Bemerkenswertes Versprechen

Michael Diener und eine Jahreslosung mit Folgen

Die Jahreslosung von 2018 steht in Offenbarung, Kapitel 21, Vers 6: «Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.» Diese Aussage bewog Michael Diener, den Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes in Deutschland am Jahresbeginn zu einem «Wasserreinhaltungs-Versprechen» in einer Kommunikation per Facebook.

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Michael Diener
Michael Diener (55) ist jemand, der sich gut mitteilen kann und das auch tut. Auch per Facebook bezieht der bekannte Theologe zu vielen gesellschaftlichen und theologischen Fragen Stellung. Dabei nahm er bis vor einer Weile in Kauf, dass sich im Anschluss teils heftige Diskussionen auf der Internetplattform entwickelten.

Neue Akzente beim Streiten

Als Michael Diener realisierte, «wie erschrocken, in ihren Vorurteilen bestätigt oder schlicht und ergreifend angeekelt» viele seiner christlichen und weniger christlichen Bekannten und Freunde dadurch waren, wollte er dies ändern. Deshalb postete er Ende letzten Jahres ein Versprechen, an dem er sich messen lassen will: «Die Jahreslosung für das neue Jahr 2018 spricht vom lebendigen Quellwasser, welches Gott selbst den Durstigen spendet – freigiebig und liebevoll. Das beschämt mich und ich setze deshalb 2018 andere Akzente: Ich möchte hier auf Facebook Schale und Kanal für dieses lebendige Wasser sein – Ermutiger, Lernender, Unterstützer, Informant, Diener, Aufklärer – was immer es braucht, aber nicht Angreifer und Wasserverunreiniger. Mein Versprechen: Ich werde 2018 nicht persönlich oder verletzend streiten: weder mit denen, die meinen, es gäbe dieses frische Quellwasser gar nicht, oder mit denen, die meinen, die 'Wasserrechte' zur Interpretation, was denn nun 'lebendiges Wasser ist' und wer es angemessen empfängt, lägen bei ihnen. Ich sage nicht, dass ich nicht streiten werde, aber – um es drastisch auszudrücken – ich will dabei nicht in das Wasser pinkeln, von dem wir letztlich alle leben. Dieses 'Wasserreinhaltungs-Versprechen' wird mir nicht leichtfallen. Ich poste es deshalb öffentlich.»

Es funktioniert!

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Inzwischen ist schon ein deutlicher Teil des Jahres vergangen, und Michael Diener hat sich an sein Versprechen gehalten – selbst ausserhalb der sozialen Medien. Für manche, die gern auf einen spitzen Kommentar mit einer groben Reaktion antworten, ist er vielleicht uninteressanter geworden. Er selbst sagt bei einem vorläufigen Resümee im Interview mit Livenet: «Die Zeit hat mir gutgetan.» Er streitet zwar immer noch gern, aber wenn das Ganze ohne persönliche Angriffe geschieht, um Überzeugungen zu klären, dann ändert sich vieles. Daraus ergeben sich auch seine Wünsche für die eigene Streitkultur: «Ich will gut zuhören und anderen respektvoll begegnen. Andere Meinungen will ich ernsthaft prüfen, mit einer grösseren Grundoffenheit als früher. Besonders wichtig ist es mir als Christ, dass ich auch im Streiten Gottes Grundhaltung widerspiegele: Wie kann ich dem anderen dienen? Ihm weiterhelfen?»

Der Anfang eines Regens?

Und wie geht der Theologe mit der Realität um, dass Reizthemen trotzdem auf den Tisch kommen oder Bemerkungen persönlich-verletzend werden? Zunächst einmal ist ihm wichtig, dass er selbst nicht perfekt ist – und das auch weiss. Er unterstreicht, dass er ein «Holzmensch» ist, also jemand, der sich des Balkens im eigenen Auge mindestens so bewusst ist wie des Splitters im Auge des Gegenübers. Gleichzeitig lebt und handelt er voll Hoffnung: «Ja, mein Verhalten ist maximal ein Tropfen auf den heissen Stein, aber auch der könnte der Anfang eines Regens sein…»

Bei allen positiven Erfahrungen und Elementen, die er unbedingt beibehalten will, unterstreicht Michael Diener allerdings, dass er die sozialen Medien nicht «den anderen» überlassen will. Dass also Zeiten kommen werden, wo er wieder Kontroversen anstossen wird, weil er es muss.

Zum Thema:
Michael Diener: «Ich bitte um Entschuldigung»

Mahnung zur Selbstkritik: Michael Diener: «Keine Lust auf Schubladendenken»
Diener sucht Diener: «Wir brauchen ein einladendes Christentum»

Datum: 14.06.2018
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet

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