Zwischen Mord und Auferstehung

Knives Out 3: Wake Up Dead Man

Die christlichen Motive sind nicht zu übersehen
Der inzwischen dritte Teil der Knives out-Serie ist ein düsterer Krimi zwischen Agatha Christie und Edgar Allan Poe. Die christlichen Motive darin sind allerdings stärker als die Krimihandlung selbst.

Der Priester und ehemalige Boxer Jud Duplenticy (Josh O’Connor) wird nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung strafversetzt. Er landet in einer Kirchengemeinde am Rand New Yorks, in der der charismatische, aber übergriffige Monsignor Jefferson Wicks (Josh Brolin) mehr herrscht als arbeitet. Schon sein Vater war dort als Priester, und es heisst, dass dieser unfassbar reich war, das Geld aber mit seinem Tod spurlos verschwand. Die Zusammenarbeit der beiden Priester gestaltet sich sehr schwierig, weil ihre Auffassungen vom Gemeindeleben und dem Umgang mit Menschen weit auseinanderliegen. Schliesslich wird Wicks dramatisch im Rahmen eines Gottesdienstes ermordet – in einer kleinen Kammer, ohne dass jemand ausser ihm dort war. Nicht nur die Polizei ermittelt in diesem Mordfall, sondern auch der geniale Benoit Blanc (Daniel Craig), ein fast allwissender Detektiv und die moderne Version von Hercule Poirot. Der Hauptverdächtige ist Dupenticy, aber auch eine Gruppe an regelmässigen Gottesdienstbesuchern macht einen undurchsichtigen Eindruck. Irgendetwas schwelt hier im Untergrund. Und dann geschieht eine Art Auferstehungswunder.

Richtender Glaube

Neben dem klassischen Whodunnit geht es im Film auch um die sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten der beiden Priester und ihre genauso gegensätzlichen theologischen Auffassungen. Monsignor Wicks inszeniert sich als moralische Instanz. Er hat zwar selbst Dreck am Stecken, verheimlicht das jedoch weitgehend. Seine Predigten nutzt er dazu, andere blosszustellen und zu verurteilen. Damit verkörpert er eine Religiosität, wie sie auch in der Realität weit verbreitet ist: strafend, moralisierend und heuchlerisch. Sein Glaube ist ichbezogen und machtbewusst, Vergebung hat darin praktisch keinen Raum.

Vergebender Glaube

Ganz anders wird Duplenticy dargestellt. Er kennt Schuld aus seinem eigenen Leben – als Boxer war er für den Tod eines anderen verantwortlich – und hat deshalb ein tiefes Verständnis für menschliches Versagen entwickelt. Er ringt um das Richtige und Gute, auch wenn er es nicht immer umsetzen kann, vor allem begegnet er anderen auf eine inklusive und einladende Art. Sein Glaube ist vom Auf und Ab bestimmt, aber glaubwürdig.

Zerbrechlicher Gaube

Neben der durchaus spannenden Krimihandlung und den schrägen Figuren darin steht im Film immer wieder die Frage im Mittelpunkt, welcher Glaube trägt. Wie er im eigenen Leben heilende Kraft entfalten kann. Die meisten Charaktere des Films inklusive des harten Kerns der Gemeinde stellen sich dieser Frage und sind gleichzeitig von der missbräuchlichen Machtversion des einen und dem gewinnenden Ansatz des anderen Priesters beeinflusst. Nach dem Showdown und der Entlarvung des Mörders ist es diese Frage, die im Raum stehen bleibt: Wie sieht dein Glaube aus? Darf er zerbrechlich sein? Und dieser Schluss wird eindrucksvoll mit dem Gospelstück «Come on Up to he House» und Tom Waits rauchiger Stimme untermalt.

Der Film ist aktuell bei diversen Streaming-Diensten zu sehen.

Zum Trailer:

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Datum: 05.02.2026
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet

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