Ein Fall für die Gewerkschaft?

Gott ist ungerecht!

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Den ganzen Tag über hatte er im Schweisse seines Angesichts gearbeitet. Aber was am Abend bei der Lohnabrechnung passierte, machte ihn erst sprachlos und dann wütend. 

Simon war ja froh gewesen, dass er einen Job bekommen hatte. Schon früh war er auf dem Markt gestanden, wo die Bauern und Grossgrundbesitzer ihre Arbeitskräfte für den Tag suchten. Und er hatte Glück gehabt – bald waren er und ein paar Freunde angeheuert worden, den Tag in der Weinernte zu arbeiten. Der abgemachte Tageslohn war auch in Ordnung – man musste ja froh sein, Arbeit zu bekommen.

Es gab viel zu tun, und den ganzen Tag über kamen neue Kollegen dazu. Der Tag war heiss. Endlich war es Feierabend geworden, und der Chef rief alle zur Lohnabrechnung. Zuerst kamen die dran, die noch am späten Nachmittag gekommen waren und nur eine Stunde gearbeitet hatten. Zu Simons Überraschung bekamen sie einen Denar – das war der Lohn, den Simon und seine Freunde eigentlich für einen ganzen Tag abgemacht hatten. Simon freute sich: das bedeutete, dass er sicher mehr bekommen würde, denn er hatte ja schliesslich den ganzen Tag über gekrampft.

Aber als er und seine Freunde zur Abrechnung gerufen wurden, gab es lange Gesichter: Auch sie erhielten nur einen Denar. Das machte Simon wütend: «Du kannst doch nicht uns, die wir den ganzen Tag geschuftet haben, genauso viel Lohn zahlen wie denen da, die erst am Abend gekommen sind!», schleuderte er dem Chef ins Gesicht.

Ganz eigene Massstäbe

Die Geschichte findet sich in der Bibel (Matthäusevangelium, Kapitel 20, Verse 1-16), und das Vorgehen dieses Chefs würde bei uns sofort die Gewerkschaften auf den Plan rufen. Das ist doch ungerecht, dass die anderen bei viel weniger Arbeit den gleichen Lohn wie wir bekommen!

Die Antwort des Weinbergsbesitzers lässt uns einen ganz tiefen Blick in das Wesen Gottes tun. «Mein Freund», entgegnete der Weinbauer einem von ihnen, «dir geschieht doch kein Unrecht. Haben wir uns nicht auf diesen Betrag geeinigt? Nimm dein Geld und geh! Ich will den anderen genauso viel zahlen wie dir. Schliesslich darf ich doch wohl mit meinem Geld machen, was ich will! Oder ärgerst du dich, weil ich grosszügig bin?» (Verse 14-15)

Merken Sie etwas? Gott hat seine ganz eigenen Massstäbe. Er rechnet nicht, sondern er schenkt. Seine Art ist nicht so sehr Vergeltung, sondern Gnade. Er wusste, dass auch die, die erst am Abend Arbeit gefunden hatten, einen Lohn nach Hause bringen mussten. Gott ist grosszügig – und er beschenkt die Schwachen. Das macht ihm offenbar Spass – das ist seine Art von «Gerechtigkeit».

Eine neue Lebensperspektive

Wir können uns entscheiden, ob wir uns mit anderen vergleichen, auf unsere Leistung pochen und dann schnell das Gefühl bekommen, dass Gott uns ungerecht behandelt. Oder wir können uns wie die Arbeiter sehen, die erst am Schluss gekommen sind und mit staunender Freude trotzdem mit einem ganzen Tageslohn beschenkt werden.

Das Fazit dieser «ungerechten» Aktion: Gott lässt sich nicht berechnen, aber das, was er schenkt, ist immer viel grösser als unsere Berechnungen und Verdienste. Durch das Opfer von Christus am Kreuz werden wir ohne Verdienst von Gott angenommen – weil wir mit eigenem Verdienst allemal zu kurz kommen würden. Gottes «Gerechtigkeit» basiert nicht auf dem Prinzip Gleichheit, sondern auf dem Prinzip Gnade. Was für eine Chance!

Zum Thema:
Eine Frage der Gerechtigkeit
Das Böse auf der Welt: Für Atheisten das grössere Problem als für Christen
Gerechtigkeit: Rache ist süss

Gerechtigkeit Gottes

Datum: 24.02.2015
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Jesus.ch

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