Schöpfung oder Evolution

«Mit 'Intelligent Design' kann man Gott nicht zwingend beweisen...»

...aber «es unterstützt meinen Glauben». Das sagt der zweifache Doktor in Biologie und Theologie, Beat Schweitzer, zu seiner Doktorarbeit unter dem Titel «Design in der Natur».

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Beat Schweitzer
Der Programmleiter für Kommunikative Theologie am Theologischen Seminar St. Chrischona hat sich dem umstrittenen Thema in seiner Doktorarbeit gewidmet, für die er sich acht Jahre Zeit genommen hat. Nun liegt sie gedruckt im Brunnen-Verlag vor. In einem Interview mit dem «Chrischona Panorama» erläutert er seine Überlegungen zu diesem heiss umstrittenen Thema.

Wer steckt hinter dem «Zufall»

Schweitzer zählt sich dabei zu keinem der gegnerischen Lager. Er weist sowohl auf die Schwächen des Kreationismus hin, insbesondere wenn er eine Schöpfung erst vor einigen tausend Jahren postuliert, aber auch auf jene der Evolutionisten. Zum Beispiel, dass diese mit grossen Mutationen rechnen müssen, die sich schwerlich dem Zufall zuordnen lassen. Schweitzer stellt aber den Begriff «Zufall» nicht rundweg in Frage, sondern meint dazu: «Wenn wir etwas als Zufall erachten, muss es nicht gottlos sein. Denn Zufälle sind in der Regel Konsequenzen von etwas, das sich uns entzieht, weil wir es nicht exakt bestimmen oder berechnen können.» Damit könne Evolution durchaus mit einem Schöpfergott in Einklang gebracht werden. Er ist sich dabei bewusst, dass die Evolutionstheorie oft schwierig mit dem biblischen Gottessbild in Einklang gebracht werden kann.

Prozesse zeigen Planung auf

Schweitzer unterscheidet daher Intelligent Design sowohl vom Kreationismus wie vom Evolutionismus. Intelligent Design an sich sagt nichts über Gott aus, sondern nur: Prozesse in der Natur zeigen Planung auf, also Design. Und: «Intelligent Design ist ein Denkanstoss, der davon ausgeht, dass die Natur zu komplex ist, als dass sie durch einen planlosen evolutionären Prozess von vielen, kleinen Veränderungsschritten entstanden sein könnte.»

Evolution nicht per se gottlos

Zur Evolutionstheorie sagt Schweitzer: «Wenn wir von der Evolutionstheorie sprechen, meinen wir in der Regel eine Weltentstehung ohne Gott. Die Evolutionstheorie muss aber nicht per Definition gottlos sein. Evolution kann durchaus mit einem Schöpfergott in Einklang gebracht werden. Intelligent Design stellt sich gegen eine Welterklärung, die besagt, dass man die Entstehung der Welt ausschliesslich über natürliche Prozesse erklären kann.»

Ein Geheimnis bleibt

Somit kann Schweitzer seine wissenschaftliche Doppelexistenz als Biologe und Theologe auch leben. Der neue Ethik-Dozent am tsc zum Chrischona Panorama: «Biologen und Theologen leben beide in derselben Welt und reden über dieselbe Welt. Mir war immer bewusst: Als Naturwissenschafter beschreibe ich diese Welt nur. Wenn ich darüber nachdenke, wie Gott in dieser Welt handelt, komme ich als Naturwissenschafter an meine Grenzen. Ich kann als Naturwissenschafter keine Aussage machen über etwas, das ich nicht messen, nicht nachweisen kann. Aber da komme ich auch als Theologe an Grenzen: Wie handelt Gott? Mittelbar oder unmittelbar? Das ist auch für mich als Theologe ein Geheimnis.»

Zum Thema:
Schöpfung scheint schlüssiger: Kambrische Explosion bringt Evolution ins Schwitzen
Wunder der Schöpfung: Uralte Bakterie bietet Evolution die Stirn
Doch kein Bindeglied: Unterkieferknochen bestätigt Evolution nicht

Datum: 06.06.2016
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet

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