Nach Prinzipien Christi leben

Guter Rat oder Gute Nachricht?

Welche Aussagen machen Influencer über Jesus? (Symbolbild)
Das Christentum erlebt derzeit einen Aufschwung im Westen. Influencer und Vordenker bekennen sich öffentlich zu ihrem christlichen Glauben, was noch vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen wäre. Wenn man nur eins nicht vergessen würde…

Die Liste wird immer länger: Intellektuelle, Journalisten und andere Vordenker reden öffentlich von den Segnungen des Christentums, das unsere westliche Gesellschaft im «Säkularismus» jahrzehntelang fast für tot hielt. Einflussreiche Persönlichkeiten wie Joe Rogan und Douglas Murray sprechen immer häufiger über den Wert des christlichen Glaubens und die Gefahren, ihn aufzugeben. Der Evolutionsbiologe Bret Weinstein bezeichnet Religion oft als «metaphorisch wahr». Säkulare Psychologen wie Jonathan Haidt und John Vervaeke haben viel über den Wert des Glaubens inmitten einer «Sinnkrise» im Westen geschrieben. Jordan Peterson, Tom Holland, in der Schweiz immer wieder Roger Köppel und viele andere rufen nach einer neuen Verankerung unserer gesellschaftlichen Werte im Christentum und preisen die Bibel als Quelle tiefer Weisheit. Die Aussagen des christlichen Glaubens stossen auf erneutes und ernsthaftes Interesse, Gott sei Dank.

Persönlicher Nutzen

Für viele liegt die neue Anziehungskraft des Christentums in seinem sozialen Nutzen und seinen persönlichen Vorteilen. Der US-Podcaster Joe Rogan beispielsweise sagt, dass es sich als gut und befriedigend erwiesen habe, nach den «Prinzipien Christi» zu leben. Der Schriftsteller Derek Thompson, ein Agnostiker, ist zu dem Schluss gekommen, dass Religion «ein wenig wie eine Stützmauer wirkt, die den destabilisierenden Druck des amerikanischen Hyperindividualismus zurückhält». Die britische Journalistin Louise Perry konvertierte, nachdem sie sich mit der christlichen Sexualethik auseinandergesetzt hatte. «Zu beobachten, wie sehr [das Christentum] soziologisch gesehen der Wahrheit entspricht, war für mich sehr überzeugend», sagt sie in ihrem Buch «The Case Against The Sexual Revolution». Die ehemalige neue Atheistin Ayaan Hirsi Ali preist die Vorzüge unseres jüdisch-christlichen Erbes, nachdem sie zu der Überzeugung gelangt ist, dass der säkulare Humanismus den Westen nicht retten kann.

«Amen» dazu – oder?

Auf einer bestimmten Ebene sind diese Impulse ganz klar zu begrüssen. Leben nach den Worten von Jesus ist ein besseres Leben. Die Lehren des christlichen Glaubens stimmen mit der Wirklichkeit überein. «Das Gesetz des Herrn ist angenehm und nützlich», sagen die Psalmen. Die Lehren Jesu machen uns menschlicher. Dass es greifbare, reale Vorteile gibt, sollte nicht überraschen.

Wenn der christliche Glaube allerdings nur «guter Rat» oder eine «Lebensweisheit» ist, sind wir in der Gefahr, das Eigentliche von Jesus aus dem Blick zu verlieren. Nur ein Beispiel: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» hat Jesus gesagt – viele würden dem zustimmen, Nächstenliebe wird allgemein als «das christliche Prinzip» anerkannt. Aber Jesus hat auch gesagt «Liebet eure Feinde». Na, das geht dann doch ein wenig zu weit, denken die meisten.

Das Gesamtpaket

Jesus begann seine Wirksamkeit mit dem Aufruf «Kehrt um, denn die Herrschaft Gottes ist nahe». Er lebte nicht nur den vollkommenen Willen Gottes, sondern gab sein Leben zur Vergebung der Sünden für die Welt, damit Versöhnung mit Gott möglich wird. Dieses «Gesamtpaket» ist das, was die Bibel «Gute Nachricht» nennt. Ohne dieses «Evangelium» ist es unmöglich, nach dem guten Willen Gottes zu leben. Unsere Annahme der Frohen Botschaft – die demütige Annahme Jesu als unseren Erlöser und seiner Herrschaft über unser Leben – ist für einen «christlichen Lebensstil» unerlässlich. Theologisch gesprochen: Die Gnade kommt zuerst, vor dem Gesetz. Der Glaube kommt vor der Ethik.

Ohne das Evangelium sind wir nicht in der Lage, nach dem Vorbild Jesu zu leben, und jeder Versuch, dies zu tun, wird sich in unserem Leben und in unserer Gesellschaft als fruchtlos erweisen. Vor dem «Guten Rat» ist der christliche Glaube «Gute Nachricht». Nicht als moralisches Vorbild, sondern als Erlöser und Retter ermöglicht Jesus es Menschen, diesen Weg zu gehen.

Fazit und wichtig für die Verkündigung der Kirchen: Ja, das Christentum kann unser Leben verbessern, den sozialen Zusammenhalt stärken und gesellschaftlichen Werten ein Fundament geben. Jesus lehrt und verkörpert die gute, wahre und schöne Art, Mensch zu sein. Aber der erste Schritt ist: Jesus ist unser Erlöser.

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Datum: 29.01.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Jesus.ch / Christianity Today

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