Malediven verschärfen Restriktionen gegen Christen
Die Auswirkungen sind inzwischen im gesamten Archipel spürbar und bringen die dort lebenden Christen in eine noch gefährlichere Lage.
Seit der Machtübernahme von Präsident Mohamed Muizzu im November 2023 verschärft seine Regierung die Einschränkungen der Religionsfreiheit für die Bevölkerung. Ziel ist es, die sunnitische Identität des Landes zu bewahren, berichtete die Organisation «International Christian Concern» am 29. Januar.
Bürger dürfen nur Islam ausüben
Im September wurden mehrere Gesetze zu Medien und Meinungsfreiheit verabschiedet. Diese sehen vor, dass jede Verbreitung oder Kommunikation, die als Bedrohung für den Islam, die nationale Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder das Wohl der Bevölkerung angesehen wird, mit öffentlichen Entschuldigungen, Geldstrafen oder Verwarnungen geahndet werden kann.
Die Bürger des Inselstaates dürfen keine andere Religion als den Islam ausüben oder ihr folgen. Die Ausübung nichtislamischer Religionen ist streng reglementiert und darf ausschliesslich im privaten häuslichen Rahmen stattfinden.
Nur Ausländer dürfen andere Religionen ausüben
Personen, die zum Christentum konvertieren, sehen sich daher einem erheblichen sozialen und staatlichen Druck ausgesetzt. Besonders gefährdet sind Konvertiten mit muslimischem Hintergrund, da ihnen hohe Geldstrafen und in manchen Fällen sogar die Todesstrafe drohen.
Nach Angaben von «Open Doors» ist «jeder Malediver verpflichtet, Muslim zu sein, und wer den Islam verlässt, verliert seine Staatsbürgerschaft». Nur ausländische Staatsangehörige dürfen eine andere Religion als den Islam ausüben – und auch dies ausschliesslich in einem privaten Rahmen. Die Malediven liegen auf dem Weltverfolgungsindex auf Rang 19.
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Datum: 11.02.2026
Autor:
Elormise Pierre / Daniel Gerber
Quelle:
Info Chrétienne / Übersetzung: Livenet