«Glaube ist meine Privatsache»

Pornodarstellerin lässt sich taufen – und macht weiter

Lily Phillips Beziehung zu Gott wirft Fragen auf
Die britische Porno-Darstellerin Lily Phillips hat sich neu taufen lassen, will aber vorläufig «ihren Job nicht verlassen» – und verteidigt beide Entscheidungen.

Es war ein Futter für die Medien, als Lily Phillips im Dezember auf Instagram ein Video teilte, in dem sie in einem Taufbecken von einem Pastor getauft wird und das Lied «God Is» von Kayne West im Hintergrund läuft. In einem Interview mit US Weekly nach der Taufe sagte Phillips, dass sie in ihrem Privatleben «ziemlich Schwierigkeiten» hatte, was sie dazu veranlasste, «Gott um Hilfe zu bitten» und «[ihr] mehr Kraft zu geben». «Ich glaube, ich hatte mich eine Zeit lang von der Religion entfernt und vieles davon verdrängt», sagte sie. «In meinem Privatleben ist etwas ziemlich Grosses passiert, wodurch ich das Bedürfnis verspürte, wieder mit Gott zu sprechen. Ich hatte eine Zeit lang nicht wirklich meinen Glauben praktiziert. Ich wollte mich einfach wieder taufen lassen, um meine Beziehung zu Gott wiederherzustellen.»

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Kehrt der 24jährige Pornostar nun ihrem Beruf den Rücken? Mitnichten. «Auch wenn ich Christin bin, habe ich nicht vor, meinen Job in nächster Zeit zu kündigen», sagte sie. «Ich verstehe, dass mein Glaube und meine Arbeit nicht ganz den Erwartungen entsprechen, die jeder an einen Christen hat. Ich habe viel Zeit damit verbracht, darüber nachzudenken, zu beten und ehrlich zu mir selbst zu sein.»

Lily Phillips ist nicht irgendwer. Im Juli 2025 brach sie einen Rekord, indem sie nach eigenen Angaben innerhalb von zwölf Stunden Sex mit 1`113 Männern hatte. Sie plante weitere «Rekordversuche» in dieser Richtung. Phillips erklärte gegenüber Christian Post, dass es «eine Menge christlicher Mädchen in dieser Industrie» gebe.

«Nicht anderen Leuten entsprechen»

Zur Verteidigung ihrer Entscheidung erklärte Phillips, ihre Beziehung zu Gott sei «persönlich, dauerhaft und in Gnade verwurzelt, nicht in öffentlicher Anerkennung oder moralischer Perfektion». «Für mich bedeutet Christentum nicht, so zu tun, als hätte ich alles im Griff oder würde den Erwartungen anderer entsprechen», sagte sie. «Es geht um Aufrichtigkeit, Wachstum und das Vertrauen darauf, dass Gott die Menschen dort trifft, wo sie sind, und nicht dort, wo andere meinen, dass sie sein sollten. Man muss meine Entscheidungen nicht gutheissen, aber meinen Glauben oder meinen Wert in Frage zu stellen, ist etwas, das ich nicht akzeptiere.» Sie räumte ein, dass viele Menschen sie aufgrund ihrer Karriere wahrscheinlich nicht für eine «gute Christin» halten; sie behaupte auch nicht, eine «traditionelle Christin» zu sein: sie befürworte gleichgeschlechtliche Ehen trete für das Recht auf Abtreibung ein – Werte, die nicht unbedingt in der Linie traditioneller christlicher Überzeugungen liegen.

Werbestrategie?

Phillips stösst mit ihrer Taufe auf sehr gemischte Reaktionen. Kritiker bemängeln, dass sie weiterhin in der Pornobranche arbeitet und Ansichten vertritt, die nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar sind. In einem Beitrag auf X Anfang dieses Monats vermutete der christliche Social-Media-Kommentator Jon Root, dass Phillips' Taufe Teil einer Strategie sei, um ihre Plattform auszubauen. «Derzeit sehe ich keine Früchte des rettenden Glaubens an Jesus Christus», erklärte Root und fügte hinzu, dass sie «immer noch pornografisches Material verkauft», «Jesus Christus in ihrer Begründung für die Taufe nicht erwähnt» und «immer noch unanständige Inhalte auf ihren sozialen Kanälen hat».

Der christliche Kommentator räumte zwar ein, dass «Gott jeden retten kann», sieht aber bei Phillips «keine Anzeichen für gute Früchte». «Das Christentum ist für viele in letzter Zeit zu einem Mittel geworden, um ihre Marke aufzuwerten», schlussfolgerte Root. «Ich glaube nicht, dass dies mehr als Lippenbekenntnisse sind, insbesondere nachdem ich ihre Erklärung zur Taufe gegenüber US Weekly gelesen habe. Wenn sie es ernst meinen würde, würde sie ihr altes Leben voller Ausschweifungen hinter sich lassen und ihre Sünden nicht rechtfertigen, während sie behauptet, Gott zu folgen.»

«Betet für sie»

Joshua Broome, ein ehemaliger Pornostar, der heute Pastor ist, forderte Christen auf, für Phillips zu beten, nachdem er von ihrer Taufe erfahren hatte. «Ich kenne sie nicht persönlich. Ich weiss nicht, ob die Taufe echt ist oder ob ihr Glaube echt ist. Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen und auch nicht beurteilen. Nur Gott kennt sie und ihr Herz», sagte Broome Anfang des Monats in einem Instagram-Video. Aber «Gott lässt sich nicht durch unvollkommene Menschen, unklare Motive oder chaotische Anfänge einschränken», sagte Broome.

Der Kern des Problems

Im führenden UK-Magazin «Premier Christianity» wendet sich die Autorin Lois McLatchie-Miller gegen die Heuchelei, auf die Menschen wie Lily Phillips oft treffen; gleichzeitig warnt sie: «Lilys Vergangenheit ist nicht das Problem, aber die derzeitige Zweideutigkeit hinsichtlich ihrer Reue könnte eines sein.» Sie fährt fort: «Im Gegensatz zu Nala, einem anderen ehemaligen OnlyFans-Star, die kürzlich zu Christus gefunden hat, hat sie nicht gesagt, dass sie beabsichtigt, ihren Account zu löschen und ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Das ist wichtig. Nicht weil ihre Sünden besonders schlimm wären – das Christentum ist keine Skala der Respektabilität –, sondern weil Reue keine optionale Fensterdekoration im Christenleben ist. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt, um den sich alles dreht.» 

Daraus folgt: «Die Taufe ist kein PR-Gag. Sie ist das Symbol einer Beerdigung. Das alte Ich geht unter Wasser und kommt nicht wieder hoch. `Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur`, schreibt Paulus in 2. Korinther Kapitel 5, Vers 17. Neue Kreaturen klammern sich nicht nostalgisch an ihre alten Fesseln. Sie brechen sie.» Und sie fährt fort: «Wenn Lily ihre alten Gewohnheiten nicht zugunsten eines neuen Lebens in Christus ablegt, dann war es falsch – und unfair – von dem Priester, sie zu taufen, ohne ihr die Jüngerschaft zu vermitteln, die sie so dringend braucht.»

Und sie schliesst: «Die eigentliche Gefahr besteht nicht darin, dass Phillips zu leicht vergeben werden könnte. Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass ihr möglicherweise nie dabei geholfen wird, wirklich Busse zu tun – und dass die Welt, die dies beobachtet, das Christentum entweder als grausam verurteilend oder als peinlich unseriös in Bezug auf Heiligkeit wahrnimmt.»

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Datum: 21.01.2026
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christian Post / Premier Christianity

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