Die fehlende Lunge

Ein Film über Krankheit, Organspende und den Umgang mit dem Tod

Die Berner Radiojournalistin Aline Langenegger erlebte, wie ihre Schwester mit 20 Jahren an Cystischer Fibrose starb. Über den Schmerz, ein Geschwisterkind so früh zu verlieren und die Notwendigkeit der Organspende, drehte sie einen Dokumentarfilm. Der Film feierte vor kurzem Premiere. Livenet-Redaktor Florian Wüthrich war dabei.
Statisik
Aline Langenegger
Dreharbeiten

Der Film «Die fehlende Lunge» lebt vom traurigen Schicksal von Kerstin, der Schwester von Drehbuchautorin Aline Langenegger. Im Mai 2011 starb sie an der Stoffwechselkrankheit Cystische Fibrose. Sie wartete vergeblich auf eine «neue» Lunge, mit der sie hätte weiterleben können.

Dazu schreibt Filmproduzentin Aline Langenegger in einem Blog auf ihrer Webseite: «Bereits in meinen Jugendjahren musste ich mich mit dem Organspenden befassen. Meine Schwester litt an der Stoffwechselkrankheit Cystische Fibrose und hatte sich aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes für eine Lungentransplantation entschieden, zu welcher es nicht kam. Sie starb im Alter von 20 Jahren.»

Bewegende Erzählung

Aline Langenegger tritt in ihrem Dokumentarfilm selbst als Erzählerin und Interviewerin auf, schafft es dabei aber, immer wieder sachliche Informationen rund um die Stoffwechselkrankheit Cystische Fibrose sowie die Pro und Kontras einer Organspende einzustreuen. Als Zuschauer kann man sich sehr schnell in den Schmerz einfühlen, der mit dem frühen Verlust eines Geschwisterkindes einhergeht, verbunden mit dem verzweifelten Warten auf das Organ eines Spenders.

Das Schicksal der Autorin zieht sich wie ein roter Faden durch die Dokumentation hindurch. Der Film lebt aber auch von den vielen Begegnungen der Filmemacherin mit anderen Betroffenen. Sie begegnet Menschen, die das gleiche erlebt haben; auch ihre Geschwister starben im jungen Alter an Cystischer Fibrose. Gemeinsam erzählen sie im Film «Die fehlende Lunge» vom Schmerz des Verlustes, von ihrem Weg zurück ins Leben, aber auch von ihren Geschwistern, ihrem Umgang mit der Krankheit und wie sie vom Mangel an Organspenden betroffen waren.

Fundierte Fakten

Was den Film von Aline Langenegger besonders auszeichnet, ist, dass er nicht bei der emotionalen Aufarbeitung des Verlusts stehen bleibt. Die Protagonistin schafft es, eine objektive Betrachtung rund um die Krankheit Cystische Fibrose und die Problematik der fehlenden Organe zu ermöglichen. So erfährt der Zuschauer einige wesentliche Hintergründe wie:

  • Cystische Fibrose ist die häufigste Erbkrankheit in der Schweiz mit etwa 1'000 Betroffenen. Heute liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 37 Jahren. Eine Lungentransplantation kann diese jedoch um 10 bis 15 Jahre erhöhen.
  • Im Schweizer Gesetz gilt die sogenannte erweiterte Zustimmungslösung. Das heisst, jeder Mensch muss sich zu Lebzeiten aktiv für oder gegen eine Organspende entscheiden. Wenn er dies nicht tut, entscheiden die Angehörigen im Todesfall.
  • Die Schweiz nimmt bei der Anzahl Organentnahmen bei verstorbenen Personen im europäischen Vergleich einen der hinteren Ränge ein. Wie rar die Organe in der Schweiz sind, zeigt folgende Grafik von der Stiftung Swisstransplant (weitere Fakten hier):

«Die fehlende Lunge» ist ein Film aus persönlichem Hintergrund zu einem relevanten und in der Schweiz wenig diskutierten Thema.

Das Filmprojekt wurde von diversen Stiftungen und Organisationen unterstützt. Zudem kamen rund 35'000 Franken durch ein Crowdfunding mit privaten Unterstützern zusammen.

Der Film läuft in den nächsten Wochen in Berner Kinos (Informationen zu den Kinovorstellungen). Am 26.04.2016 wird der Film «Die fehlende Lunge» auch in Hasle b.B., dem Heimatdorf von Aline Langenegger, in der Ref. Kirche gezeigt.

Der Filmteaser:

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Datum: 21.04.2016
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet

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