
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Schweizerische Stiftung für die Familie (SSF)

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