Christliche NGO begrüsst Bemühungen gegen Zwangsarbeit
In Pakistan sind laut der Organisation «Families Set Free» mehr als drei Millionen Menschen im System der Schuldknechtschaft gefangen. Ein Drittel von ihnen gehört zur christlichen Minderheit des Landes.
Aufgrund schwerer finanzieller Probleme sind viele Pakistaner gezwungen, in Ziegelfabriken zu arbeiten. Damit ihre Schulden zurückgezahlt werden, müssen sie jeden Tag 1’000 Ziegelsteine herstellen. Doch sehr oft reicht ein ganzes Leben nicht aus, um die geforderte Summe zu begleichen. So setzt sich dies von Generation zu Generation fort, und die Kinder werden ihrerseits zu Sklaven.
«Substanzielle Reformen»
Seit 2021 hat «Family Set Free» nach eigenen Angaben 14’190 Menschen gerettet. Kürzlich haben sich die Regierung Pakistans und insbesondere die Provinz Punjab dieses Problems angenommen.
In einer Pressemitteilung gratulierten daher der Generaldirektor der Organisation, Mike Brickley, und der Geschäftsführer des «Christian Economic Forum», Grant Webster, der Regierung. Sie lobten die «substanziellen Reformen», die durchgesetzt wurden, um «die Zwangsarbeit zu beseitigen und den Ziegelbrennerei-Sektor im Einklang mit internationalen Arbeits-, Umwelt- und Governance-Standards zu modernisieren».
Ziel: Zwangsarbeit endgültig besiegen
Insbesondere wurde ein provinzieller Lenkungsausschuss eingerichtet, der aus fünfzehn Mitgliedern besteht und von der Ministerin Marriyum Aurangzeb geleitet wird. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, die Zwangsarbeit von Kindern zu beseitigen.
Die Organisation erklärt weiter, dass sie die politischen Institutionen unterstützt, um «die Zwangsarbeit endgültig zu beseitigen und gleichzeitig ein inklusives, umweltfreundliches und regelbasiertes Wirtschaftswachstum in Pakistan zu fördern».
Pakistan belegt auf dem Weltverfolgungsindex 2026 von «Open Doors» den 8. Platz. In der Provinz Punjab «leben die meisten Christen, und dort ereignen sich zahlreiche Fälle von Verfolgung, Diskriminierung und Intoleranz», so die Organisation. «Neben Punjab ist auch die Provinz Sindh dafür bekannt, ein Ort zu sein, an dem Schuldknechtschaft praktiziert wird, die viele Christen betrifft.»
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Datum: 12.03.2026
Autor:
Mélanie Boukorras / Daniel Gerber
Quelle:
Info Chrétienne / gekürzte Übersetzung: Livenet