Prophetie in der Gemeinde

Prophetisches Reden kommt zu kurz

Mathias Wüthrich, Pastor in der BewegungPlus Langnau im Emmental, hat seine Ordinationsarbeit zum Thema Prophetie geschrieben. «Online», das Magazin der BewegungPlus, hat ihm dazu einige Fragen gestellt.

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Mathias Wüthrich
Magazin «online»: Was war dein eindrücklichstes Erlebnis mit Prophetie?
Mathias Wüthrich: Ein Schlüsselerlebnis war bei einer Konferenz in Zürich, als mir ein Redner Heilung von Verletzungen, Wiederherstellung und Zukunftsperspektiven zusprach. Gott gab mir dadurch Hoffnung und Zuversicht, was mich für meinen weiteren Lebensweg sehr gestärkt hat. Daneben sind es viele kleine Erlebnisse. Vorgestern habe ich zum Beispiel von einer Person geträumt. Am Tag darauf habe ich sie zufällig getroffen und darauf angesprochen, und mein Traum hat voll ins Schwarze getroffen.

Du schreibst, dass es keine besondere Gabe braucht, um die Stimme Gottes zu hören. Auf der anderen Seite redest du wiederholt von «Menschen mit einer prophetischen Begabung».
Ich glaube, es ist für alle möglich, Gottes Stimme zu hören. Daneben gibt es aber Menschen, die besonders dazu befähigt sind. So ist es ja auch bei den meisten Gaben, z.B. der Lehre: Jeder kann etwas weitergeben, aber Einzelne haben diese Gabe in ausgeprägter Weise.

Wo ortest du die grösste Schlagseite in unserem Umgang mit Prophetie?
Das prophetische Reden kommt oft zu kurz, weil Menschen Angst haben, dass ihre Eindrücke nicht von Gott sind, und deshalb schweigen sie. Vielleicht hat es damit zu tun, dass es eine Zeit gab, in der das prophetische Wort missbraucht wurde.

Im Blick auf das Alte Testament stellst du fest, dass die Propheten oft «antizyklisch» auftraten: Bei Frieden warnten sie, bei Krisen sprachen sie von Hoffnung. Was heisst das für uns heute?
Ich spüre eine Tendenz zum Wellness-Christentum. Dass ein prophetisches Wort durchaus aufrütteln darf, geht gegen unseren Zeitgeist, der sagt, dass jeder selbst weiss, was gut für ihn ist. Darum hat auch die ermahnende Prophetie einen schweren Stand, weil sich die Leute schnell betupft fühlen.

Wie können wir denn auf gute Art «prophetisch ermahnen»?
Die Ermahnung soll zu Gott hinführen und von seiner Liebe durchdrungen sein. Ein Beispiel: Vor einigen Wochen gab mir jemand einen kritischen Eindruck weiter. Ich spürte, wie er selbst damit rang und es mir fast unter Tränen sagte. Diese Liebe war tragend, denn so konnte ich es annehmen, auch wenn es im ersten Moment schmerzhaft war.

Du schreibst, dass Menschen mit einer prophetischen Gabe in einer gesunden Rechenschaftsbeziehung leben sollen. Was heisst das?
Propheten haben die Tendenz, übergeistlich zu werden. Deshalb legen wir Wert darauf, dass jeder in einer jüngerschaftlichen Beziehung lebt. Wir versuchen das vorwiegend durch Kleingruppen.

Ordinationsarbeit «Prophetischer Dienst»

Mathias Wüthrich zu seiner Arbeit: «Meine Arbeit soll dazu beitragen, Menschen eine neue Dimension im Leben mit Gott zu eröffnen und eine neue Sensibilität für die Stimme Gottes zu fördern. Das prophetische Reden ist ein wichtiges Instrument Gottes. Mein Ziel ist es, dass Menschen ihre persönlichen Unsicherheiten ablegen und einen neuen Zugang zum Reden Gottes finden können.»

Die Arbeit kann unter km.wuethrich@gmail.com bezogen werden.

Zum Thema:
bless2n-Konferenz zum Gebet: Abenteuer mit dem Heiligen Geist und keine mühsame Pflichtübung
Pastor und TV-Prediger: Leo Bigger: «Ich habe noch nie ein Auto gekauft»
Pfingsten: Warum wir den Heiligen Geist brauchen
Prophetie im Gottesdienst: Das ganze Spektrum erleben

Datum: 03.09.2015
Autor: Christian Ringli
Quelle: BewegungPlus Online

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