Die Sprüche in breiter Kampagne neu beleuchten
Die Sprüche, die grösstenteils vom weisen König Salomo stammen, sind nicht nur theoretische, abgehobene Weisheiten aus einer längst vergangenen Zeit, sondern topaktuelle «Lifehacks», also Tipps für ein gelingendes Leben in Bereichen wie Arbeit, Finanzen, Beziehungen und persönliche Einstellung. Dabei – und das betont Thomas Bänziger gleich zu Beginn des Livenet-Talks – wird wahre Weisheit, wie sie in den biblischen Sprichwörtern zu finden ist, oft mit Demut und der Ehrfurcht vor Gott verknüpft.
Dem Leben Gesetzmässigkeit ablauschen
«Weisheit findet man nicht losgelöst von Gott, sondern bei ihm», ist Thomas Bänziger überzeugt. Der Autor und theologische Leiter der Stiftung Schleife in Winterthur hat zusammen mit seiner Frau Katharina die «Kurze Einführung in die Bibel» von Hans Aebi neu aufgelegt. Dabei hat er sich auch mit dem Buch der Sprüche auseinandergesetzt. «Wir denken sicher zuerst an Weisheit, wenn wir von diesem Buch hören», führt der Theologe aus. Damit sei nichts Hochgestochenes gemeint – bei der Weisheit gehe es darum, das Leben zu gestalten. Manchmal stolpern wir durchs Leben – mit Gottes Hilfe könnten wir lernen, weise auf Umstände zu reagieren.
Die biblischen «Sprüche» spürten dem nach, was im Leben passiere, sie lauschten dem Leben seine Logik und Gesetzmässigkeiten ab. Im Deutschen reimten sich kurze Weisheitssprüche oft: «Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu». Im Hebräischen seien es mehr Gedankenreime. Zwei Gedankenteile bestätigen sich, ergänzen einander oder sagen das Gegenteil: «Hochmut kommt vor dem Fall» oder «Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.» Salomo, der Autor der Sprüche, habe die Welt beobachtet und Gesetzmässigkeiten entdeckt. Da steht zum Beispiel in Sprüche 6, Vers 6: «Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh, was sie tut und lerne von ihr.» Bänziger erklärt: «Wenn du am Morgen liegen bleibst, bringst du es zu nichts – diese Lebensweisheit ist offensichtlich.» Wer diszipliniert lebt, könne etwas aufbauen, das Bestand habe.
Warum, Gott?
Doch es scheine auch durch, dass das Leben nicht immer eindeutig verlaufe. Hiob sei ein Beispiel dafür – er habe alles richtig gemacht, und dennoch erkrankte er schwer und verlor alle seine Kinder in den Trümmern eines einstürzenden Hauses. Hier tauche die Frage nach dem Warum auf. Wenn es uns schlecht gehe, fragten wir oft, wo Gott geblieben, welcher Sinn in dieser Not verborgen sei. Im Miteinander der drei Weisheitsbücher Hiob, Prediger und Sprüche liege das Geheimnis.
Es gebe Zitate, die auch bei den Ägyptern vorkommen. Man könnte deshalb annehmen, dass im alten Orient alle gleich gedacht hätten, z.B. «Grenzsteine dürfen nicht versetzt werden». Es gebe auch viele Hinweise für eine gelingende Lebensgestaltung. Sie gingen von einem allgemeinen Prinzip aus, das die Welt verwalte. Doch die Hebräer bezogen dabei immer ihren Schöpfer ein: «Verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern vertraue auf Gott.» Der Theologe folgert daraus: «Leben kann nur gelingen, wenn es mit Gott zusammen gelebt wird.» Weises Leben heisse, auf Gott zu schauen. «Such seinen Weg, achte auf ihn», laute die Aufforderung. Manchmal werde die Weisheit wie eine Person beschrieben, so auch in Sprüche 8: Damit sei Jesus gemeint – er sei selbst die Weisheit in Person.
Drei Weisheitsbücher von Salomo
Im Alten Testament stehen drei Weisheitsbücher nebeneinander: Prediger, Sprüche, Hiob. Es lohne sich, sie zu lesen, viele Themen seien sehr aktuell. Sie zeigten auf: Die Beziehung zu Gott ist der Anfang der Erkenntnis. «Als Vergleich könnte man sagen: Es ist, wie wenn man aus dem Vorhof des Tempels ins Heiligtum tritt. An der Menora wurden neue Lichter entzündet. Doch hier bleiben wir nicht stehen – es geht weiter.» Der Prediger sagt: «Es gibt nichts Neues unter der Sonne» – er drücke damit aus, dass er fast verzweifle an der Realität. Heute gehe es vielen Menschen nicht anders. Es gebe so viel Leid, das man nicht versteht. Bänziger stellt deshalb klar: «Die tiefste Form der Weisheit ist die Liebe. Die Liebe zu Gott und den Menschen.»
Zur Sprüche-Kampagne von Livenet
Jeder Mensch wünscht sich, das Leben wie ein guter Steuermann zu lenken (vgl. Sprüche 1, Vers 5) und weise Entscheidungen zu treffen. Livenet zeigt in einer langfristig und breit angelegten Kampagne vielfältige Impulse und Alltagstricks aus den Weisheitssprüchen zu Fragen wie:
- Was trägt und erfüllt wirklich im Leben?
- Wie finde ich gute Wegbegleiter und Ratgeber?
- Welche Folgen haben Lügen, Betrug und Faulheit?
- Wie kann ich konstruktiv mit Ärger umgehen?
- Was heisst es, Gott zu vertrauen – gerade auch im Umgang mit Geld?
Ein Highlight dieser Kampagne wird die modern gestaltete Edition der Sprichwörter in der aktuellen und verständlichen Bibelübersetzung «Basis Bibel» sein, die ab Sommer 2026 über den Livenet-Shop erhältlich ist.
Gleichzeitig schreibt Livenet-CEO Florian Wüthrich ein Buch, das die zeitlosen Weisheiten in unser heutiges Leben überträgt und Menschen im 21. Jahrhundert hilfreiche Orientierungspunkte geben wird. Die Livenet-Leser sind eingeladen, auf den diversen Kanälen von Livenet jetzt schon mitzukommen auf diese Reise.
Zum Talk:
Zur BasisBibel:
BasisBibel: Altes und Neues Testament
Zum Thema:
Dossier: Livenet-Talk
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